Deutsche Bahn

Digitale Welten

Mobilität in der digitalen Welt

Vom ICE Portal über Platooning bis zum digitalen Bauen

Das Smartphone ist unser ständiger Begleiter und steht bei der mobilen Nutzung von Internetangeboten an erster Stelle. Auf Millionen Displays leuchtet das weiß-rote Logo mit dem ICE: der DB Navigator, der alle Services rund ums Bahnfahren bietet. Über den DB Navigator werden täglich mehr als vier Millionen Reiseauskünfte erteilt, Online-Tickets gekauft und viele zusätzliche Services entlang der Reise angeboten. Doch der DB Navigators ist nur ein minimaler Ausschnitt aus dem digitalen Portfolio der Deutschen Bahn. Ob die sprachgesteuerte Reiseauskunft auf Amazon Echo, erste Platooning-Tests mit autonom fahrenden LKW oder digitales Bauen – die DB ist in den großen Zukunftsfeldern vom ersten Tag an dabei und stets nah am Kunden und an seinen sich immer schneller verändernden Bedürfnissen.

Hier einige Beispiele aus der Bandbreite der digitalen Angebote:

Die DB hat die gesamte ICE-Flotte mit einem neuen, leistungsfähigen WLAN-System ausgestattet. Mithilfe von sogenannten Repeatern der neuesten Generation die die eingehenden Signale verstärken, werden alle Mobilfunknetze entlang der Strecken genutzt. Das Steuerungssystem greift auf die jeweils schnellsten Netze (LTE, UMTS) zu und kann die Kapazitäten mehrerer Netzbetreiber bündeln. So stellt der schnelle Wechsel der Funknetze bei bis zu Tempo 300 für die bis zu 800 Reisenden in einem ICE, die gleichzeitig ins Internet wollen, kein Problem dar. WLAN steht Fahrgästen sowohl in der 1. Klasse als auch in der 2. Klasse kostenlos zur Verfügung. Die Surfgeschwindigkeit in der 1. Klasse ist etwas höher, in der 2. Klasse gilt zudem ein Datenlimit von 200 Megabyte (MB) pro Tag und Gerät. Mit dieser Datenmenge lassen sich auch bei einer mehrstündigen Fahrt problemlos E-Mails mit Anhängen senden und empfangen, Fahrgäste können chatten und Seiten im Internet aufrufen. Wenn die Grenze von 200 MB erreicht ist, wird die Verbindung langsamer, das Tempo liegt dennoch deutlich über 28 Kilobit pro Sekunde. Insgesamt wurden rund 100 Millionen Euro in das neue WLAN im ICE investiert. Für weitere 80 Millionen Euro wird bis Ende 2018 schrittweise auch die Technik zum Telefonieren an Bord der ICE-Züge und ausgewählter 1.Klasse-Wagen der IC-Flotte auf den modernsten Stand gebracht. Reisende profitieren dabei von einem deutlich besseren Empfang nicht nur zum Telefonieren, sondern auch um über die Mobilfunknetze mobiles Internet zu nutzen.

In 127 Bahnhöfen in ganz Deutschland und in den DB Lounges bietet die Deutsche Bahn Reisenden und Besuchern ebenfalls kostenfreies WLAN.

Das ICE Portal öffnet sich als Startseite beim Verbinden mit dem WLAN an Bord. Das Programm bietet alle wichtigen Informationen zum Zug, zum Streckenverlauf sowie umfangreiches Infotainment. Reisende erhalten im ICE Portal neben Zuginformationen wie Pünktlichkeit des aktuellen Zuges und des Anschlusszuges, GPS-Zugposition und Reisealternativen, auch aktuelle Nachrichten der Tagesschau sowie Tipps und Angebote rund um die schönsten Reiseziele. Das Bordprogramm bietet verschiedene Informationsbereiche sowie einen elektronischen Kiosk mit verschiedenen Zeitungsangeboten, Hörbüchern und Hörspielen. 50 wechselnde Kinofilme und Serienepisoden runden das Angebot ab. Hierfür wurde mit maxdome eine langfristige strategische Partnerschaft geschlossen.

Die Mobilitätsplattform Qixxit ist ein mobil verfügbarer Reiseberater, der die gesamte Reisekette neutral und anbieterübergreifend abbildet und alle Verkehrsmittel vom Flugzeug, über Bahn und Fernbus bis zum Mietauto berücksichtigt. Über Filter können Nutzer die für ihr jeweiliges Mobilitätsbedürfnis optimale Reisekette auswählen. Mit Hilfe der Echtzeit-Fahrtdaten der DB sowie umfangreicher Verkehrsinformationen für die Straße ist Qixxit in der Lage, kurzfristig auf Störungen zu reagieren und effiziente Verbindungsalternativen zu ermitteln. Qixxit ist als Projekt im DB-Konzern entstanden und genießt seit Ende 2016 als ausgegründete Firma unter dem Dach der DB Digital Ventures unternehmerische Selbständigkeit und somit noch höhere Freiheitsgrade. Ziel ist es, eine verkehrsmittelübergreifende Plattform für alle Wege von A nach B zu entwickeln.

