„Im ICE und die Sonne geht auf – unbezahlbar“

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„Im ICE und die Sonne geht auf – unbezahlbar“

Vom Banker zum Triebfahrzeugführer: Mit diesem Wechsel hat sich Marius Bick seinen Traum erfüllt. Warum der Quereinstieg bei DB Fernverkehr genau der richtige Schritt war, erzählt der 23-Jährige im Gespräch.

Herr Bick, Sie haben nach dem Abitur eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht. Wieso ist es nicht dabei geblieben?

Das Beratungsgeschäft wird in den Banken durch die vielen Online-Bankgeschäfte immer schwieriger und dadurch der Druck entsprechend höher. Deshalb habe ich mich umorientiert und bei der DB Systemtechnik in München ein duales Studium zum Wirtschaftsingenieur begonnen. In der Praxisphase habe ich einige Versuchs- und Zulassungsfahrten von Zügen begleitet und die Daten anschließend ausgewertet. Zum Beispiel die vom Rhein-Ruhr-Express. Die Fahrten selbst fand ich viel spannender als die theoretische Arbeit danach. 

Deshalb haben Sie sich dann für einen weiteren Wechsel zum Triebfahrzeugführer entschieden?

Nach dem ersten Semester habe ich mich für den Quereinstieg als Triebfahrzeugführer in Hannover entschieden – und das war goldrichtig. Im Februar habe ich dann mit der neunmonatigen Funktionsausbildung begonnen. Bis zum Abschluss im November war es ein straffes Programm. Es geht wirklich viel um Fachwissen. Hier hat mir meine Erfahrung im Vorfeld sehr geholfen. Und alle Kollegen – denn die haben mir viele Dinge an den Fahrzeugen immer gern auch nach Feierabend erklärt. 

Dann erst einmal herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung. Wie geht es jetzt weiter?

Ich übernehme insgesamt 60 Schichten mit einem Fahrtrainer, bevor ich alleine fahren darf. Das wird etwa im Februar soweit sein. Momentan bin ich viel mit dem IC 2 unterwegs. Besonders schön finde ich die Strecke Richtung Emden. Dorthin ging auch meine Prüffahrt.  

Was haben Freunde gesagt, als Sie von Ihrem Wechsel erzählt haben?

Meine Freunde machen große Augen, wenn ich ihnen erzähle, dass deutlich mehr dazugehört, als ein paar Hebel zu bedienen. Sie finden meine Arbeit grundsätzlich spannend. Natürlich schreiben sie mir auch manchmal eine Nachricht, wenn sie selbst im Zug sitzen und Verspätung haben. Mich selbst ärgern Verspätungen genauso. Ich kann im Einzelfall lediglich versuchen, sie wieder rauszufahren. 
 

Weshalb machen Sie Ihren Job denn besonders gerne?

Es klingt kitschig, aber es ist ein toller Moment, wenn ich morgens mit dem ICE Richtung Nürnberg fahre und die Sonne aufgeht. Das ist unbezahlbar. Natürlich begeistert mich im Alltäglichen auch die Technik, wenn ich zum Beispiel mit 280 km/h auf der Schnellfahrstrecke unterwegs bin. Und dass ich bis zu 800 Menschen sicher von A nach B bringe, damit sie zur Arbeit kommen oder ihre Familie besuchen können, ist ein tolles Gefühl.