Erneuerbare Energien
Energiemix der Bahn und alternative Kraftstoffe
Überspringen: Energiemix der Bahn und alternative KraftstoffeAuf der Schiene fährt die Deutsche Bahn rund 90 Prozent der Verkehre elektrisch. Mit diesem hohen Anteil schont sie Umweltressourcen, denn dem Bahnstrom liegt ein intelligenter Energiemix zugrunde. So hatte regenerativ erzeugter Strom im Jahr 2008 einen Anteil von 16 Prozent. Mit dem heutigen Anteil liegt die DB damit weiterhin über dem Bundesdurchschnitt von rund 15 Prozent.
Regenerative Energien im Strommix des Schienenverkehrs
Den größten Teil des regenerativ erzeugten Stroms liefern zwölf Wasserkraftwerke in Deutschland mit speziellen Bahnstromgeneratoren, zwei davon gehören DB Energie. Insgesamt bezog die DB Energie 2008 mehr als 1,8 Milliarden Kilowattstunden Bahnstrom aus Wasserkraft. Derzeit werden rund 30 Prozent des Bahnstromes aus dem öffentlichen 50 Hertz-Stromnetz bezogen und müssen in 16,7-Hertz-Bahnstrom umgewandelt werden. Hier bezieht die Bahn erneuerbare Energien aus Windkraftanlagen als zweiter großer Quelle von erneuerbaren Energien. Zur CO2-Reduzierung bei der Bahnstromerzeugung tragen darüber hinaus verbesserte Wirkungsgrade des eingesetzten Kraftwerksparks sowie die stetige Energieeffizienzverbesserung bei der Bahnstromerzeugung und Energieverteilung bei.
Die DB nutzt das Renewable Energy Certificate System (RECS), Guaranties of Origin und andere Instrumente, um einen hohen Anteil von erneuerbaren Energien im Bahnstrommix zu garantieren. Ziel ist es, einen ähnlichen hohen Anteil von erneuerbaren Energien zu erreichen wie im öffentlichen Strommix. Im Jahr 2008 wurde durch die Nutzung von RECS-Zertifikaten der Anteil erneuerbarer Energien im Bahnstrommix von 9,7 auf 16,0 Prozent erhöht. Die handelbaren RECS-Zertifikate belegen die Herkunft von Strom aus erneuerbaren Quellen. Über die nationalen Register – in Deutschland geführt durch das Öko-Institut – ist sichergestellt, dass die Zertifikate nicht doppelt genutzt werden können. Dadurch wird garantiert, dass die Nachfrage nach erneuerbaren Energien in Europa steigt und fossile Energieträger entsprechend verdrängt werden.
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Energiemix im Schienenverkehr 2006-2008 |
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Erzeugungsstruktur Bahnstrom 2008 |
Damit auch in Zukunft der Umweltvorteil abgesichert ist, will die DB unter Berücksichtigung der Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit den Anteil erneuerbarer Energien langfristig weiter ausbauen, denn neben dem Energiesparen ist dies der zweite große Hebel, um den CO2-Ausstoß zu verringern.
Alternative Kraftstoffe und Antriebe
Die technischen und fiskalischen Entwicklungen zum Einsatz biogener Kraftstoffe werden im DB-Konzern verfolgt und der Einsatz nachwachsender Kraftstoffe erprobt. Für die Verwendung reiner Biokraftstoffe im Schienenverkehr ist es zurzeit noch nicht gelungen, wirtschaftliche Vorteile oder technisch befriedigende Ergebnisse nachzuweisen. Die Zumischung biogener Anteile auf der raffinerieseitigen Dieselkraftstoffherstellung kann eine sinnvolle Alternative sein. Denn interne Modellrechnungen zeigen, dass die spezifischen CO2-Emissionen des Schienenverkehrs durch die bereits praktizierte Zumischung immerhin um etwa einen halben Prozentpunkt sinken können.
Bei DB Schenker Logistics werden derzeit Tests von verbesserten Kraftstoffen mit Fokus auf Biokraftstoffen der zweiten Generation sowie Mischungen aus konventionellen und Biokraftstoffen, durchgeführt. Schenker AS in Norwegen war innerhalb DB Schenker Vorreiter im Hinblick auf den Einsatz von Biodiesel-LKW. Heute unterhält die norwegische Landesgesellschaft eine große Anzahl an LKW, die mit Biodiesel aus Rapsöl fahren. Dabei gibt es zwei Varianten: entweder eine Biodiesel-Beimischung von 30 Prozent oder 100 Prozent Biodiesel. Diesen Biodiesel bietet DB Schenker in Kooperation mit dem Kraftstofflieferant Statoil-Hydro in Norwegen an Tankstellen an, die an strategischen Punkten liegen. Darüber hinaus hat DB Schenker Norwegen seine Subunternehmer dazu verpflichtet, ab 2009 jeweils zwei Hybridfahrzeuge in deren Flotte aufzunehmen.
Solar und Photovoltaik für stationäre Anlagen
Auf den Dachflächen von Bahnhöfen der DB werden seit 1997 Photovoltaik- und Solaranlagen durch Dritte installiert, den Anfang machte der Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen. Im Juli 2003 hat die DB auf dem Dach des Berliner Hauptbahnhofes die größte Photovoltaikanlage Berlins in Betrieb genommen, seitdem liefert die Solaranlage im Durchschnitt jährlich 160.000 Kilowattstunden und damit fast zwei Prozent des Stromverbrauchs des Hauptbahnhofs.
Die internationalen Standorte der DB Schenker Logistics denken ebenfalls über den Einsatz regenerativer Energiequellen nach. Aktuell wird für Südosteuropa (zum Beispiel Slowenien) der Einsatz von Photovoltaik- und Solaranlagen geprüft. Bei dem neuen Großterminal, das DB Schenker in Australien am Flughafen von Melbourne baut, werden Solaranlagen, eine energieeffiziente Architektur und die Umstellung von 80 Prozent der Gabelstapler auf Elektroantrieb für eine deutliche Senkung des Energieverbrauchs sorgen. Das nach Süden gelegene Bürogebäude wird das benachbarte Lager vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. So soll sich der Energieverbrauch für Klimaanlagen um 40 Prozent reduzieren.
Letzte Aktualisierung: 29.07.2009
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