Ein Sinnspruch als Gebäude

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Ein Sinnspruch als Gebäude

Die Redaktion von DB MOBIL verrät ihre Lieblingsorte. Diese Woche: die AEG-Turbinenhalle in Berlin

„Weniger ist mehr“ ist ein Sinnspruch, den wir alle dieser Tage zwangsweise beherzigen müssen. Weniger Kontakte, weniger reisen, weniger Möglichkeiten seinen Tag zu gestalten. Da fällt es schwer zu glauben, dass das „mehr“ sein soll. Wie gut eine Zeit ohne Freizeitstress und kostspielige Urlaube tun kann, merken wir vermutlich erst hinterher.

Berühmt wurde der Sinnspruch übrigens durch einen Architekten, und zwar an einem Ort, für den man gar nicht weit reisen muss: in Berlin. Dort befindet sich die AEG-Turbinenhalle, eine formgewordene Parole, wie DB MOBIL Autor Detlef Wittkuhn in der neuesten Folge von „D360 – Lieblingsorte der Redaktion“ schreibt.

„Es ist der Ausspruch ‚Weniger ist mehr‘, er „wohnt“ in der Huttenstraße in Berlin-Moabit, rechts neben Hausnummer 12. Dort steht die Turbinenhalle der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft, kurz AEG, die 1908/09 vom Designbüro Peter Behrens entworfen wurde“, schreibt Autor Wittkuhn auf dbmobil.de.

In diesem Designbüro arbeitete damals ein junger Architekt namens Ludwig Mies van der Rohe und entwarf eine Fassade für das beauftragte Gebäude: Nüchtern sah sie aus, überhaupt nicht würdevoll, wie man das in der Kaiserzeit erwartete, aus Glas und Stahl sollte sie bestehen, Baustoffe, die für eine nie zuvor gesehene Belichtung der Halle sorgten. Behrens entschied über die Entwurfsvarianten, die Mies ihm vorlegte, und urteilte mit dem Bonmot „Weniger ist mehr“.

Heute zählt Mies van der Rohe, der damals 23 Jahre jung war, zu den bedeutendsten Architekten des vergangenen Jahrhunderts. Seiner Maxime, auf allen Pomp zu verzichten, ist er sein Leben lang treu geblieben.

Die Turbinenhalle kann übrigens nur von außen besichtigt werden, da im Inneren der Halle nach wie vor Gasturbinen produziert werden. Aber Sie wissen ja: weniger ist mehr.

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