Nächster Halt: Kunstbahnhof

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Nächster Halt: Kunstbahnhof

Urlaub in Deutschland: Tipps für Abstecher zu Kunstprojekten im Bahnhof • DB sorgt mit neuen Gestaltungskonzepten für attraktivere Bahnhöfe

Sommerurlaub in Deutschland — dieses Jahr ist Deutschland als Urlaubsland beliebter denn je. Die Auswahl an heimischen Reisezielen ist groß, und wer Kunst und Kultur sucht, muss dabei keineswegs zu kurz kommen. Schon bei Reiseantritt lohnt es sich, die Augen offen zu halten. An vielen Bahnhöfen bundesweit können Reisende und Besucher Kunst entdecken. Mit modernen Lichtinstallationen, farbenfroher Pop-Art oder Wandgestaltung im Streetart-Stil sorgt die Deutsche Bahn für attraktivere Bahnhöfe. Mit der künstlerischen Gestaltung der Bahnhöfe will die DB den Bahnhof zu einem Ort machen, an dem sich Reisende und Besucher gerne aufhalten und wohlfühlen.


Attraktivere Bahnhöfe und weniger Vandalismus

Bahnhöfe prägen das Reiseerlebnis von über 2,6 Milliarden Fahrgästen pro Jahr. Sie sind die erste und letzte Station einer Zugfahrt und fester Bestandteil des Stadtbildes. Für die Modernisierung der Bahnhöfe hat die DB 2019 die Rekordsumme von 1,3 Milliarden Euro in die Hand genommen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Neben verbesserten Reisendeninformationen, kundenfreundlicheren Aufenthaltsmöglichkeiten oder Beleuchtungskonzepten können sich Fahrgäste auch vermehrt über zeitgenössische Kunst an den Stationen freuen. Die individuellen Verschönerungsmaßnahmen führen nicht nur zu einer höheren Kundenzufriedenheit, sondern auch zu einem deutlichen Rückgang von Vandalismus und illegalen Graffiti. Eine sehr zu begrüßende Entwicklung, denn Aufwand und Umweltbelastung sind bei der Entfernung von Graffiti enorm. Ebenso wie die Kosten: Diese lagen 2019 bei 13 Millionen Euro.


Kooperationen mit Museen, Kunstvereinen und Künstlern

Die Kunstprojekte entstehen in Kooperation zwischen der DB und Kunstvereinen, Museen oder Verkehrsverbünden. Die DB beauftragt aber auch Künstler direkt, Bahnhöfe neu zu gestalten. Die Kunstkonzepte setzen sich mit den räumlichen und lokalen Gegebenheiten des jeweiligen Bahnhofs auseinander und setzen dadurch ganz individuelle Akzente: Von poppiger Fassadenkunst mit lokalen Bezügen über Skulpturen und stimmungsvollen Lichtkonzepten bis hin zu Bahnhöfen, die zu temporären Kunstgalerien werden — die Stilvielfalt ist groß.

Einige Beispiele aus ganz Deutschland

Wolfsburg Hauptbahnhof: Kunst-Station – noch bis 16. August 2020

Eine echte Alternative zum Museum bietet die „Kunst-Station“ am Wolfsburger Hauptbahnhof. Der Warteraum des Bahnhofs wurde nach der Sanierung des Gebäudes im Jahr 2006 zur ständigen und für jeden Besucher zugänglichen Galerie umgebaut. Die „Kunst-Station“ war geboren, die weit über die Region hinaus bekannt wurde. In Zusammenarbeit mit der Städtischen Galerie Wolfsburg präsentiert die „Kunst-Station“ halbjährlich wechselnde Ausstellungen, die den Wartebereich zu einem lebendigen Ort zeitgenössischer Kunst machen. Ende März 2020 eröffnete die Ausstellung „driven by dreams“ von Astrid Busch. Die in Krefeld geborene Künstlerin setzt sich in ihrer Wandinstallation mit dem besonderen Charakter des Aufenthaltsbereiches und der Autostadt Wolfsburg auseinander. Durch vielschichtige Überlagerungen von selbst fotografierten Fotos sowie vor Ort gesammelten Material schafft sie eine raumgreifende, ortspezifische Arbeit. Diese ist noch bis zum 16. August 2020 zu sehen.


S-Bahnhof München-Karlsfeld: Geheimnisvolle Unterwasserwelt

Fische, Frösche, Algen und Fabelwesen – das Architekturbüro Peter Bohn + Assoziierte hat im Auftrag der DB die 85 Meter lange Fußgängerunterführung in eine märchenhafte Unterwasserwelt verwandelt. Meeresbewohner und Wasserpflanzen auf weißen und schwarzen Grund weisen den Fahrgästen den Weg zum Bahnsteig. Im einst dunklen und schmuddeligen Tunnel spenden zwei neue künstliche Oberlichter deutlich mehr Licht und verkürzen den Tunnel optisch. Ein weiteres maritimes Detail können die Reisenden am Zugang zum Aufzug, der auf den Bahnsteig führt, entdecken. Dieser wurde grundlegend umgebaut und glänzt nun in neuer Schuppenpracht aus elektropoliertem Edelstahl.

Heidelberg Hauptbahnhof: Monumentale Streetart von PichiAvo

Die Wand in der Eingangshalle zum Nordausgang ziert ab Juli 2020 ein monumentales Kunstwerk des spanischen Streetart-Duos PichiAvo. Die aus Valencia stammenden Künstler haben sich auf die Bemalung riesiger Flächen spezialisiert. In ihrer Wandmalerei, sogenannten „Murals“, vereinen sie Graffiti und Bildthemen griechischer Mythologie und schaffen so eine ganz eigene, unverwechselbare Bildsprache. Für die Gestaltung der 11 x 15m großen Fläche im Hauptbahnhof haben die Künstler gut eine Woche eingeplant. Die rund 46.000 Reisenden, die täglich am Bahnhof unterwegs sind, können vom 21. bis 28. Juli 2020 live miterleben, wie das großformatige Kunstwerk entsteht.­ Das Kunstprojekt ist Höhepunkt des 6. Metropolink Heidelberger Festivals für urbane Kunst 2020.

S-Bahnhof Berlin-Wannsee: Fliesenmosaik von Christoph Niemann 

Ein Mosaik aus 20.000 Fliesen erwartet die Reisenden und Besucher am Berliner S-Bahnhof Wannsee. Im Personentunnel des Bahnhofs hat der Künstler und Illustrator Christoph Niemann eine diese großflächige Installation mit dem schlichten Titel „Wannsee“ geschaffen. Auf einer Länge von zweimal über 40 Metern zeigen Pixel-Bilder verschiedene Szenen aus der direkten Umgebung. Neben sommerlichen Badevergnügen inklusive Segeltörn, Radfahrern und Sonnenbadenden sind auch berühmte Bauwerke des Ortsteils zu sehen wie die Liebermann-Villa, die American Academy oder das Haus der Wannsee-Konferenz.

Fortsetzung folgt...

An dieser Stelle werden wir in den kommenden Tagen und Wochen weitere Kunstbahnhöfe vorstellen. Vorbeischauen lohnt sich!