Technisch fit für Frankreich
Die Einzelmaßnahmen: Von der Wirbestrombremse bis zum Spoiler
Überspringen: Die Einzelmaßnahmen: Von der Wirbestrombremse bis zum SpoilerZur Steuerung der Wirbelstrombremse
Zur Verstärkung der Bremskraft ist der ICE 3 ergänzend mit der Wirbelstrombremse ausgerüstet. Der Charme dieser Bremse: Sie arbeitet völlig berührungslos und damit verschleißarm. Zur Verstärkung der Bremskraft wird die Wirbelstrombremse auf dem deutschen Streckennetz bei Geschwindigkeiten von mehr als 150 km/h automatisch zugeschaltet, ebenso bei einer Schnellbremsung, um den Bremsweg zu verkürzen. Für den Verkehr in Frankreich wird die Bremse erst oberhalb von 220 km/h wirksam gemacht und mit Rücksicht auf die Bauweise der Strecken dort in der Bremswirkung im Normalbetrieb um etwa die Hälfte verringert. Das reicht völlig aus, weil das französische Netz generell auf geringere Verzögerungen ausgerichtet ist.
Trennstellen in der Oberleitung
Im französischen Oberleitungsnetz gibt es zahlreiche Phasen-Trennstellen – sogenannte neutrale Zonen –, die automatisch vom Zug „erkannt“ und danach abgeschaltet durchfahren werden. Diese Besonderheit im französischen Netz ist auf deutschen Strecken nicht relevant. Diese Automatismen beim Durchfahren der Trennstellen mussten am ICE 3M optimiert werden – eine sehr anspruchsvolle Aufgabe.
Steuerung der Außentüren
Die elektronischen Steuerungen der Außentüren waren zu verändern und den französischen Anforderungen auch für niedrige Bahnsteige und bezüglich der Philosophie der Notöffnungsmechanismen anzugleichen.
Anpassung im Unterflurbereich
Die Aerodynamik des Fahrzeugs bei hohen Geschwindigkeiten wurde im Unterflurbereich verändert. So werden einige der offen angebrachten Komponenten am Unterboden durch spoilerartige Anbauten verkleidet. Das verändert die Luftströmungen. Dadurch wird schädlicher Schotterflug unterbunden, der Komponenten an der Strecke und am Fahrzeug zerstören kann.
Französische Zugsicherungssysteme
Eine besondere Herausforderung stellen die französischen Zugsicherungssysteme dar. Völlig gegensätzliche Philosophien haben sich hier getroffen. Dank der umfassenden Unterstützung durch die SNCF konnten die Gerätschaften konfiguriert und integriert werden. Neben den in Deutschland bewährten Zugsicherungstechniken PZB (Punktförmige Zugbeeinflussung) auf konventionellen Strecken sowie LZB (Linienzugbeeinflussung) im Hochgeschwindigkeitsbereich ist der ICE 3M für Frankreich nun auch mit den Systemen KVB („contrôle de vitesse par balises“) und TVM („transmission voie-machine“) ausgestattet. Darüber hinaus wird der Triebzug auch für ETCS, das künftige „European Train Control System“, vorbereitet. Dabei ist nicht zu vergessen, dass auch die Systeme für die Niederlande und Belgien in ihrer Funktion uneingeschränkt weiter verfügbar sein müssen.
Letzte Aktualisierung: 02.08.2007
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