"Etwas beitragen zu können, ehrt uns"

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"Etwas beitragen zu können, ehrt uns"

Symbolischer Baubeginn: Die DB spendet eine Million Euro für die Erweiterung der Holocaust-Erinnerungsstätte in Yad Vashem.

Yad Vashem beherbergt die weltweit größte und umfassendste Sammlung von Objekten aus der Zeit des Holocaust. Angesichts des beträchtlichen Zuwachses an Gegenständen soll durch den Bau des „Hauses der Sammlungen (aus der Zeit der Shoa)“ auf fast 6.000 Quadratmetern zusätzlicher Raum für die Aufbewahrung, Forschung und Restaurierung geschaffen werden. Gemeinsam mit den vier weiteren Unterstützern aus Deutschland wohnte DB-Chef Richard Lutz am 2. Mai der feierlichen Zeremonie zum symbolischen Spatenstich in Jerusalem bei. "Wir alle wissen, welche tiefen Abgründe sich in der deutschen Geschichte mit dem Nationalsozialismus auftun. Und eine der Vorläuferorganisationen der heutigen Deutschen Bahn - die Reichsbahn - war durch die Deportationen ganz wesentlich an der Ermordung der europäischen Juden beteiligt. Diese Vergangenheit beschämt uns noch heute,“ sagte Richard Lutz in Yad Vashem. Die DB wisse um diese Geschichte, deshalb fördere sie seit langem die kritische Auseinandersetzung mit ihr.

Richard Lutz

Was mit dem Shoah Heritage Campus entsteht, werde helfen, die individuellen Zeugnisse aufzubewahren, sie in Ehren zu halten, zu konservieren und durch Publikationen und Ausstellungen aller Art immer wieder neu respektvoll zum Leben zu erwecken, so Lutz. "Wenn wir als Deutsche Bahn etwas hierzu beitragen können, ehrt uns das sehr." 

Yad Vashem

Anbau für die Sammlung nötig

Ziel des Archivzentrums ist, die Sammlung zu sichern, zu schützen und an die Nachwelt weiterzureichen. Der Deutsche Freundeskreis Yad Vashem hat dafür namhafte Unterstützer gewonnen. Neben der Deutschen Bahn sind das Borussia Dortmund, Daimler, die Deutsche Bank und Volkswagen, die sich mit je einer Million Euro beteiligen. Gemeinsam setzen sie damit ein deutliches Zeichen der Verbundenheit mit den Opfern des Holocausts, in Verantwortung für Vergangenheit und Zukunft und im Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus.

In der Synagoge von Yad Vashem wurden aus Anlass des Holocaust Erinnerungs-Tages 2019 die von den Spendern gezeichneten Papierrollen mit einer feierlichen Zeremonie verwahrt. Eigentlicher Baubeginn des neuen Zentrums ist im August 2019. Seit seiner Gründung 1953 bemüht sich Yad Vashem, die Namen sämtlicher Opfer des Holocaust, Informationsquellen und alle Gegenstände zu sammeln, die helfen können, die Welt über das Schicksal der sechs Millionen Juden aufzuklären, die während des Holocaust ermordet wurden. 

Yad Vashem

Befasst mit der eigenen Geschichte

Seit ihrer Gründung 1994 befasst sich die DB kritisch mit ihrer Vergangenheit. Eigene Ausstellungen des DB Museums oder Kooperationen wie die Wanderausstellung „Sonderzüge in den Tod - die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn“ legen davon Zeugnis ab. Das Mahnmal Gleis 17 am Bahnhof Grunewald in Berlin ist ein wichtiger Ort des Gedenkens. Seit 2002 wird der Wettbewerb „Azubis gegen Hass und Gewalt“ ausgeschrieben. Hier stellen Auszubildende ihr Engagement für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft vor. Mit Spenden an die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ setzt sich die Deutsche Bahn auch für humanitäre Projekte zugunsten ehemaliger Opfer nationalsozialistischer Verbrechen ein oder fördert pädagogische Arbeit wie die des Anne Frank Zentrums.