Die wohl jüngste Ingenieurin der DB

Stage

zurück zur Übersicht

Die wohl jüngste Ingenieurin der DB

Larissa Ströbers bisherige Karriere verlief rasant. Mit nur 20 Jahren ist die Ingenieurin bei DB Services als sogenannte Start-up-Referentin eingestiegen. Mit dem praxisnahen Studium der Versorgungs- und Umwelttechnik bringt sie nun stark nachgefragte Fähigkeiten in das Unternehmen ein.

Gerade einmal 20 Jahre alt und schon Ingenieurin. Larissa Ströber ist vor Kurzem als sogenannte Start-up-Referentin bei DB Services eingestiegen. Ihre bisherige Laufbahn verlief äußerst schnell: Die 4. Klasse konnte sie überspringen, so dass sie schon mit 17 das Abi in der Tasche hatte und bereit für das Studium war. „Ich wollte etwas Technisches machen. Mathe und Physik hatte ich schon auf dem Gymnasium als Leistungskurs“, erklärt die junge Ingenieurin. Auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten zu können, war ihr wichtig. Genau das fand sie im dualen Studiengang der Versorgungs- und Umwelttechnik durch den „Bezug zu erneuerbaren Energien“. Obendrein garantierte ihr die betriebliche Vergütung Unabhängigkeit.

Larissa Ströber

Für die Spezialisierung des Studiengangs interessiert sich auch Falk Fickert, Leiter der Sparte Technische Dienstleistungen Produktionsdurchführung im Regionalbereich Nordost. Die Sparte beschäftigt gemeinsam mit der Produktionsvorbereitung über 530 Mitarbeiter, darunter Techniker, Meister, Ingenieure sowie die dazugehörigen Mitarbeiter fürs SAP-System. Sie deckt die Instandhaltung und Errichtung von Gebäudetechnik ab – das heißt Automatisierungs-, Förder-, Elekto-, HKLS- (Heizung, Klimatechnik, Lüftung, Sanitär), Bau- und Brandschutztechnik sowie das klassische Facility Management. Der Studiengang Versorgungs- und Umwelttechnik der Berufsakademie Sachsen verspricht dafür die passenden Absolventen. „Wir arbeiten mit der Berufsakademie sehr gerne zusammen“, sagt Fickert. Die Leistungen der Absolventen seien top und auch der Fokus auf Umweltschutz könne der Entwicklung des Unternehmens zugutekommen.

Larissa Ströber, sagt Fickert, habe ihr Glück einfach selbst in die Hand genommen. Bereits ein Jahr vor dem Abitur hatte sich die damalige Schülerin informiert und um einen Platz im Team von Falk Fickert beworben. Nach Telefoninterview, Assessment Center und Vorstellungsgespräch stand Ströber für den Spartenleiter als ideale Kandidatin fest. Doch die damals noch Minderjährige brauchte für den Vertragsabschluss die Unterschrift ihrer Eltern. Und die galt es zu überzeugen. Denn das Studium bedeutete auch: Auszug der jungen Tochter in gleich zwei neue Städte – zum Studium nach Glauchau bei Chemnitz und zur Unternehmenspraxis bei DB Services nach Berlin. Fickert vermittelte Ströber kurzerhand an das bestehende Netzwerk seiner Studenten, das Larissa Ströber gerne aufnahm, und besorgte ihr darüber eine Wohnung in Berlin. In Glauchau fand sie unkompliziert im Wohnheim auf dem Campus eine Bleibe. Larissa Ströbers Eltern fiel so die Entscheidung leichter: Sie unterschrieben den Vertrag. Auch die 20-Jährige bereute den Schritt nicht, obwohl nicht alles einfach war: „Für mich war der Wechsel von Akademie zu Arbeit immer eine halbe Weltreise. Aber ich würde es genauso wieder tun.“

Der Studiengang, hinter dem vor allem das Thema Gebäudetechnik steckt, hat eine lange Tradition an der Berufsakademie, die für den Abschluss sogar das Diplom vergibt. Auf das ist Ströber besonders stolz. In den drei Studienjahren hat Falk Fickert die Belegarbeiten von Larissa Ströber begleitet. Auch in die Abschlussprüfung im September sind sie zusammen gegangen – er ist schließlich der Zweitgutachter.

