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Stuttgart

„Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr wenn das Licht angeht!“

Deutschlandpremiere: S-Bahn Stuttgart startet erste „Dynamische Wegeleitung mit Leuchtstreifen“ • Lichtfaserbeton des Start-ups SIUT zeigt Fahrgästen, wo der nächste Zug hält und die Türen aufgehen

Wenn Fahrgäste im Bahnhof Stuttgart-Bad Cannstatt am Gleis 2 auf die S-Bahnen der Linien 1, 2 und 3 in Richtung Hauptbahnhof warten, sehen sie bunte Lichter blinken. Damit startet bei der Deutschen Bahn ein bundesweit einzigartiges Pilotprojekt: Leuchtende Symbole zeigen vor der Einfahrt des nächsten Zuges, wo der Zug hält und wo sich die Türen befinden. Die Fahrgäste stehen damit am Bahnsteig immer an der richtigen Stelle, das Einsteigen geht zügiger und die S-Bahn kann pünktlicher abfahren.

„Besonders im eng getakteten S-Bahn-Verkehr zählt jede Sekunde. Moderne Mobilität heißt alles auszuprobieren, das unsere Qualität verbessert. Die dynamische Wegeleitung mit Leuchtstreifen verbessert nicht nur den Kundenservice am Bahnhof, sondern soll auch zu lange Haltezeiten vermeiden", sagt Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der S-Bahn Stuttgart.

„Wir begrüßen und unterstützen die Bemühungen der S-Bahn Stuttgart, mit dieser technischen Innovation neue Wege zu gehen“, sagte Wirtschaftsdirektor Dr. Jürgen Wurmthaler vom Verband Region Stuttgart. Die Region hat mit der S-Bahn Stuttgart ein Innovationsbudget vereinbart, aus der die Idee finanziert wird.

Auf einer Länge von 210 Metern sind 670 Lichtfaserbetonplatten mit insgesamt 14.740 Leuchtpunkten verbaut.

Die innovative Lösung basiert auf im Bahnsteigboden verlegten Lichtfaserbetonplatten, die die Berliner Jungunternehmer SIUT im DB StartupXpress, dem Gründer-Förderprogramm der Deutschen Bahn, entwickelt haben. 

„Unser Lichtfaserbeton zeigt Symbole, die intuitiv verständlich sind und mit denen sich Fahrgäste besser orientieren können“ erklärt Vincent Genz, Geschäftsführer von SIUT. „Dank der innovativen Software unseres Londoner Partners OpenCapacity können wir Fahrgästen am Bahnsteig auch anzeigen, in welchen Wagen es noch freie Plätze gibt“.

Leuchtsymbole helfen den Fahrgästen sich besser am Bahnsteig zu orientieren

Die Auslastung wird zunächst in drei Testzügen gemessen. Dazu werden Videodaten der bestehenden Kameras ausgewertet, selbstverständlich nach geltenden Datenschutzvorgaben, und die jeweilige Belegung der Wagen digital übermittelt. Der leuchtende Bahnsteig markiert dann die Position der unterschiedlich stark belegten Wagen mit grünen, gelben oder roten Symbolen. Fahrgäste finden so leichter einen Sitzplatz.

Bei erfolgreicher Kundenresonanz will die DB weitere Bahnsteige in Deutschland zum Leuchten bringen.

Zahlen und Daten
  • Auf der Bahnsteiglänge von 210 Metern an Gleis 2 sind 670 Lichtfaserbetonplatten mit den Maßen 30x30x8 Zentimeter verbaut.
  • 2.010 LED zeigen mit 14.740 Leuchtpunkten zwei Minuten vor der Einfahrt des nächsten Zuges Halte- und Türpositionen an
  • Pulsierende weiße Pfeile weisen Fahrgäste zur gelb markierten Halteposition der unterschiedlich langen Züge. Weiße Unterbrechungen zeigen an, wo sich die Türen befinden.
  • In drei Testzügen wird in Echtzeit die Auslastung, jeweils eine Station vor Bad Cannstatt, erfasst. Anschließend wird Kunden in Bad Cannstatt der Auslastungsgrad über rote, gelbe und grüne Lichtsignale angezeigt.
SIUT
  • Seit 2012 forschen die Gründer von SIUT zu den Komponenten Beton und Licht. 2015 wurde das Start-up in Berlin gegründet und nahm 2016 am Start-up-Förderprogramm der Bahn in der DB mindbox in Berlin teil.
  • Für den ersten leuchtenden Bahnsteig kooperiert SIUT mit dem Londoner Start-up OpenCapacity. Die Firma ermittelt in Echtzeit die Auslastung in Bussen und Bahnen und erstellt Prognosen über Passagierflüsse.
S-Bahn Stuttgart

Die S-Bahn Stuttgart ist Innovationsvorreiter für moderne Mobilität. Unter anderem geht sie bei der Fahrgastinformation mit Monitoren in den Fahrzeugscheiben neue Wege. Weiter können Fahrgäste über QR-Codes in den Fahrzeugen mit ihren Smartphones schnelles Feedback zur Fahrt geben. Und nicht zuletzt machen vier sogenannte Fahrgastinformationsmanager den DB Streckenagent zur idealen Pendler- und Vielfahrer-App der S-Bahn.

DB mindbox

Die DB mindbox ist der Coworking Space der Deutschen Bahn in Berlin. Start-ups und DB-Mitarbeiter arbeiten gemeinsam an Innovationen auf Basis von digitalen Technologien, um das Verkehrsmittel Bahn nachhaltig attraktiver und wettbewerbsfähiger zu machen. Die DB mindbox beheimatet das Programm „DB StartupXpress“, in dem Gründer die Zukunft der Bahn mitgestalten können.