Klasse ausgebildet: Mario Winkelbauer ist der Beste

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Klasse ausgebildet: Mario Winkelbauer ist der Beste

Punktlandung: Mit dem herausragenden Prüfungsergebnis 96,75 von 100 möglichen Punkten ist der DB-Kollege Mario Winkelbauer bundesweit bester Azubi des Abschlussjahrgangs 2019 in seinem Ausbildungsberuf geworden. Dabei hatte der 30-Jährige eigentlich eine ganz andere Karriere im Auge.

Mario Winkelbauer absolvierte eine Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Fahrweg (EiB F). Inzwischen arbeitet der 30-Jährige als Fahrdienstleiter im Steuerbezirk 6 UZ Dessau in der Betriebszentrale (BZ) Leipzig. „Natürlich habe ich mich sehr über die Auszeichnung gefreut“, sagt der gebürtige Stendaler. 

Und natürlich über die vielen Glückwünsche und vor allem die Einladung zur zentralen Auszeichnungsveranstaltung in die DB Akademie am Kaiserbahnhof in Potsdam. „Begeistert war ich dort sowohl vom Ambiente als auch den Inhalten“, berichtet er. Die Anstrengungen während der Ausbildung und das intensive Üben vor den Prüfungen haben sich also gelohnt. 

Darauf angelegt, unbedingt Bundesbester zu werden, habe er es aber nicht, so Winkelbauer. „Die Ausbildung hat einfach Spaß gemacht und mich interessiert.“ Wichtig sei, den vermittelten Stoff zu lernen und zu wiederholen. Außerdem müsse man dran bleiben, dafür sorgen, dass das eigene Interesse an der Ausbildung bestehen bleibt. 

Gut fand Winkelbauer, dass der praktische Bezug immer da war: „Schon während der Ausbildung lernt man nicht nur theoretische Fachkenntnisse, sondern auch praktische Fertigkeiten, die für die Tätigkeit wichtig sind.“

Mario Winkelbauer

Dafür, dass er jetzt im Drei-Schicht-System in der BZ Leipzig arbeitet, war für Mario Winkelbauer ein Umweg notwendig. Denn er hatte bereits in Freiburg ein Studium begonnen, wollte Lehrer werden für Geografie und Französisch. Doch er merkte relativ schnell, dass er damit nicht glücklich werden würde.

Hobby zum Beruf gemacht

Also erinnerte er sich an sein Hobby: Schon als 13-Jähriger hatte er sich für Fahrpläne und das vernetzte Bahnsystem interessiert. Ausgelöst wurde dies damals wiederum durch eine Reise von Stendal zu seiner Tante nach Heidelberg. Teenager Mario stellte sich die Tour selbst zusammen – ohne Internet oder Automaten, sondern „althergebracht“ mit selbst im Reisezentrum zusammengesuchten, ausgedruckten Fahrplänen.

„Dieses vernetzte System hat mich damals schon fasziniert“, erinnert sich der heutige Leipziger, der jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt und in der Freizeit gerne in der Natur unterwegs ist. Eine 100 Kilometer lange Harz-Querung in vier Tagen gehört hier zu seinen persönlichen Höhepunkten.

Dass es den Beruf Fahrdienstleiter oder EiB F gibt, hat Mario damals bei einem Beratungsgespräch in der Agentur für Arbeit erfahren. Er informierte sich weiter im Internet und nahm kurz darauf an einem Fahrdienstleiter-Camp in Karlsruhe teil. 

„Dort habe ich dann endgültig Blut geleckt“, schmunzelt er. Mario Winkelbauer bewarb sich und startete im September 2016 mit seiner Ausbildung. Gut erinnern kann er sich auch an sein erstes herkömmliches Stellwerk, auf dem er während der Flächenausbildung Station machte: „Das war in Herzberg/Elster und sehr spannend.“ Danach folgten noch Stellwerke in Falkenberg und Roßlau.

Das Vernetzte ist das Spannende

Damit schließt sich für Mario Winkelbauer auch ein Kreis: Denn es kommt schon vor, dass er jetzt als Fahrdienstleiter in der BZ Leipzig mit seinen damaligen Kollegen in Roßlau telefoniert. Hier kommt auch seine ursprüngliche Begeisterung für seinen Beruf zum Tragen: „Für mich ist und bleibt das Vernetzte das Spannende.“ 

In seinen ersten Monaten als Fahrdienstleiter für elektronische Stellwerke (ESTW) habe er auch schon einige brenzlige Situationen erlebt – bis hin zu Stromausfällen. „Da heißt es dann für mich: schnell reagieren und die richtigen Entscheidungen treffen. Da fragt keiner nach Prüfungsnoten.“

Jetzt will er erst einmal in dem erlernten Beruf arbeiten und sich anschließend weiterbilden und weiterentwickeln. „Konkretes ist nicht geplant, aber das kommt mit der Zeit. Aber ich könnte mir schon vorstellen, später etwas in Richtung Ausbildung zu machen“, sagt der Ausgezeichnete und widmet sich wieder seinen Monitoren.