Heiraten wo Könige warteten

Stage

Heiraten wo Könige warteten

"Ja-Wort" im Wartesaal

Imposant und standesgemäß ruht er noch, der „Wartesaal für Allerhöchste Herrschaften“ (auch Königs-Salon genannt), bereit für Heiratswillige, sich das Ja-Wort zu geben. Bis Anfang des Jahres 2020 erhält der Saal noch das entsprechende Interieur und Bestuhlung. Bis zu 35 Gäste erleben dann zusammen mit dem Traupaar 30 Minuten lang ihre ganz besondere Trauung - in historischem Ambiente mit besonderem Flair.

Königssaal DB Museum Nürnberg

Der Königs-Salon stammt aus dem alten Nürnberger Centralbahnhof und ist ein wertvolles Zeugnis deutscher Architekturgeschichte: Die reich verzierte Vertäfelung der Wände und Decken ist bis heute erhalten und macht den Saal zu einer stimmungsvollen Lokalität für Eheschließungen.
Im Jahr 1860 ordnete der bayerische König Max II. an, dass im Mittelbau des Nürnberger Centralbahnhofs eine „angemessene Wartelokalität für Allerhöchste Herrschaften“ einzurichten sei. Friedrich Bürklein, Architekt unter anderem des Fürther Rathauses, errichtete daraufhin einen neogotischen Saal, der Kaiser, Königen und Adligen vorbehalten sein sollte. Als der alte Bahnhof dem 1906 eröffneten Neubau weichen musste, konnte der prächtige Wartesaal erhalten werden. Im Neubau des Verkehrsmuseums, der 1925 eröffnet wurde, erhielt er einen eigenen Raum.

Zur Historie

Etwa an Stelle des heutigen Nürnberger Hauptbahnhofes stand bis 1906 der ehemalige Centralbahnhof, der zwischen 1844 und 1847 entstanden ist. Der im neogotischen Stil errichtete Bahnhof umfasste neben Wartebereichen 1., 2., und 3. Klasse auch einen Königs-Salon oder „Wartesaal Allerhöchster Herrschaften“. Im Jahr 1860 ordnete der bayerische König Max II. an, dass im Mittelbau des Nürnberger Centralbahnhofs eine „angemessene Wartelocalität für Allerhöchste Herrschaften“ einzurichten sei. Mit der Ausführung beauftragte er den Architekten Friedrich Bürklein (1813-1872). Dieser hatte bereits ähnliche Wartesäle, auch „Fürstenzimmer“ genannt, gestaltet, die König Maximilian seit seinem Regierungsantritt im Jahr 1848 in zahlreichen bayerischen Bahnhöfen hatte einrichten lassen. Damit setzte sich der Monarch bewusst von seinem Vorgänger Ludwig I. ab, dem derartige Wartebereiche als Verschwendung erschienen waren. 

Den 1864 fertig gestellten Wartebereich im Nürnberger Bahnhof stattete Bürklein mit neugotischem Dekor aus, um ihn an den Baustil des Empfangsgebäudes anzupassen. Neben einem zentralen Salon umfasste der gesamte Bereich Toiletten, Waschräume, einen Vorraum und einen Raum für Bedienstete. Die Baukosten betrugen insgesamt 31.000 Gulden (nach heutiger Kaufkraft etwa 1,5 Mio €), davon 5.000 Gulden für das Mobiliar. Mit dem zunehmenden Eisenbahnverkehr wurde der nur selten genutzte königliche Wartebereich zu einem Hindernis für den Strom der Reisenden, so dass er im Jahr 1881 in den westlichen Seitenanbau verlegt wurde. Als der alte Centralbahnhof 1903 dem heutigen Bahnhofsgebäude weichen musste, wurde das Interieur des Königsalons ausgebaut. Im neuen Hauptbahnhof fand der Salon keinen Platz mehr, da Fürstenzimmer zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht mehr zeitgemäß waren. Somit wurde der Königs-Salon als historisches Objekt in den 1922 fertig gestellten Neubau des heutigen DB Museums integriert. Die mit reichem Zierrat versehene Decken- und Wandtäfelung aus Ahorn- und Eichenholz stellt ein bedeutendes Zeugnis neugotischer Innenausstattung dar.

Decken und Wandverzierungen im Königs-Salon


Mit bis zu 35 Gästen den Bund fürs Leben schließen 

Heiratswillige können sich ab sofort für eine Eheschließung im DB Museum über das Standesamt der Stadt Nürnberg anmelden. Reservierungen nimmt die Kasse des Rathauses, Hauptmarkt 18, 4. Stock, Zimmer 401 entgegen. Die Eheschließung im DB Museum kostet 350 Euro Aufpreis und findet halbstündig von 10 Uhr bis 13:30 Uhr statt. 

An folgenden Terminen sind Eheschließungen im DB Museum möglich 
 

29. Februar 2020
16. Mai 2020
27. Juni 2020
8. August 2020
12. Dezember 2020