Der Hauptbahnhof Cottbus ist Bahnhof des Jahres

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Der Hauptbahnhof Cottbus ist Bahnhof des Jahres

Grund zum Feiern: Der Hauptbahnhof Cottbus ist von der Allianz pro Schiene zum Bahnhof des Jahres 2021 gewählt worden. Die Jury würdigte diesen als modernen, kundenfreundlichen Verkehrsknotenpunkt, der für die nachhaltige Mobilität im 21. Jahrhundert steht. Auch Bahnhofsmanager Jan Henkel freut sich über die Auszeichnung.

Ist der Cottbuser Bahnhof ein Mahnmal gegen den Klimawandel? Diese Frage stellte sich die Bild-Zeitung, als die frisch umgebaute Station im vergangenen Jahr präsentiert wurde: Das Streifenmuster auf der Ostfassade erinnerte den Redakteur an die sogenannten Warming Stripes, die für die voranschreitende Erderwärmung stehen. „Durch diese Geschichte ist unser Bahnhof international berühmt geworden“, erzählt Bahnhofsmanager Jan Henkel schmunzelnd vor dem Gebäude. „Das Design hat aber nichts mit dem Klimawandel zu tun, es greift die blaue streifenförmige Gestaltung von 1978 wieder auf, zusätzlich ist das Rot der Bahn eingeflossen.“ Aber vielleicht ist die Idee vom Bahnhof als Mahnmal gegen den Klimawandel und für mehr grüne Mobilität gar nicht so schlecht?

Neue Fassade in blauen und roten Farbtönen

In jedem Fall findet die Jury der Allianz pro Schiene, dass in Cottbus „etwas Bemerkenswertes entstanden ist“. Aus dem Zweckbau im Stil der 70er-Jahre sei ein moderner und kundenfreundlicher Bahnhof geworden, der die Wünsche und Ansprüche der Reisenden auf vorbildliche Weise erfülle. Die neue Gastlichkeit zeige sich schon am Empfangsgebäude, das nach dem Umbau „aufgeräumt, angenehm und hell wirkt“. Jetzt kürte der Verein die Station deshalb zum Bahnhof des Jahres 2021.

Bahnhofsmanagers Liebling?

Jan Henkel von DB Station&Service ist stolz auf die Auszeichnung. Seit 2018 managt er fast 140 Bahnhöfe in der Region. Die Cottbuser Station ist die größte für Henkel - und flächenmäßig in ganz Brandenburg. Durchschnittlich 15.000 Menschen sind hier jeden Tag unterwegs. Ob der prämierte Bahnhof sein Liebling ist? „Das kann man so nicht sagen, da ich mich um alle Stationen gleichermaßen kümmern muss. Aber durch den Umbau und die Investitionen aus verschiedenen Bahnhofs-Programmen hatten wir natürlich das Ziel, die Station so zu gestalten, dass sich die Reisenden so wohl wie möglich fühlen, gut und komfortabel ankommen und weiterfahren können.“

Dass er sein Ziel erreicht hat, davon konnte sich die Jury der Allianz pro Schiene jetzt überzeugen. Bei ihrem Test beurteilte sie die Station anhand verschiedenster Kriterien – vom Aussehen über die Verknüpfung mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis hin zur Kundeninformation oder der Sauberkeit.

Neues Konzept für die Empfangshalle

Kundenfreundlicher ist der Bahnhof auch im Inneren der Empfangshalle geworden. Er und sein Team haben deshalb dort richtig aufgeräumt und ein neues Konzept für die großzügige Halle entwickelt. Der Bahnhofsmanager zeigt auf die Wände, an denen jetzt Motive aus der Region Reisende dazu einladen, die Stadt und ihre Umgebung zu entdecken.

Während der 43-Jährige durch „seinen“ Bahnhof führt, checkt er mit Adleraugen ganz nebenbei die Lage. „Der erste Eindruck im Bahnhof zählt bei den Reisenden. Nur wo es ordentlich und sauber ist, kann man sich wohlfühlen.“ Der gebürtige Brandenburger hat einen genauen Blick für die Bedürfnisse der Bahnhofsgäste. „Und sicher sind wir auch kundenfreundlichster Bahnhof geworden, weil mein Team von Station&Service und die Kolleg:innen vom Reisezentrum hier jeden Tag ihr Bestes geben.“

Entspannt warten

Gute Noten von der Allianz pro Schiene gab es auch für die großzügigen Fahrradabstellanlagen, die ansprechenden Wartemöbel vor und im Bahnhof sowie die gute Anbindung an den Nahverkehr. Schließlich sind es nur wenige Schritte von der Empfangshalle zum zentralen Busbahnhof mit der Straßenbahnhaltestelle. Und als Knotenpunkt erreichen Züge den Bahnhof jeweils vor der vollen Stunde aus sechs verschiedenen Richtungen.

Pläne für den Bahnhof hat Jan Henkel noch viele im Gepäck. In diesem Jahr steht die Sanierung des Dachs an. Und auf der Südseite wird demnächst eine neue Wartetreppe gebaut. Auf großzügigen kastenförmigen Stufen können die Reisenden dann entspannt in der Sonne sitzen und auf ihren Zug warten.