Ein Brückenbau ohne Grenzen

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Ein Brückenbau ohne Grenzen

Wir machen die Zugverbindung zwischen Polen und Deutschland noch besser. Bei Küstrin-Kietz wurde dafür der Grundstein für die "Neue Oderbrücke" gelegt. Schon Ende 2022 fahren die ersten Züge.

Europa wächst auch auf der Schiene ein Stück weiter zusammen

Den Grundstein für das grenz- überschreitende Bauwerk legten heute in Küstrin-Kietz Vertreter der Bundesrepublik Deutschland, der Republik Polen, des Landes Brandenburg und der DB, darunter Dietmar Woidke, Ministerpräsident Brandenburg, Ronald Pofalla, Infrastrukturvorstand der DB und Jakub Kapturzak vom Ministerium für Infrastruktur Polen.

Ronald Pofalla hob in Küstrin die Bedeutung der Brücke für Europa hervor: „Diese Brücke ist ein Symbol für das Zusammenwachsen Europas - ganz im Sinne des Europäischen Jahres der Schiene.“

Der Brückenbauer

„Es ist ein tolles Gefühl, wenn so ein großartiger Bau, für den man sich seit mehreren Jahren stark gemacht hat, endlich konkrete Formen annimmt“, erzählt Andreas Gollek von DB Netz. Der 62-jährige arbeitet seit 1976 bei der Bahn und gilt als Spezialist für anspruchsvolle Infrastrukturprojekte. „Es wird eine ganz besondere Eisenbahnbrücke, kein 08/15-Bauwerk“, sagt der Projektleiter. Sie entsteht an einem Ort, an dem sich Deutschland und Polen in der Mitte eines Flusses begegnen.“

Preisgekrönter Entwurf

Das Projekt „Neue Oderbrücke“ wurde 2015 bei einem bundesweiten Brücken-Wettbewerb ausgeschrieben. Gewinner war die 260 Meter lange Netzwerkbogenbrücke des Büros Schüßler-Plan Berlin in Zusammenarbeit mit Knights Architects aus London. Sie besteht aus einem 130 Meter langem Stromfeld, an das sich drei Vorlandbrücken bis zur alten Küstriner Festungsmauer anschließen.​​​​​​​

Erste Bogenbrücke mit Carbon-Netzwerk

Damit die Statik stimmt, wird das Netzwerk der Brücke aus Carbon-Zugstäben gefertigt – ursprünglich vorgesehen war Stahl. „Damit bauen wir weltweit die erste Netzwerkbogenbrücke mit Carbonhängern im Eisenbahnverkehr (heavy rail)“, so Gollek stolz.

Die Carbonhänger erlauben nicht nur eine schlanke und materialsparende Konstruktion, sondern lassen auch eine punktgenaue Einstellung der Kräfte zu. Sie können zudem unkompliziert und schnell ausgewechselt werden, ohne dass Schweißarbeiten notwendig sind.

Die alte Oderbrücke

Die neue Querung ersetzt die alte Oderbrücke bei Kostrzyn (Küstrin). Sie wurde bereits 1867/1920 erbaut und nach dem Krieg aus Teilen anderer zerstörter Brücken wiederhergerichtet. Schneller als 30km/h durften die Züge hier seit langer Zeit nicht mehr fahren. Die Brücke ist Teil der Ostbahn – einst eine der wichtigsten Strecken der Königlich Preußischen Eisenbahnverwaltung (KPEV), später gehörte sie der Deutschen Reichsbahn. Sie verband Ost- und Westpreußen mit Berlin. Im Zweiten Weltkrieg war die Brücke stark umkämpft.