DB-Tochter bringt umgerüsteten Diesel-Bus mit E-Antrieb auf die Straße

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DB-Tochter bringt umgerüsteten Diesel-Bus mit E-Antrieb auf die Straße

Die Deutsche Bahn-Tochter Autokraft hat in Kiel einen von Diesel- auf Elektroantrieb umgerüsteten Bus vorgestellt.

In Schleswig-Holstein ist ab Ende Juni der bundesweit erste von Diesel- auf Elektroantrieb umgerüstete Bus regulär im Einsatz. In Kiel haben wir den Elektrobus jetzt als Teil des Projektes "Pilot zur Umrüstung von Dieselbussen auf Elektroantrieb" (PilUDE) der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Fahrzeug gehört der Deutsche Bahn-Tochter Autokraft.

Der umgerüstete Linienbus des Modells MAN Lions City wird auf verschiedenen Linien in Niebüll unterwegs sein. Er kann rund 200 Kilometer ohne Zwischenladung zurücklegen – aufgetankt wird in der Nacht. Für die Umrüstung wurden Motor, Antriebsstrang, Tank und Getriebe ausgebaut – sowie Achse, Batteriepacks, Nebenaggregate und Steuergeräte eingebaut. 

Das Konzept für die Umrüstung des Fahrzeuges in Schleswig-Holstein ist durch die I SEE Electric Busses GmbH und den GreenTEC Campus in Enge-Sande entwickelt und umgesetzt worden. Getestet wurde der Bus auf dem Gelände des GreenTEC Campus. Geleitet wurde das Projekt, das im Oktober 2018 gestartet und im Dezember 2019 erfolgreich abgeschlossen wurde, vom Technologie- und Innovationsberatungsunternehmen EurA AG.

Elektrobusse erzeugen im Vergleich zu herkömmlichen Dieselfahrzeugen keine direkten Schadstoffe oder Lärm und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Darum treiben wir bei der Deutschen Bahn das Thema Elektromobilität voran. Wir wollen den Verkehr auch jenseits der Schiene von der ersten bis zur letzten Meile klimafreundlicher machen.

Ziel des Pilotprojekts: Schnelleren Umstieg ermöglichen

Mit dem Projekt PilUDE wollen wir einen schnelleren Umstieg auf moderne Antriebe für den Busverkehr ermöglichen. Denn zwar sind auf vielen deutschen Straßen bereits Busse mit elektrischen Antrieben unterwegs – zum Beispiel in Hamburg. Die Hersteller können die Busse aber oft nur in begrenzte Stückzahlen liefern und nicht alle Städte versorgen, die gerne die geräuscharmen und emissionslosen Fahrzeuge einsetzen würden.

Langfristig sollen die Erfahrungen aus dem Pilotprojektes dazu führen, Dieselbusfahrzeuge auf einen batterieelektrischen Antrieb umzurüsten und damit einen Umstieg auf batterieelektrische Busse im öffentlichen Nahverkehr ermöglichen – zu einem geringeren Preis und deutlich schneller als bei der Anschaffung neuer E-Bus-Fahrzeuge.

Unterstützt wurde das Projekt mit Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) und Landesmitteln für die wirtschafts- und regionalpolitische Förderung in Schleswig-Holstein.