Larissa Ströber

Fickerts erster Bachelor-Student Kai Jonas Steinborn, der das Studium 2015 abschloss und seitdem erfolgreich das Objektmanagement der Berliner Bahnhöfe für die DB Station&Service AG organisiert, betreut die dual Studierenden nebenbei. Parallel sind bei Fickert aktuell vier an der Berufsakademie Studierende beschäftigt. Wichtig ist dem Chef dabei die Geschlechtermischung – auch im großen Team. In drei Jahren wird die frisch gebackene Start-up-Referentin selbst angehende DB-Service-Kollegen betreuen können. „Denn es geht nicht nur um Studieninhalte, sondern auch um das Drumherum. Wir versuchen, etwas fürs Leben mitzugeben“, sagt Fickert. Und auch für ihn selbst ist der Nachwuchs bereichernd: „Ich bleibe nicht zuletzt auch durch die Studenten fachlich up to date. Sie bringen die neuesten Erkenntnisse der Technik mit. Bei der Heiztechnik zum Beispiel hat die Brennstoffzellentechnik das Potential, die Technologie der klassischen Öl-Heizung künftig abzulösen, darauf müssen wir vorbereitet sein.“

Mit seiner Sparte Technische Dienstleistungen möchte Fickert immer mit dem Puls der Zeit gehen. „Wir bedienen die DB-Kundenlandschaft komplett und möchten mit unseren Dienstleistungen das aktuell Mögliche bieten. Zehn Prozent sind außerdem externe Kunden, mit denselben Ansprüchen.“  Um das zu garantieren, braucht er Nachwuchs, der etwas von den neuen Technologien versteht. Entsprechend wichtig sind die Studenten aus Glauchau. Im Gegenzug bietet er den Neulingen Gestaltungsspielraum. „Die jungen Angestellten können sich bei uns nach ihren persönlichen Präferenzen entwickeln. Wir fördern die jeweiligen Kompetenzen und Interessen.“ Die Investition lohnt sich. Denn die Akquise fähiger Mitarbeiter gestaltet sich schwierig für die Sparte Technische Dienstleistungen: Von weiteren 70 neuen Kollegen im letzten Jahr sind allein zwei Drittel über Empfehlungen von Mitarbeitern gekommen.

Als Start-up-Referentin für Gebäudetechnik bringt Larissa Ströber alle Fakten für ein Projekt, sei es die Instandhaltung einer Immobilie oder der Neubau, zusammen, übersetzt diese in SAP und schafft damit schließlich die „Grundlage für alle, die daran arbeiten.“ Chef Fickert drückt es so aus: „Als Start-uplerin ordnet sie das Wissen über die Immobilie, so dass diese geräuschlos angefahren werden kann.“ Wie die Kunden ist auch Ströber zufrieden, wenn all das funktioniert: „Wenn man das Ganze zum Laufen bringen kann.“ Doch sie will nicht nur nach Plan arbeiten. „Mir sind hier und da noch kleine Schwachstellen bei Prozessen aufgefallen. Da möchte ich noch optimieren“, sagt die 20-Jährige selbstbewusst. Der Chef ist stolz auf die wohl jüngste DB-Ingenieurin: „Ich bin mir sicher, dass sie ihren Weg hier gehen wird. Ihr steht alles offen.“ Eine Laufbahn im Team von Falk Fickert kann sie sich neben den guten fachlichen Perspektiven aber auch aus einem anderen Grund vorstellen: „Ich fühle mich hier menschlich gut aufgehoben. Das ist sehr viel Wert.“