Auf getrennten Gleisen

Vom Kriegsende bis zur Grenzöffnung 1945 -1989

In dieser Ausstellung zeigen wir, dass die Bahnen in Ost und West vor sehr unterschiedlichen Herausforderungen standen. Die Bundesbahn kämpfte vor allem gegen die Konkurrenz des Autos, die Reichsbahn gegen die Zwänge der Planwirtschaft.


DDR-Grenzpfahl am Eingang zur Ausstellung "Auf getrennten Gleisen"

Die Ausstellung unter dem Motto "Auf getrennten Gleisen" beginnt im zweiten Stock des Museums. Großflächige Fotowände mit vielen bisher unveröffentlichten Bilddokumenten, seltene Exponate, historische Filme und interaktive Modelle lassen diese Zeit für den Besucher wieder lebendig werden.

Zusammenbruch und Wiederaufbau 1945 -1949

Durchschossene Säule vom Bahnhof Regensburg

Durchschossene Säule vom Bahnhof Regensburg

Die Inszenierung einer Trümmerlandschaft erwartet den Besucher am Beginn der Ausstellung über die Nachkriegszeit. 1945 stand die Reichsbahn vor großen Aufgaben. Die zerstörten Bahnanlagen mussten repariert und Millionen von Reisenden transportiert werden - Flüchtlinge, heimkehrende Soldaten, "Hamsterer“. In den vier Besatzungszonen gab es zunächst eigenständige Eisenbahnverwaltungen. Über die Neuordnung der Reichsbahn entschieden die Siegermächte, die 1949 die Teilung Deutschlands und damit auch die Teilung der deutschen Eisenbahnen beschlossen. Am Ende dieses ersten Ausstellungsabschnitts zeigen wir daher die Entstehung der Bundesbahn in der Bundesrepublik und der Reichsbahn in der DDR.

Reichsbahn und Bundesbahn im geteilten Deutschland 1949 -1989

In den folgenden Räumen kann der Besucher die herausragenden Meilensteine der Entwicklung beider Staatsbahnen parallel verfolgen und Vergleiche anstellen.

Wichtige Themen der Reichsbahnausstellung sind die Folgen der sozialistischen Planwirtschaft, Großprojekte wie der Bau des Eisenbahnfährhafens Mukran, aber auch die kleinen Pioniereisenbahnen. Bekannte Reichsbahnprojekte wie der Tourex-Zug sowie typische Alltagsprodukte des SED-Staates werden vorgestellt. Ein im Original erhaltenes Traditionskabinett aus dem früheren Reichsbahnausbesserungswerk Potsdam steht für die ideologische Durchdringung des Arbeitsalltages.

Modell der Diesellok V180

Eine Neuentwicklung der Reichsbahn in der DDR: die Diesellok V180

Von der Seite der Reichsbahn kann man immer wieder auf die Entwicklung der Bundesbahn blicken: Ein Goggomobil steht als Symbol für die wachsende Konkurrenz des Straßenverkehrs in der freien Marktwirtschaft. Außerdem sind zu sehen: Modelle zu bedeutenden Fahrzeugentwicklungen wie dem TEE, den E-Loks und dem ICE, Bilder von Gastarbeitern bei der Bahn und eine Vielzahl von Werbeplakaten mit bekannten Sprüchen wie "Alle reden vom Wetter“.

In der Ausstellung ist die Grenze zwischen Reichsbahn und Bundesbahn - anders als in der historischen Realität - durchlässig und der Besucher kann jederzeit die Seiten wechseln. Am Ende der Ausstellung lassen wir in einer Multimediainstallation Augenzeugen von der Zeit der Republikflucht und der Grenzöffnung berichten. Denn mit der Grenzöffnung 1989 wurde nicht nur die staatliche Wiedervereinigung, sondern auch die Wiedervereinigung der "getrennten Gleise" und die Bahnreform eingeläutet.

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Letzte Aktualisierung: 11.02.2011
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