Ferndiagnose per Fluggerät

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Ferndiagnose per Fluggerät

Die DB setzt auf Weiterentwicklung von Drohnentechnologie zur effizienteren Inspektion ihrer Infrastruktur

In Ingolstadt werden künftig Drohnen und Flugtaxis erprobt. Auch die DB beteiligt sich an der von der EU-Kommission geförderten Urban Air Mobility-Initiative. Im Fokus stehen mögliche Einsatzgebiete und die Gestaltung der Rahmenbedingungen. Partner des Projekts sind etwa auch Audi und Airbus, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das BMVI oder die Europäische Agentur für Flugsicherung.

Fliegen, damit die Bahn fährt

Die Multicopter-Flotte der DB trägt bereits heute dazu bei, dass Bahnkunden pünktlich und verlässlich ihr Ziel erreichen und die Modernisierung des Schienennetzes in Deutschland schneller voran geht. Die Luftaufnahmen der rund 20 Multicopter liefern digitale Daten, die vorrangig zur Vegetationskontrolle an Bahnstrecken, zur Inspektion von Brücken und Bahnhöfen oder zur Erstellung von 3D-Modellen für Bauprojekte genutzt werden.

Multicopter-Einsatz bei der Deutschen Bahn

Aktuell liegt das Potential der Drohnentechnologie für die DB vor allem in der Inspektion des 33.000 Kilometer langen Streckennetzes.

Um künftig noch schneller zu werden und mit dem Drohneneinsatz einen echten Mehrwert für die Infrastrukturüberwachung zu leisten, sollen Multicopter künftig auch „außer Sicht“ fliegen. So können die Ursachen von Störungen in Zukunft nicht nur sehr viel schneller und wirtschaftlicher als bisher, sondern auch präziser und flexibler, quasi „per Ferndiagnose“ mittels Langstreckendrohnen ermittelt werden. Das Fliegen im BVLOS-Betrieb (Beyond Visual Line of Sight, also „außer Sichtweite des Steuerers“) ist das erste Pilotprojekt, das die DB gemeinsam mit den Partnern im Urban Air Mobility-Testfeld umsetzt. Ein erster sechs Kilometer langer Testflug fand im März 2019 in Sachsen-Anhalt zur Inspektion einer Stromleitung statt.

Mobilität in der dritten Dimension

Lärm, Feinstaub, Flächenverknappung, Stau – die individuelle Mobilität stößt besonders in Städten zunehmend an ihre Grenzen und die Anforderungen an Mobilität steigen. Zudem wohnen immer mehr Menschen in Städten, was wiederum mehr Verkehr zur Folge hat. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, bedarf es innovativer Mobilitätslösungen. Die dritte Dimension, also der Luftraum, wird für die innerstädtische Mobilität und Logistik zum wichtigen Faktor und ist deshalb auch Teil des Modellprojekts Ingolstadt. Für die Deutsche Bahn ein spannendes Thema, das wir von Anfang an begleiten und gestalten wollen. Die Region Ingolstadt eignet sich nicht nur wegen der dort ansässigen Unternehmen, etwa Audi und Airbus, sondern verfügt auch über die nötigen Flächen, die als Testfelder zur Verfügung stehen.