DB Schenker treibt die digitale Transformation seines Geschäftsmodells voran und investiert 25 Millionen US-Dollar in die Online-Plattform uShip für Speditions- und Transportdienstleistungen. „Der Ausbau unserer erfolgreichen Kooperation wird unser Transport-Management schneller, einfacher und effizienter machen und uns helfen, als Marktführer im europäischen Landverkehr noch größere Frachtvolumen zu bewältigen. Außerdem wollen wir so in hohem Tempo neue Wachstumschancen abseits unserer traditionellen Geschäftsmodelle entwickeln und ergreifen“, sagte Jochen Thewes, CEO der Schenker AG.

DB Schenker Carry Pick ist ein von der schweizerischen Firma Swisslog entwickeltes und von DB Schenker eingeführtes automatisiertes Lagerungs- und Ware-zum-Mitarbeiter-Kommissionierungssystem. Das System setzt sich zusammen aus mobilen Regalen, der Kommissionierung und Transportrobotern.

Die DB Schenker smartbox hilft die Transport- und Lagerprozesse zu verbessern und bietet erhöhte Sicherheit anhand der Übertragung von Informationen, die dadurch erfassbar und auswertbar sind. Je nach Produkt können Daten über die Einflüsse auf die Container oder Packstücke entweder in Echtzeit während der Transporte online aufgezeichnet, oder nach dem Transport über eine USB-Verbindung ausgelesen werden. Individuelle Reports und Statistiken stellen die Ergebnisse übersichtlich dar.

„Building Information Modeling“ (BIM) heißt das digitale Bauen bei der DB. Die Methode wird ganze Bahnstrecken mit allen Brücken, Tunneln, Bahnhöfen sowie der technischen Ausrüstung von der ersten Idee bis zu Betrieb und Instandhaltung begleiten. Die Methode baut auf Transparenz, Vertrauen, Offenheit und Kooperation aller Projektpartner – von der Projektidee bis zur Inbetriebnahme und darüber hinaus. In der Planungs- und Bauphase vereint BIM die 3D-Planung mit Daten zu Kosten und Terminen. Erst digital, dann real bauen: Das zeigt Konflikte im Bauablauf, lange bevor die Baustelle eingerichtet wird. Das macht das Projekt für den Bürger verständlicher und zeigt dem Projektleiter Risiken für Kosten und Termine, bevor sie entstehen. Die Deutsche Bahn als größter Infrastrukturbetreiber in Europa treibt das digitale Bauen voran, weil damit die Qualität steigt, Kosten und Termine besser beherrscht und am Ende der Aufwand für Planen, Bauen, Betrieb und Instandhaltung gesenkt werden können. 

Mit dem „Fiber Optic Sensing“ hat die Bahn künftig das Ohr am Gleis. Die neue Technologie macht Schallwellen durch Lichtreflexe sichtbar. Dafür sendet ein neben den Gleisen liegendes Glasfaserkabel Informationen über auftretende Geräusche an der Strecke – und dies fast in Lichtgeschwindigkeit. Einmal analysiert, können die Daten nicht nur Aufschluss über den Zustand der Anlagen sondern auch zu den Zügen geben.

Infografik: Fiber Optic Sensing

DB Schenker und MAN arbeiten gemeinsam an der Entwicklung vernetzter Lkw-Kolonnen für den Einsatz in der Logistik.  Erstmals werden Lkw-Kolonnen im Regelbetrieb von DB Schenker über mehrere Monate von Berufskraftfahren im realen Straßenverkehr getestet. In der im Frühjahr 2018 beginnenden Testphase werden DB Schenker- und MAN-Platoons auf dem „Digitalen Testfeld Autobahn“ auf der A 9 zwischen den DB Schenker-Niederlassungen München und Nürnberg eingesetzt..

Unter Platooning versteht man ein Fahrzeug-System für den Straßenverkehr, bei dem mindestens zwei Lkw auf der Autobahn mit Hilfe von technischen Systemen in geringem Abstand hintereinander fahren können. Das führende Fahrzeug gibt Geschwindigkeit und Richtung vor. Der Abstand zwischen den einzelnen Trucks beträgt ca. zehn Meter. Das Ziel ist, durch das Windschattenfahren eine Kraftstoff-Einsparung von bis zu zehn Prozent für den gesamten Platoon zu erreichen und die CO2-Emissionen zu reduzieren.