Energieverbrauch
Zwar zählt der DB-Konzern zu den größten Energieverbrauchern Deutschlands.
Überspringen: Zwar zählt der DB-Konzern zu den größten Energieverbrauchern Deutschlands.Auch um den Umweltvorteil der Schiene weiter auszubauen, hat die DB seit ihrer Gründung den Energieverbrauch beim Betrieb der Züge stetig verringert. Im Schienenverkehr des DB-Konzerns wurde in 2008 insgesamt 121.000 Terajoule an Energie verbraucht, das sind rund 20 Prozent weniger im Vergleich zu 1990. Damit ist die DB zwar weiterhin einer der größten einzelnen Energieverbraucher Deutschlands – aber auch Anbieter besonders energieeffizienter Mobilität.
Um die Energieeffizienz verschiedener Mobilitätsangebote wirklich vergleichen zu können, ist es sinnvoll, den spezifischen, das heißt, den auf die Verkehrsleistung bezogenen Primärenergieverbrauch des jeweiligen Verkehrssystems zu betrachten. Im Gegensatz zum sogenannten Endenergieverbrauch oder direkten Energieverbrauch (dem Verbrauch ab Zapfpistole oder Stromabnehmer) beinhaltet der Primärenergieverbrauch auch den gesamten Energieverlust, auch indirekter Energieverbrauch genannt, der bei Erzeugung und Bereitstellung der hochwertigen Energieträger Dieselkraftstoff oder Strom auftritt.
Die Unterscheidung nach Primär- und Endenergie ist in den Umweltkennziffern und der Umweltberichterstattung der Deutschen Bahn seit Jahren fest verankert. Auch die Informationsplattformen UmweltMobilCheck und EcoTransIT unterscheiden nach diesem Muster. Die bezüglich des Energieverbrauchs oft gebräuchliche Kennzahl des indirekten Energieverbrauchs ist lediglich ein Maß für den Primärenergieverbrauch, so dass die Deutsche Bahn auf eine weitere Differenzierung verzichtet und ihrer bisherigen Berichterstattung folgt.
Energieverbrauch Schiene
Als Transport- und Verkehrsunternehmen benötigt die DB die meiste Energie für den Zugbetrieb, die sogenannte Traktion im Personen- und Güterverkehr. 2008 betrug deren Anteil am Primärenergieverbrauch des Schienenverkehrs rund 88 Prozent. Der Rest entfiel auf Bahnhöfe und Betriebsanlagen.
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Primärenergieverbrauch der Traktion 1990-2008 Bild vergrößern: Primärenergieverbrauch der Traktion 1990-2008 |
Eine ganze Reihe von Maßnahmen trugen zur Energieverbrauchsreduktion im Schienenverkehr bei: die Modernisierung der Fahrzeugflotte, das Training der Lokführer für energiesparendes Fahren, die höhere Auslastung im Güterverkehr und deutliche Zuwächse – also höhere Auslastung – im Personenverkehr.
Vor allem das energiesparende Fahren, in dem die 19.000 Lokführer des DB-Konzerns seit 2001 im Personenverkehr und seit 2005 im Schienengüterverkehr geschult werden, hat zu enormen Energieeinsparungen geführt. Im Personenverkehr wurden damit seit 2002 270 Gigawattstunden Strom und 8,8 Millionen Liter Diesel eingespart. Bei DB Schenker Rail wurde der Stromverbrauch bis heute um 124 Gigawattstunden und der Dieselverbrauch um 5,5 Millionen Liter reduziert. Damit haben die Lokführer seit Beginn des Projekts die Umwelt insgesamt um mehr als 280.000 Tonnen CO2 entlastet.
Ebenso führt die Rückspeisung von Bremsenergie zu erheblichen Energieeinsparungen – sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr. Jede zwölfte Kilowattstunde des Stroms, der durch die Oberleitungen fließt, verwendet die DB zwei Mal. Insgesamt entspricht die 2008 ins Stromnetz zurück gespeiste Energie dem Elektrizitätsbedarf einer Stadt mit rund 200.000 Haushalten.
