Besser lackieren in Neumünster

Stage

Stage

Besser lackieren in Neumünster

Die alte Kleinteilelackieranlage der DB Fahrzeuginstandhaltung, Werk Neumünster, stammte noch aus den 1990er-Jahren. Seit einigen Wochen steht nun eine neue Anlage im Werk. Sowohl Umwelt als auch DB-Mitarbeitende profitieren von der modernen Technik.

Im August konnte die DB Fahrzeuginstandhaltung (FZI) in Neumünster ihre langersehnte neue Kleinteilelackieranlage in Betrieb nehmen und profitiert seither von dem technischen Upgrade. Die alte stand bereits seit 1996 im Werk und entsprach nicht mehr dem technischen Standard – auch im Sinne der Auswirkungen für die Umwelt war eine Neuanschaffung sinnvoll. Ein Team von rund zehn Personen arbeitet nun täglich Teile wie Zugtüren oder -griffe an der neuen Anlage auf. Diese werden zunächst vom alten Lack befreit und dann neu lackiert. 

„Wir können mit unserer Anlage nicht nur nasslackieren, sondern auch pulverbeschichten. Damit sind wir deutschlandweit die Einzigen bei der Bahn“, erklärt Roman Kofman, Operativer Fertigungsbegleiter im Werk Neumünster. Der 31-Jährige kam vor zwei Jahren zur Bahn und kümmerte sich fortan um die Planung und Neubeschaffung der moderneren Anlage. „Wir halten hier ein breites Spektrum von Zügen instand: von IC-Reisewagen und S-Bahn-Zügen bis zu den Regiozügen der Marschbahn. Auch um die Lebenszeitverlängerung des ICE 1 kümmern wir uns“, berichtet der Fertigungsingenieur. Die Fahrzeuginstandhaltung hat etwa 550.000 Euro in das neue Modell investiert. Es ist umweltverträglicher, effizienter und besser zu bedienen.

Besser für Umwelt und Mitarbeitende

Die neue Anlage bringt gleich mehrere Vorteile. Zunächst werden überschüssige Farbspritzer, die beim Lackieren entstehen, nicht mehr durch Nassabscheidung (Zufuhr von Wasser) beseitigt, sondern in Filtermatten aufgefangen. Das reduziert Spritznebel und vermeidet den sogenannten Lackschlamm – ein Gemisch aus Lack und Wasser, das bisher aufwendig und kostenintensiv entsorgt werden musste. Die Anlage arbeitet außerdem energiesparender als das Vorgängermodell und verfügt über eine Wärmerückgewinnungsfunktion, die weiter zu ihrer Effizienz beiträgt. Im Zuge der Neuanschaffung hat die FZI außerdem Arbeitsprozesse optimiert. Wege sind nun kürzer und die Spritz- und Beschichtungskabinen für leichteres Arbeiten besser ausgeleuchtet und gegen Lärm geschützt. Kofman stellt fest: „Wir sind sehr zufrieden mit den neuen Abläufen und nutzen das Potenzial der Anlage gut aus.“

Wachstum nur mit starker Instandhaltung

In den kommenden Jahren will die Deutsche Bahn in allen Verkehrsbereichen deutlich zulegen. Im Nahverkehr sollen bundesweit beispielsweise jährlich eine Milliarde Fahrgäste mehr reisen. Dafür braucht die DB auch eine starke Instandhaltung: Wenn die FZI Fahrzeugteile schneller aufarbeiten kann, gehen die Fahrzeuge auch schneller zurück auf die Schiene – und tragen zu zuverlässigeren Abläufen im Zugverkehr bei.