Der Museumszug zieht weiter

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Der Museumszug zieht weiter

Historische Lok samt Mitropa-Speisewagen • Zwei Jahrzehnte vor der DB-Zentrale in Frankfurt • Ab ins DB Museum Koblenz

Fast zwei Jahrzehnte standen sie vor der DB-Zentrale in der Frankfurter Stephensonstraße, jetzt haben sie sich auf die Reise gemacht: die historische Lok samt Mitropa-Speisewagen. Anlass ist der baldige Umzug der DB in neue Geschäftsräume. Am neuen Standort wird kein Platz mehr für das Denkmal sein. Deshalb heißt es nun ab ins DB Museum Koblenz und zu einer privaten Museumsbahn.

Die Zeit ist gekommen, um weiterzuziehen. 18 Jahre lang wies der Museumszug den Weg zur DB-Zentrale in der Frankfurter Stephensonstraße. Ende dieses Jahres wird die DB das charakteristische Gebäude verlassen und an einen neuen Standort in der Nähe umziehen. Die historische Lok und der Mitropa-Speisewagen haben nun den Anfang gemacht.

Museumszug

Zeitzeugen aus Metall

Beide Teile des Museumszugs standen für den Beginn und die erste Blütezeit des elektrischen Schnellzugbetriebs in Deutschland. Die 85 Jahre alte Schnellzuglok des Herstellers AEG Berlin wurde einst für die Deutsche Reichsbahn gebaut, als eine aus einer Serie von 23 Fahrzeugen. Zum Einsatz kam sie im mitteldeutschen Netz zwischen Magdeburg und Halle/Leipzig. Der historische Mitropa-Speisewagen – ein Schnellzugspeisewagen von Wumag Görlitz, sogenannte Schürzenwagenbauart – war auf dem mitteleuropäischen Fernverkehrsnetz der Deutschen Reichsbahn unterwegs.

Nun gehen Lok wie Speisewagen in den Bestand des DB Museums über. Während die Lok ihre neue Heimat in Koblenz finden wird, wird der Speisewagen künftig wieder zum Leben erweckt – als Dauerleihgabe an die Dreiseenbahn, eine private Museumsbahn im Schwarzwald. Dort wird er wieder fit für den Betrieb gemacht und dann zwischen Titisee und Schluchsee pendeln.

Transport mit Augenmaß

Mal eben einen historischen Zug ohne Schienenanschluss abzutransportieren, ist nicht ganz trivial. So wurde der Umzug im Vorfeld akribisch geplant und vorbereitet. Als erstes rückte ein Schwertransporter an, der zunächst die Lok auflud und bis zur Frankfurter S-Bahn-Werkstatt brachte. Auf dem Weg dorthin musste sie ein weiteres Hindernis in Gestalt der Emser Brücke überwinden. Da sie auf dem Schwertransporter zu hoch gewesen wäre, um unter der Brücke durchzufahren, wurde sie an Ort und Stelle abgeladen und stattdessen auf provisorischen Schienen durchgezogen. Auf der anderen Seite der Brücke ging es dann wieder mit dem Lastwagen weiter.

Die Reise des Wagens gestaltete sich etwas einfacher. Er wurde auf einem zweiten Schwertransporter zur S-Bahn-Werkstatt gebracht. Dort trennen sich nun die Wege der beiden Zugteile, die so lange Zeit gemeinsam in der Stephensonstraße verbracht haben. Während die Lok in Koblenz bleibt, reist der Speisewagen weiter in den Schwarzwald. Dort, in Seebrugg am Schluchsee, fängt er dann sein neues Leben als Teil der Museumsbahn an.