Deutsche Bahn

Mehr als 50.000 Güterwagen rollen leiser durch Deutschland

DB Cargo hat rund 80 Prozent der Güterwagen mit der Flüsterbremse ausgestattet.

Auf deutschen Schienen fahren immer mehr „leise Güterwagen“. Am 5. Februar hat DB Cargo in Köln seinen 50.500. Wagen mit lärmreduzierenden LL-Verbundstoffsohlen umgerüstet. Damit sind nun rund 80 Prozent der DB-Güterwagenflotte in Deutschland mit sogenannten Flüsterbremsen ausgestattet. Diese rauen die Wagenräder deutlich weniger auf als herkömmliche Graugusssohlen. Auf diese Weise werden die während der Fahrt wahrnehmbaren Lärmemissionen um zehn Dezibel reduziert, was vom menschlichen Ohr als Halbierung wahrgenommen wird. 

„Anwohner von Bahnstrecken durch konsequente Reduzierung des Schienenlärms zu entlasten, ist uns ein sehr wichtiges Anliegen. Wir wollen mit unseren Kunden mehr Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene verlagern. Dies kann nur gelingen, wenn wir gleichzeitig im Schienengüterverkehr spürbar leiser werden,“ sagte Alexander Doll, Vorstand Finanzen, Güterverkehr und Logistik der Deutschen Bahn: „Mit der Umrüstung unserer Güterwagen auf lärmarme Bremsen leisten wir hierzu einen wesentlichen Beitrag.“ 

Bis 2020 werden alle rund 63.000 in Deutschland verkehrenden Güterwagen von DB Cargo auf leisen Sohlen laufen. Die Güterbahn wird durch die Umrüstung ihrer Wagen bis 2020 nach Abzug der Förderung mit rund 200 Millionen Euro zusätzlich belastet.
 

Bremssohle Flüsterbremse

Die Mehrkosten entstehen durch die Umrüstung selbst, insbesondere aber auch durch höheren Aufwand bei der Wartung von Güterwagen mit Verbundstoffbremssohlen. Nächstes Jahr sollen weitere rund 7000 Wagen mit modernen Bremssohlen ausgerüstet werden.

"Wir wollen, dass die Bahn für alle ein leiser, guter Nachbar ist - insbesondere im Schienengüterverkehr. Dafür haben wir ein lärmabhängiges Trassenpreis-system eingeführt und fördern die Ausstattung der Waggons mit Flüster-bremsen mit insgesamt mehr als 150 Millionen Euro. Ab Ende des nächsten Jahres dürfen zudem keine lauten Güterwagen mehr auf dem deutschen Schienennetz unterwegs sein. Mit diesen und weiteren Maßnahmen wie der Lärmsanierung schützen wir ganz konkret und hörbar die Menschen entlang der Strecken", sagte Gerhard Schulz, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

Die Lärmsanierung an hochbelasteten Strecken schreitet weiter voran. So investierten Bund und Bahn im Rahmen des freiwilligen Lärmsanierungs-programm im vergangenen Jahr rund 100 Millionen Euro in Lärmschutzwände, Lärmschutzfenster und andere Maßnahmen. 

Konkret bedeutet dies, dass im Jahr 2018 über 40 Kilometer Lärmschutzwände errichtet und über 2.240 Wohnungen mit Schallschutzmaßnahmen ausgerüstet wurden. Insgesamt sind seit Beginn des Programms über 1.800 Streckenkilometer lärmsaniert worden.

Weitere Informationen unter www.deutschebahn.com/laermschutz