Deutsche Bahn gründet Gesellschaft zur Digitalisierung des Schienennetzes

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Berlin

Deutsche Bahn gründet Gesellschaft zur Digitalisierung des Schienennetzes

Digitale Schiene Deutschland GmbH steuert ab Januar 2020 erste Projekte • DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla: Nehmen jetzt Tempo auf • DB rüstet ICE3-Flotte mit ETCS aus

Die Digitalisierung im deutschen Eisenbahnnetz nimmt weiter Fahrt auf. Mit der Digitale Schiene Deutschland GmbH wird der technologische Wandel auf der Schiene jetzt deutlich vorangetrieben. Die neue Gesellschaft koordiniert die Projekte und bündelt die Zukunftstechnologien. Über die DSD GmbH werden zukünftig Vertreter aus Verbänden, von Eisenbahnverkehrsunternehmen sowie der Bahnindustrie eng zusammenarbeiten. Die neue Organisation wurde heute in Berlin auf dem „Forum Digitale Schiene Deutschland 2019“ rund 190 Branchenvertretern vorgestellt.

Ronald Pofalla, DB-Infrastrukturvorstand: „Wir nehmen damit jetzt Tempo bei der Digitalisierung der Schiene in Deutschland auf. Die Gesellschaft bündelt die Kompetenzen und Kapazitäten des gesamten Bahnsektors, um diese enorme Zukunftsaufgabe gemeinsam zu bewältigen. Eine solche Zusammenarbeit hat es so noch nie gegeben. Jetzt wird die Zukunft der digitalen Schiene greifbar und konkret.“

Forum Digitale Schiene Deutschland 2019

Die DSD GmbH wird ab Januar 2020 den Aufbau des digitalen Bahnbetriebs organisieren und den industriellen Flächenrollout dieser Zukunftstechnologie vorbereiten. Ab 2020 sollen in einem Starterpaket die ersten großen Vorhaben beginnen, bei denen das europäische Zugbeeinflussungssystem ETCS und digitale Stellwerkstechnologie zum Einsatz kommen.

Bahnsektor verabredet „DSD-Rollout-Initiative“

Auf dem Berliner Forum unterzeichneten Vertreter der Bahnverbände und der Politik zudem eine „DSD-Rollout-Initiative“. Damit verabredet der Sektor den organisierten und vertrauensvollen Austausch zu den Themen:

  • Rolloutplan zur Ausrüstung von Infrastruktur mit dem European Train Control System (ETCS) und Digitaler Stellwerkstechnologie (DSTW) beginnend mit dem Starterpaket
  • Rolloutplan zur entsprechenden Ausrüstung der Fahrzeuge
  • Technische Standards und Beschleunigung von Prozessen
  • Finanzierungsmix von Maßnahmen an Eisenbahninfrastruktur und Fahrzeugen
  • sowie Entwicklung des digitalen Bahnbetriebs auf dem Fundament des Rollouts von ETCS/DSTW.

Vor zwölf Monaten war die Digitalisierung von Bahnnetz und Bahnbetrieb beschlossen worden

Das Schienennetz soll in den kommenden Jahren mit ETCS und digitaler Stellwerkstechnologie ausgerüstet werden. Die neuen Technologien versprechen bis zu 35 Prozent mehr Kapazität im deutschen Netz, höhere Qualität und Pünktlichkeit, weniger Kosten in der Instandhaltung und im Betrieb durch die moderne, einheitliche Anlagenarchitektur sowie europäische Interoperabilität der Systeme und einer verbesserten Energieeffizienz.

Digitalisierung – also die Umstellung von konventioneller Signaltechnik auf funkgesteuerten Bahnbetrieb – ist neben dem weiteren Ausbau des Netzes und der Anwendung innovativer Technologien der wichtigste Hebel, um das System Eisenbahn leistungsfähiger und zukunftsfest zu machen.

Das Starterpaket ab 2020 umfasst drei Vorhaben

  • die ETCS-Durchfahrbarkeit des TEN-Korridors Skandinavien–Mittelmeer
  • die Schnellfahrstrecke Köln—Rhein/Main
  • und das Metropolenprojekt S-Bahn Stuttgart.

Diese Maßnahmen erfordern laut einer Machbarkeitsstudie des Bundes bis 2030 Investitionen im Umfang von rund 4,7 Milliarden Euro. Bis 2023 sind zunächst 570 Millionen Euro für die drei Startvorhaben geplant.

DB rüstet ICE 3-Flotte mit ETCS aus

Die DSD GmbH wird auch die Fahrzeugumrüstung auf die neuen Technologien koordinieren. Die Gespräche zur unterstützenden Finanzierung laufen aktuell mit dem Bund.  

Um mit der technischen Entwicklung im Netz Schritt zu halten, rüstet die DB jetzt ihre ICE 3-Flotte mit der Funktechnik aus. 17 Fahrzeuge der Baureihe 407 erhalten bis 2022 die ETCS-Ausstattung. Die Züge sollen auf der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm fahren, in Belgien sowie zwischen Paris und Strasbourg. Die DB investiert dafür rund 30 Millionen Euro. Die neue Technik haben bereits die ICE-Züge an Bord, die Berlin und München verbinden.

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