Bau und Instandhaltung von Bahnhöfen

Stage

Bau und Instandhaltung von Bahnhöfen

Die DB Station&Service AG ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG und deutschlandweit für den Betrieb von 5.400 Bahnhöfen und 130.000 wartungsrelevanten Bahnhofsanlagen verantwortlich.

Taunusanlage

  

Die DB Station&Service AG ist als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG deutschlandweit für den Betrieb von rund 5.400 Bahnhöfen verantwortlich. Die Aufgabe umfasst u.a. Bau, Betrieb, Instandhaltung und Entwicklung von Personenbahnhöfen. Die mehr als 700 Empfangsgebäude der DB Station&Service AG bieten dem Reisenden gleichermaßen das Tor zur Stadt und den Zugang zum Bahnsystem. Über 20 Millionen Menschen nutzen jährlich die Bahnhöfe als Besucher, Pendler, Reisende.

Jährlich investiert die DB Station&Service AG an die 900 Millionen Euro in den Bau und die Modernisierung von Personenbahnhöfen sowie in deren Instandhaltung. 

Neben der Funktion des Bauherrn nimmt die DB Station&Service AG auch ihre Verantwortung als Betreiber von 130.000 wartungsrelevanten Bahnhofsanlagen wahr. Die DB Station&Service AG verfügt über eine sehr heterogene Anlagenstruktur. Zu den klassischen Bahnhofsanlagen gehören beispielsweise Bahnsteige, Bahnsteigdächer, Zugänge mit Treppen und Rampen sowie Ausstattungselemente, d.h. Wetterschutzhäuser, Beschilderungen, Sitzmöbel, Vitrinen oder Abfallbehälter. Technische Bahnhofsanlagen schließen u.a. Fahrtreppen, Aufzüge, Fahrgastinformationsanlagen, Dynamische Schriftanzeiger, Raumbelüftungs-, Sanitär- und Beleuchtungsanlagen ein.  

Die Mitarbeiter im Bau- und Anlagenmanagement kümmern sich um Gestaltung und Substanzerhalt der DB- Bahnhöfe und verantworten u.a. das fachliche und operative Management von Bahnhofsanlagen. 

Trotz der Bahnreform bleibt der Bund gesetzlich verpflichtet, den Erhalt der Schienenwege zu finanzieren. Dieser Pflicht kommt er vor allem mit der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) nach. Die LuFV ist das zentrale Instrument zur Finanzierung von Investitionen zum Erhalt des Bestandsnetzes. Daneben finanziert der Bund Sonderprogramme und stellt mit dem GVFG-Bundesprogramm eine weitere besondere Finanzierungsquelle für große Projekte des Aus- und Neubaus von S-Bahnstrecken und Bahnhöfen bereit.

Da diese Mittel jedoch nicht ausreichen, um das von den Fahrgästen wie den Aufgabenträgern des Schienenpersonennahverkehrs gewünschte Modernisierungstempo zu realisieren, hat die DB Station&Service AG mit fast allen Ländern Rahmenvereinbarungen zur Co-Finanzierung von Bahnhofsumbauten mit Landesmitteln geschlossen. Diese Rahmenvereinbarungen nehmen zumeist die Form mehrjähriger regionaler Bauprogramme an. In den Ländern ohne Rahmenvereinbarungen fördern Länder und/oder Aufgabenträger notwendige Aus- und Neubaumaßnahmen per Einzelvereinbarung und/oder Förderbescheid.

Die Eigenmittel der DB Station&Service AG werden zum einen aus Stationspreis- und Mieteinnahmen generiert und zum anderen über die DB AG am Kapitalmarkt aufgenommen. Mit diesen werden hauptsächlich Instandhaltungsmaßnahmen an Bahnhöfen sowie die Sanierung von Empfangsgebäuden finanziert, da Bundes- und Landesmittel dort nur begrenzt eingesetzt werden können. Aus dem Vergleich der im Jahr 2018 bei rund 900 Millionen Euro liegenden Stationspreiszahlungen und mit dem fast ebenso hohen Investitionsvolumen wird die Bedeutung von Fördermitteln der öffentlichen Hand deutlich.

Über den Bedarfsplan Schiene werden Aus- und Neubaumaßnahmen für den Fern- und Güterverkehr finanziert. Da die Bahnhöfe entlang der Ausbaustrecken als Folge der Maßnahmen des Netzes betroffen sind, ist dieser Finanzierungstopf auch von Bedeutung für die DB Station&Service AG, wenngleich in untergeordnetem Maße.

Bahnhöfe sind Aushängeschilder für Städte, Gemeinden und die Deutsche Bahn AG. Besonders größere Bahnhöfe dienen als Mobilitätsdrehscheibe und Einzelhandelsschwerpunkt. Das breit gefächerte Angebot an Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie und Dienstleistungen macht moderne Bahnhöfe zu einem beachtlichen Wirtschaftsfaktor und wird von den Kunden geschätzt. Aber nicht nur Reisende, sondern auch das soziale Umfeld profitieren von gepflegten, dynamischen Bahnhöfen.Gemeinsam mit Bund, Ländern, Kommunen und Privatinvestoren setzt die DB Station&Service AG umfangreiche Bauprogramme auf, um der infrastrukturellen Bedeutung der Bahnhöfe und deren Schlüsselrolle bei der Stadtentwicklung gerecht zu werden. Die Programme haben das Ziel, Sicherheit, Sauberkeit und Kundenfreundlichkeit an DB-Bahnhöfen zu steigern.

Die wichtigsten laufenden Bauprogramme der DB Station&Service AG sind unter Bauprogrammen aufgeführt.

Laufende Bauprojekte an Bahnhöfen werden im Bauinfoportal kommuniziert.

Bahnhöfe mit Empfangsgebäuden verlangen heutzutage intelligente Konzepte. Viele alte Immobilien stammen aus der Gründerzeit der Bahn und stehen unter Denkmalschutz. Bedingt durch ihre Funktion in der Vergangenheit sind sie oftmals überdimensioniert. Eine besondere Herausforderung liegt in der energetischen Ertüchtigung, barrierefreien Gestaltung und wirtschaftlichen Nutzbarmachung dieser Gebäude – und, wenn es sinnvoll ist, auch in der Zuführung der Immobilien zu neuen Nutzungsmodellen.   

Die DB Station&Service AG verbessert an ca. 100 Bahnhöfen im Jahr die Barrierefreiheit.

Ambitioniertes ökologisches Engagement zeigt sich in der Verwirklichung der ersten klimafreundlichen Empfangsgebäude in Horrem und Lutherstadt-Wittenberg im Rahmen des Bauprogrammes „Grüner Bahnhof." Das durch das bahneigene Architekturbüro entwickelte Konzept zeichnet sich durch einen CO2-freundlichen Betrieb sowie den Einsatz von Geothermie, Regenwassermanagement, Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen, energiesparenden Lichtkonzepten und Photovoltaik aus. 

Großprojekte wie Stuttgart 21 oder München Hbf sind besondere Herausforderungen für die DB in Gegenwart und Zukunft. Jüngste abgeschlossene Beispiele für Modernisierungen von komplexen Verkehrsstationen und/oder Empfangsgebäuden sind: Münster Hbf, Hildesheim Hbf, Passau Hbf oder Berlin Ostkreuz.