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Sonderausstellung 2007/08

"Go easy Go Bahn" 200 Jahre Bahn & Werbung

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Vom 27. November 2007 bis zum 4. Mai 2008 präsentierte das DB Museum die Schau "Go easy Go Bahn. 200 Jahre Bahn & Werbung". Zahlreiche Plakate, Merchandising-Artikel und Werbespots vermittelten spannende Einblicke in die deutsche Werbegeschichte.

Go easy Go Bahn“ – so lautete eine der Popkultur folgende Werbekampagne der Bundesbahn Anfang der 1970er Jahre. Sie richtete sich an Jugendliche und ein speziell entworfenes Logo zierte neben Plakaten auch Werbeobjekte, die zur Zielgruppe passten: T-Shirts und Getränkedosen mit Limonade der Marke Florida Boy. Dazu erschien ein „Go easy Go Bahn“-Song auf Schallplatte sowie ein Video-Clip. Schulklassen wurden zu „Go easy“-Gratisfahrten in Disko-Zügen eingeladen.

Die Kampagne erscheint heute als Symbol dafür, wie die Bundesbahn versuchte, dem Zeitgeist zu folgen. In der Sonderausstellung „Go easy Go Bahn". 200 Jahre Bahn & Werbung“ des DB Museums wurden die Beziehungen der Bahnwerbung zu Zeitgeist und Zeitgeschehen über zwei Jahrhunderte verfolgt. Zahlreiche Plakate, Prospekte, Merchandising-Artikel, Filme und anderes mehr dokumentierten die Werbegeschichte der Bahn von den Anfängen bis heute. Eine Geschichte von Kunst, Träumen und Ideen, aber besonders von Wirtschaft und Politik.

Die Entdeckung des Bahnkunden

Die Ausstellung verdeutlichte auch die sich wandelnde Beziehung der Eisenbahnunternehmen zu ihren Kunden. Im 19. Jahrhundert galt der Fahrgast im Wesentlichen als „Beförderungsfall“, der sich an Vorschriften zu halten hatte. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Bahnreisende als zu umwerbender „Kunde“ entdeckt. Die aufkommende Konkurrenz von Auto und Flugzeug in den 1920er Jahren ließ dann erstmals eine moderne Bahnwerbung entstehen. Die Bedeutung der Reklame wuchs rasant. Bei der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft entstanden eigene Abteilungen, die professionell Verkehrswerbung betrieben. Die Spannbreite der Maßnahmen reichte nun von Anzeigen und Ausstellungen über Filme und Radiospots bis hin zu Plakaten, Broschüren, Kalendern, Arbeitsmaterialien für Schulen und Serviceangeboten wie Auskunftsbüros oder Schlafkissenvermietung. Auch die erstmalige Förderung des Dienstleistungsgedankens bei den Eisenbahnern – die alte Beamtenmentalität sollte abgelegt werden – verstand die Reichsbahn als Werbung.

Während der Zeit des Nationalsozialismus stand die Bahnwerbung mehr und mehr unter politischen Vorgaben. Im Krieg verkehrte sie sich sogar ins Gegenteil und geriet zur Anti-Werbung: „Erst siegen – dann reisen“, die Bevölkerung sollte zu Hause bleiben, damit die Eisenbahn vorwiegend für militärische Zwecke zum Einsatz kommen konnte.

Werbung in Ost und West

Nach dem Krieg nahm die Eisenbahn-Werbung in Ost und West unterschiedliche Wege. In der DDR blieb die Bahn bis 1990 das Verkehrsmittel Nummer eins und so hatte es die Reichsbahn kaum nötig, um ihre Kunden zu kämpfen. Dennoch betrieb sie weiter Werbung, bis sie diese Mitte der 1970er Jahre stark einschränken musste. Warenmangel und Rohstoffknappheit hatten die Regierung veranlasst, die Mittel für Werbung in der DDR fast völlig zu streichen. Lediglich für internationale Verbindungen und um westliche Touristen oder Spediteure wurde weiter großzügig geworben.

Bei der Bundesbahn im Westen sah das ganz anders aus. Die Konkurrenz von Auto und Flugzeug wurde immer größer und Werbung für die Bahn darum wichtiger als je zuvor. Griffen die Werbestrategen der Bundesbahn anfangs noch auf die kreative Epoche der Weimarer Republik zurück, setzten sie ab den 1960er Jahren zunehmend eigene Akzente in der Werbung. Immer neue Strategien und Kampagnen wurden kreiert, was sich auch zahlenmäßig bemerkbar machte. Allein in der Dokumentationsstelle des DB Museums lagern über 400 unterschiedliche Bundesbahn-Plakate und über 80 Kino- und Fernsehwerbespots. Besonders typisch waren Plakate zur Image-Werbung, die einen immer größeren Stellenwert einnahm. Markige Sprüche wie „Alle reden vom Wetter – wir nicht“ oder „Unsere Loks gewöhnen sich das Rauchen ab“ dürften noch heute manch einem in Erinnerung sein.

Bahnwerbung heute

Nach der Bahnreform 1994 setzte die Deutsche Bahn AG die bereits von der Bundesbahn betriebene Vereinheitlichung des Erscheinungsbildes in der Werbung fort. Das „Corporate Design“ steigert nach heutiger Auffassung die Wirkung der Werbung. Auch davon konnten sich die Besucher in der Ausstellung ein Bild machen. Denn neben dem historischen Rückblick bot die Schau auch einen Überblick über die aktuelle Werbung der Bahn.

Katalog

Zu der Sonderausstellung „Go easy Go Bahn, 200 Jahre Bahn und Werbung" ist auch ein Begleitband erschienen. Die zehn Autorinnen und Autoren dieses reichhaltig und überwiegend in Farbe bebilderten Katalogs bieten auf 290 Seiten einen Überblick über die Werbegeschichte der Bahn. Der Band kostet 19,90 EUR und ist erhältlich im Buchhandel und in unserem Museumsshop. Gegen eine Versandpauschale von 4,50 Euro und Vorauskasse kann der Katalog auch telefonisch oder per E-Mail beim DB Museum bestellt werden.

Letzte Aktualisierung: 10.02.2010

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Werbeplakat "Go easy Go Bahn"

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