Energieverbrauch Straße, Luft und See - Logistik
Im März 2008 hat DB Schenker Logistics eine zentrale Erhebung der Energiedaten aus allen DB Schenker Landesgesellschaften weltweit durchgeführt. Die Daten wurden hinsichtlich ihrer Qualität und Plausibilität durch das Ökoinstitut Berlin überprüft und die Berechnungsmethodik durch Deloitte Cert. validiert.
Bis 2014 sollen alle 20.000 LKW-Fahrer von DB Schenker sowie der Subunternehmer in umweltfreundlichem Fahrverhalten geschult werden. Denn ein Fahrer kann mit seinem Fahrstil den Kraftstoffverbrauch stark beeinflussen, beispielsweise durch vorausschauendes und gleichmäßiges Fahren. Erfahrungen haben gezeigt, dass geschulte Fahrer im Durchschnitt bis zu zehn Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen. Schon ein eintägiges Fahrertraining führt zu deutlichen Ergebnissen.
Zu den weiteren Maßnahmen zählt unter anderem in Skandinavien die Verringerung der Geschwindigkeit auf langen Strecken um 2 Kilometer pro Stunde. Dies soll zu einer jährlichen Einsparung von rund 1,5 Millionen Liter Diesel bei gleichzeitig minimaler Verlängerung der Fahrtzeit führen.
Neben einer umweltverträglichen Fahrzeugtechnik prüfen Landesgesellschaften von DB Schenker Logistics, die über einen signifikanten Straßengüterverkehrsanteil verfügen, inwieweit eine Vergrößerung der Ladevolumina für energieeffizientere Transporte, zum Beispiel durch Großraumequipment (Wechselbrücken und Trailer), möglich sind. So wurden im ersten Quartal 2009 31 neue Doppelstocktrailer für europäische Hubverkehre ausgeliefert und in 11 europäische Transportlinien eingebunden. Diese Trailer können im Vergleich zu Standardtrailern 20 bis 25 Prozent mehr Volumen aufnehmen und erhöhen damit die Effizienz der Verkehre.
Im Bereich Luftfracht wird von DB Schenker Logistics vor allem der energieeffizientere Einsatz reiner Frachtflugzeuge auf Langstrecken favorisiert sowie der Einsatz modernster Antriebstechnik und Kraftstoffe bei den Subunternehmern begleitet. Von den Partnern wird ein regelmäßiges Update ihrer Emissionsberechnung, möglichst aufgeschlüsselt nach Transportrouten, mit dem Nachweis sukzessiver Emissionsreduktionen erwartet. Regelmäßige Workshops begleiten Fragen der Methodik und Verbesserung der Umweltperformance.
Von DB Schenker Logistics beauftragte Reedereien schalten in Küstennähe in sogenannten „Sulphur Emission Control Areas“ (SECAs) wie beispielsweise der Ost- und der Nordsee auf schadstoffärmere Kraftstoffe um und schließen sich während der Liegezeit an das Stromsystem des Hafens an („Cold Ironing“), sofern der länderspezifische Strommix entsprechend niedrige Emissionen verursacht. Zusätzlich wird die entstehende Abwärme für den Energiebedarf auf See genutzt. Dadurch werden 10 Prozent des Kraftstoffs und der CO2-Emissionen eingespart. Auch von den Reedern wird eine regelmäßige Aktualisierung ihrer Emissionsberechnung, möglichst je nach Route, mit dem Nachweis sukzessiver Emissionsreduktionen erwartet. Regelmäßige Workshops begleiten Fragen der Methodik und Verbesserung der Umweltperformance.
