Internet of Things

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Wenn Aufzüge, Loks und Uhren sprechen lernen

Alles ist vernetzt: Geräte und Maschinen kommunizieren miteinander, tauschen Informationen und Daten aus. Das gilt auch zunehmend für Weichen, Aufzüge oder Rolltreppen bei der Deutschen Bahn. Möglich wird das durch moderne Sensorik und leistungsfähige Übertragungsnetze.

Am Anfang war ADAM

Die DB setzt Sensoren gegenwärtig vor allem in der Instandhaltung von Bahnanlagen ein. Eines der ersten IoT-Projekte war ADAM (Ausbau Digitalisierung im Anlagenmanagement). 2016 stattete die DB alle Aufzüge und Fahrtreppen mit einem Kommunikationsbaustein zur Fernüberwachung aus. Dieser Baustein erfasst permanent den Zustand von Aufzügen und Fahrtreppen und übermittelt diese Daten an die Betriebszentrale. Störungen werden sofort ersichtlich. So können Ausfälle schneller behoben werden. Anfang 2018 lag dadurch die bundesweite Verfügbarkeit von Aufzügen und Fahrtreppen bei rund 97 Prozent.

Datenvielfalt erkennen, übertragen, analysieren

Visuelle Sensoren, Gewichtssensoren, Gravitationssensoren – die Bandbreite an Sensoren, die nahezu alle erdenklichen Zustandsdaten erfassen, ist sehr groß. Die erfassten Daten sind jedoch nur von Nutzen, wenn sie auch schnell dort ankommen, wo sie analysiert werden. Hier profitiert die DB von der zunehmenden Leistungsfähigkeit der Kommunikationsnetze, die eine immer schnellere und leistungsfähigere Datenübertragung ermöglichen. Mit der DB IoT Cloud hat die DB Systel eine einheitliche IoT-Plattform für die DB entwickelt, die Zugriff auf die übertragenen Informationen ermöglicht und deren Funktionen sich je nach Bedarf anpassen und erweitern lassen.

Damit Loks und Wagen störungsfrei rollen und Uhren richtig ticken

Die DB IoT Cloud ist zum Beispiel bei DB Cargo im Einsatz und verarbeitet die Zustandsdaten von Loks und Güterwagen, die über Sensoren erfasst werden. Bis 2020 sollen 2.000 Loks und die komplette Güterwagenflotte von rund 70.000 Wagen mit Sensoren ausgestattet sein. Das folgende Video zeigt Beispiele, wie DB Cargo Sensorik und IoT nutzt:

Auch die Funkübertragungstechnologie LoRaWAN™ eignet sich aufgrund ihrer hohen Reichweite von mehr als zehn Kilometern besonders gut für IoT-Anwendungen und das bei deutlich niedrigerem Energieverbrauch als die bisherigen Technologien. Ein Anwendungsbeispiel sind die Bahnhofsuhren

Satelliten in Brotdosen-Größe

Im Oktober 2018 hat sich die DB zudem am kanadischen Startup Kepler Communications beteiligt, das das Internet der Dinge mithilfe eines Satellitennetzwerks weltweit verfügbar machen will – unabhängig von Mobilfunkmasten, Ländergrenzen und Roaming-Abkommen. Kepler bringt dafür 140 Kleinsatelliten in Brotdosen-Größe in eine erdnahe Umlaufbahn. Die Satelliten ermöglichen globale Standortbestimmungen und die Übertragung von Daten, beispielsweise auch über den Zustand von Waren bei einem Transport mit Güterzügen oder LKW durch mehrere Länder. In Kombination mit den Kepler-Empfangsstationen am Boden könnten damit ab 2022 rollende Container über Sensoren in Echtzeit kommunizieren. Für Logistikkunden hieße das: Höhere Qualität entlang der Lieferkette und eine lückenlose Sendungsnachverfolgung im globalen Warenverkehr.