"Zügig anfahren und dann rollen lassen"
Energieeinsparung bei Spitzengeschwindigkeiten
![]() |
Zum Umweltverständnis der Bahn gehört es, den Bahnstromverbrauch stetig zu senken. Die Bahn konnte im Vergleich zu 1990 den spezifischen Energieverbrauch bei den Zugfahrten um rund ein Viertel verringern. Ein wesentlicher Stellhebel war dabei der verstärkte Einsatz moderner, umweltfreundlicher Fahrzeuge – so hat beispielsweise der ICE 3 aufgrund der Leichtbauweise fast 10 Prozent weniger Gewicht als der ICE 1, was einen deutlichen Vorteil für die Energiebilanz darstellt.
Schienenfahrzeuge mit ökologischem Vorteil
Aber nicht nur während des Betriebs der Fahrzeuge erzielt die Bahn ökologische Vorteile. Die gesamte Lebensdauer der Schienenfahrzeuge – vom Bau bis zur Stilllegung – wurde überdacht.
Die Folge:
- Rund drei Viertel der Masse des Gesamtzuges sind recyclingfähig und können bei Ausmusterung des Zuges zur Rohstoffgewinnung genutzt werden.
- Knapp ein Fünftel der Gesamtmasse kann thermisch verwertet werden und würde im Falle der Verwertung der Energiegewinnung dienen.
Aber auch die gesteigerte Auslastung der Züge sowie die Energiesparende Fahrweise der Triebfahrzeugführer führten zu einem Rückgang des Energieverbrauchs.
Lokführer helfen Energie zu sparen
Durch gezieltes Fahrtraining der Lokführer wurden im Personenverkehr von 2001 bis 2004 bereits Energiekosten von rund 32 Millionen Euro eingespart. „Zügig anfahren und dann rollen lassen“, lautet die Maxime, unter der die Bahn bereits 14.000 Lokführer an Fahrsimulatoren und in der Praxis geschult hat. Denn ist der Zug erst einmal beschleunigt, braucht er aufgrund der geringen Rollreibung nur wenig Energie, um die Geschwindigkeit zu halten. Die Ausrüstung der Triebfahrzeuge mit Energiesparrechner und Energieverbrauchs-Messeinrichtungen bieten dem Lokführer eine zusätzliche Unterstützung.
4.000 Kilowattstunden Strom pro Triebfahrzeugführer gespart
Bis zu 4.000 Kilowattstunden Strom kann ein ICE-Triebfahrzeugführer beispielsweise auf einer planmäßigen Fahrt zwischen Hamburg und München einsparen – das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts oder – anders ausgedrückt – zweieinhalb Tonnen CO2.
![]() |
Übersicht über Einsparpotenziale durch energiesparende Fahrweise |
Bahnstromversorgung durch regenerative Energien
Die Bahn fährt heute rund 90 Prozent der Verkehre mit elektrischen Antrieben und damit vor allem in Sachen Umweltressourcen schonend, denn dem Bahnstrom liegt ein intelligenter Energiemix zugrunde. Der Anteil an regenerativen Energien (Wasserkraft) am Bahnstrom beträgt rund 10 Prozent.
Die Bahn ist heute der einzige Verkehrsträger, der diese klimaverträgliche Antriebsenergie in nennenswertem Umfang anwenden kann. Mit der Inbetriebnahme des neuen Wasserkraftwerkes Bad Reichenhall (Bayern) Anfang 2005 setzt die Bahn-Tochter DB Energie die Tradition der Energiegewinnung aus Wasserkraft fort. Auch in Zukunft wird der wirtschaftliche Ausbau kohlendioxidarmer und regenerativer Energieträger bei der Bahnstromversorgung konsequent von der Bahn weiter vorangetrieben.