Energieverbrauch Busse, PKWs und Nutzfahrzeuge - Stadtverkehr und Fuhrparkmanagement
Der Dieselverbrauch der eigenen Busse und der Busse von Auftragnehmern der DB Stadtverkehr lag mit rund 205 Millionen Liter etwa 4 Prozent über dem Vorjahreswert. Zusätzlich verbrauchten die im Einsatz befindlichen Erdgasbusse mit rund 6 Millionen Kilogramm Erdgas rund 14 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Der Grund für die Erhöhung der absoluten Verbrauchsmengen liegt an der Erhöhung der Verkehrsleistung von 8,2 (2007) auf 8,4 (2008) Milliarden Personenkilometer.
Im Fuhrparkgeschäft lassen sich die Verbräuche mit Hilfe der Tankkarten nachvollziehen. Danach befindet sich der Verbrauch der PKWs und Nutzfahrzeuge der DB Fuhrpark (ohne DB Rent mit DB Carsharing) an Endenergie 2008 ungefähr auf Vorjahresniveau. Hier zeichnet sich der Trend hin zu mehr modernen verbrauchsarmen Dieselfahrzeugen ab (derzeit 92 Prozent). Ein sehr kleiner Teil der Fahrzeugflotte fährt mit Erdgas.
Energieverbrauch stationäre Anlagen
In den stationären Anlagen des Schienenverkehrs, wie Werken, Werkstätten, Bürogebäuden und Bahnhöfen wurde der Energieverbrauch seit 1990 mehr als halbiert. Wesentliche Ursachen für diesen starken Rückgang des stationären Energieverbrauchs liegen in dem geringeren Instandhaltungsbedarf moderner Fahrzeuge, veränderten Güterverkehrstechnologien, der Zentralisierung von Stellwerkstechnik und dadurch möglichen Kapazitätsreduktionen bei den Werkstätten und im Netzbetrieb. Das Infrastrukturgeschäftsfeld DB Energie versorgt Verbraucher bei der DB mit stationären Prozessen täglich mit Strom, Licht und Wärme. Gleichzeitig unterstützen die Experten der Energieberatung von DB Energie auch bei der nachhaltigen Senkung der Energieverbräuche und ‑kosten durch Energieaudits und den Aufbau von Energiemanagementsystemen. Der Wärmeverbrauch ging 2008 im Vergleich zum Vorjahr zurück, der Stromverbrauch nahm dagegen leicht zu, zurückzuführen unter anderem auf den erhöhten Stromverbrauch neuer und modernisierter Bahnhöfe mit großen Nutzflächen, wie beispielsweise dem Berliner Hauptbahnhof.
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Stationärer Primärenergieverbrauch im Schienenverkehr von 1990-2008 Bild vergrößern: Stationärer Primärenergieverbrauch im Schienenverkehr von 1990-2008 |
Auch bei den internationalen Standorten wird Energie gespart. Beispielhaft sind die Aktivitäten in Belgien und Australien: So hat DB Schenker in seinem belgischen Logistikzentrum in Willebroeck, das vor allem für Kunden aus der Konsumgüterbranche im Einsatz ist, ein natürliches Kühlsystem eingesetzt. Dabei werden niedrige Außentemperaturen in der Nacht dazu genutzt, die gesamte Anlage auch tagsüber kühl zu halten. Sobald die Außentemperatur in der Nacht um zwei Grad geringer ist als die Temperaturen in der Halle, startet das Kühlsystem und hält diese auch tagsüber konstant. Gegenüber herkömmlichen Kühlsystemen spart DB Schenker täglich mehr als 600 Kilowattstunden an Elektrizität ein. In Australien baut DB Schenker derzeit ein neues, umweltfreundliches Großterminal am internationalen Flughafen von Melbourne mit 11.000 Quadratmeter Logistikfläche und 2.500 Quadratmeter Bürofläche. Bei diesem Mega-Hub, das im Juli 2009 in Betrieb gehen soll, werden Solaranlagen und die Umstellung von 80 Prozent der Gabelstapler auf Elektroantrieb für eine deutliche Senkung des Energieverbrauchs sorgen.
Letzte Aktualisierung: 01.07.2009
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