„Das Wichtigste ist, an den Bahnhöfen präsent zu sein“

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„Das Wichtigste ist, an den Bahnhöfen präsent zu sein“

Während des GDL-Streiks stehen erneut viele Personenzüge still. Das bedeutet auch wieder Ausnahmezustand für Mitarbeitende der Deutschen Bahn – wie für Tobias Walter, Leiter des Regionalbereichs Mitte/Südwest bei DB Sicherheit, und sein Team. Sie sorgen dafür, dass an den Bahnhöfen trotzdem alles in geregelten Bahnen verläuft.

Mit Streiks und stressigen Situationen kennt Tobias Walter sich bestens aus. Bevor er zur DB kam, arbeitete er als Stationsleiter im Bereich Passagierkontrolle am Frankfurter Flughafen, der regelmäßig bestreikt wird. Nun erlebt er die Situation bei der Bahn: Güterzüge stehen still und auch große Teile des Personenverkehrs. Das wirkt sich auch erheblich auf die Arbeit von DB Sicherheit aus. Doch der 44-Jährige bleibt gelassen: „Wir haben das gut organisiert“, sagt er. 

Was im Einzelnen zu tun ist 

Feste Abläufe für die Streikvorbereitung, erklärt der Sicherheitsprofi, gebe es nicht. Das ist auch gar nicht möglich: „Es kommt immer darauf an, was bestreikt wird und wo. Deshalb sind wir im Austausch mit anderen betroffenen Geschäftsfeldern, um im Vorfeld schon Vorbereitungen zu treffen, wo es möglich ist.“ Beispielsweise wurden in der Woche vor der ersten Streikwelle die Sicherheitsstreifen in Baden-Württemberg neu organisiert, etwa Schichten von den kleinen Bahnhöfen abgezogen und auf die Hauptverkehrsstationen umgeplant, da dort mehr Fahrgäste unterwegs sind. Das war auch der wichtigste Aspekt bei der Vorbereitung auf die aktuelle Streikwelle: Die Kolleg:innen sind an stark frequentierten Bahnhöfen im gesamten Regionalbereich im Einsatz, die Streifen so geplant, dass sie sich möglichst wenig zwischen den Stationen bewegen müssen. 

Wir sind für unsere Kolleg:innen und Fahrgäste da 

„Wenn es losgeht, ist das Wichtigste, an den Bahnhöfen Präsenz zu zeigen und die Kollegen und Kolleginnen dort abzusichern“, sagt Walter. Zusätzlich unterstützt DB Sicherheit die Service-Kolleg:innen an den DB Informationen und hilft gestrandeten Fahrgästen mit Reiseauskünften weiter. Gelegentlich müssen auch überfüllte Züge teilgeräumt werden – eine besonders unangenehme Aufgabe, wie Walter betont.  

Hinzu kommt, in der Fläche gestrandete mobile Teams von DB Sicherheit an die jeweiligen Stationen zurückzubringen sowie abgestellte Züge und die Aktionen der streikenden Kolleg:innen vor Ort zu sichern. 

Die meisten Fahrgäste bleiben entspannt 

An den Stationen bleibt es zumeist ruhig: „Die Fahrgäste nahmen alles sehr gelassen hin, da haben wir mit mehr Reaktionen gerechnet“, so Walter über die Stimmung vor Ort während der ersten Streiktage. 

Die Mitarbeitenden der DB Sicherheit sind mit vollem Einsatz dabei. Tobias Walter ist stolz auf seine Truppe: „Viele kommen mit dem Zug zur Arbeit. Doch selbst wenn sie sich aufgrund der aktuellen Situation zum Dienstbeginn verspäten, sie kommen. Alle sind da und machen ihren Dienst engagiert und motiviert. Es freut mich, wie professionell sie mit dieser stressigen Situation umgehen. Diesen Einsatz weiß ich wirklich zu schätzen.“