Deutsche Bahn

Platooning in der Logistikbranche: Pilotprojekt von DB Schenker, MAN und Hochschule Fresenius erfolgreich abgeschlossen

Projektpartner sehen nach Testphase große Potenziale im realen Betrieb

Als weltweit erster Logistikanbieter hat DB Schenker gemeinsam mit MAN und der Hochschule Fresenius den Praxiseinsatz vernetzter LKW getestet. Im Rahmen eines vom Bundesverkehrsministerium (BMVI) geförderten Forschungsprojekts waren Berufskraftfahrer von DB Schenker über sieben Monate mit zwei vernetzten Fahrzeugen auf der Autobahn 9 zwischen München und Nürnberg unterwegs.

Unter realen Bedingungen wurde hier LKW-Platooning getestet: Darunter versteht man ein Fahrzeug-System für den Straßenverkehr, bei dem mindestens zwei LKW auf der Autobahn mit Hilfe von technischen Fahrassistenz- und Steuersystemen in geringem Abstand hintereinanderfahren können. Alle im Platoon fahrenden Fahrzeuge sind digital miteinander verbunden. Das führende Fahrzeug gibt die Geschwindigkeit und die Richtung vor.

Bis Januar 2019 haben die Fahrer rund 35.000 Testkilometer zurückgelegt. Die Forschungsergebnisse wurden im Rahmen einer Pressekonferenz im Mai 2019 der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ergebnisse sind erfreulich: Platooning-Fahrten auf deutschen Autobahnen sind sicher, funktionieren technisch zuverlässig und lassen sich zudem gut im Alltag eines Logistik-Unternehmens einsetzen. Auch die LKW-Fahrer, die über sieben Monate hinweg hinter dem Steuer saßen, ziehen ein positives Fazit: Sie loben vor allem den Fahrkomfort und das allgemeine Sicherheitsempfinden.

Die Projektpartner sehen im Platooning großes Potenzial: Der Einsatz von LKW-Platoons könne zukünftig für eine effizientere Nutzung des Platzes auf Autobahnen, weniger Staus und höhere Verkehrssicherheit sorgen. Durch Weiterentwicklungen könne sich das Potenzial des Platoonings noch zusätzlich erhöhen – denkbar sind beispielsweise neue digitale Geschäftsmodelle in der Logistik. Durch die neue Technik könne sich auch das Berufsbild des LKW-Fahrers ändern: Er wird zum „Platooning-Pilot“, sein Arbeitsbereich verlagert sich vom Fahren hin zum Überwachen. Die notwendige höhere Qualifizierung könne zudem das Image des Berufsbilds aufwerten.