Wie kleine Krankenhäuser

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Wie kleine Krankenhäuser

Anfang Juni gingen bundesweit die DB-Impfzentren an den Start. Viele Mitarbeitende haben seitdem die Chance genutzt, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Der Aufbau der Impfzentren hat den beteiligten Projektkolleginnen und -kollegen viel abverlangt. „Die Situation mit Covid-19 ist eine, die wir in der jüngeren Geschichte so bei uns noch nicht erlebt haben. Ob wir wollten oder nicht: Wir mussten bei der Suche nach Lösungen ins kalte Wasser springen“, sagt Jessica Meyer. Sie war mitverantwortlich für die Errichtung der DB-Impfzentren in München und Nürnberg. So wie Christine Härtl. Sie ist Leiterin der Verkehrsleitung von DB Fernverkehr in München – und der beiden Impfzentren in Nürnberg und München. Jobs, die es beide in sich haben.  

Wie bringt man ein Impfzentrum zum Laufen?

„Dinge besorgen, die man sonst im Bahnkontext nie besorgt. Räume ausstatten mit medizinischer Ausrüstung, die ursprünglich dafür natürlich gar nicht vorgesehen sind – das muss man erstmal bewerkstelligen“, so Jessica Meyer. Das fängt bei der Frage nach geeigneten Kühlschränken für die sichere Aufbewahrung der Impfstoffe an und hört bei der Einrichtung der benötigten Hard- und Software längst nicht auf. Die Pläne für Impfzentren hatte bei der DB niemand einfach so in der Schublade. Da alle eine gemeinsame Vorstellung von ihrem Ziel hatten, fanden sich aber Lösungen.  

So auch beim Aufbau der DB-Impfzentren in München und Nürnberg, für die Jessica Meyer und Christine Härtl verantwortlich waren. „Die Erwartungen waren hoch. Sowohl unsere eigenen und die der anderen Projektverantwortlichen als auch die der Mitarbeitenden. Und das zu Recht“, sagt Härtl. Sich mit etwas völlig Neuem zu beschäftigen und auf unbekanntes Terrain vorzuwagen, birgt für sie auch eine große Chance. „Wir arbeiten an einem Thema mit, das die Gesellschaft intensiv bewegt.“  

Vor den Erfolg haben die Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt. Allein beim Thema „Räumlichkeiten“ zeigt sich, welche Faktoren zu beachten sind. So muss eine gute Belüftung sichergestellt sein, Internetanschlüsse in ausreichender Anzahl sind nötig, die fachgerechte Abfallentsorgung ist zu gewährleisten und Kontaktflächen müssen leicht zu reinigen und desinfizieren sein. Tische, Stühle, Trennwände, Kühlschränke und IT-Geräte müssen auch mit entsprechend Platz hineinpassen. So könnte man in der Aufzählung noch lange fortfahren. 

Alle bitte auf Position - wir proben!

Wie sah es eigentlich mit einer „Generalprobe“ aus – gab es die überhaupt? „Oh ja, die gab es“, berichtet Christine Härtl mit einem Schmunzeln. „Und sie war sehr wichtig. Man kann sich noch so viel überlegen, aber wie heißt es im Fußball: ‚entscheidend is‘ auf‘m Platz‘. So war es auch bei uns. Wir haben die Abläufe mit Mitarbeitenden direkt vor Ort durchgespielt und den Impfprozess sozusagen einmal durchexerziert. Dabei haben wir sehr viele Erkenntnisse gesammelt und hatten eine steile Lernkurve, und das war auch das Ziel der Probe. Ich hatte seitdem ein klares Bild, wie so ein Impfzentrum in der Praxis funktioniert und was wir noch alles berücksichtigen müssen.“ 

Ganz wichtig sind die Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen an den anderen Standorten der DB-Impfzentren und der gemeinsame Austausch. Niemand stand allein da. Alle Verantwortlichen wollten die Impfzentren pünktlich an den Start bringen, sagt Jessica Meyer: „Das schweißt wahnsinnig zusammen und es ist eine wertvolle Erfahrung.“ Und Christine Härtl ergänzt: „Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man sich auf die Kolleginnen und Kollegen verlassen kann. Und: „Der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es ist spannend, was wir gemeinsam bei der DB alles erreichen können, selbst auf diesem absoluten Neuland für uns alle.“