Fünf Millionen Euro für Yad Vashem: Deutsche Unternehmen unterstützen das neue „Haus der Sammlungen"

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Berlin

Fünf Millionen Euro für Yad Vashem: Deutsche Unternehmen unterstützen das neue „Haus der Sammlungen"

Auf Initiative des Deutschen Freundeskreises Yad Vashem beteiligen sich Borussia Dortmund, Daimler, Deutsche Bahn, Deutsche Bank und Volkswagen mit je einer Million Euro an dem Ausbau der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel.

Yad Vashem beherbergt die weltweit größte und umfassendste Sammlung von Objekten aus der Zeit des Holocaust. Angesichts des beträchtlichen Zuwachses an Gegenständen soll durch den Bau des „Hauses der Sammlungen (aus der Zeit der Shoa)“ zusätzlicher Raum für die Aufbewahrung, Forschung und Restaurierung geschaffen werden. Ziel ist, die Sammlung zu sichern, zu schützen und an die Nachwelt weiterzureichen. Baubeginn des rund 4200 m2 großen Zentrums ist August 2019. Seit seiner Gründung 1953 bemüht sich Yad Vashem, die Namen sämtlicher Opfer des Holocaust, Informationsquellen und alle Gegenstände zu sammeln, die helfen können, die Welt über das Schicksal der sechs Millionen Juden aufzuklären, die während des Holocaust ermordet wurden.

Der Deutsche Freundeskreis Yad Vashem hat für diese bewegende Sammlung namhafte Unterstützer gewinnen können. Borussia Dortmund, Daimler, Deutsche Bahn, Deutsche Bank und Volkswagen beteiligen sich mit je einer Million Euro an dem Ausbau der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel. Mit insgesamt fünf Millionen Euro unterstützen sie als deutliches Zeichen der Verbundenheit mit den Opfern des Holocausts, in Verantwortung für Vergangenheit und Zukunft und im Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus das neue „Haus der Sammlungen (aus der Zeit der Shoa)“.

„Erinnern, Dokumentieren, Forschen und Unterrichten, das sind die Säulen, auf denen Yad Vashem ruht. Sie zu stärken, ist uns Ehre und Verpflichtung. Kommende Generationen sollen wissen, welches Leid Menschen anderen Menschen antun können. Wir setzen uns damit ein für Völkerverständigung, Toleranz und ein friedliches Miteinander“, so teilten Hans-Joachim „Aki” Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung Borussia Dortmund, Eckart von Klaeden, Leiter External Affairs Daimler AG, Ronald Pofalla, Vorstand Deutsche Bahn AG, Thorsten Strauß, Mitglied des Management Committees Germany Deutsche Bank AG, und Gunnar Kilian, Mitglied des Vorstandes Volkswagen AG, heute in Berlin in einer gemeinsamen Erklärung zum Engagement ihrer Unternehmen mit.

Kai Diekmann, Vorsitzender des Deutschen Freundeskreises von Yad Vashem: „Mit mehr als einer Million Besuchern jährlich ist Yad Vashem das weltweite Zentrum des Gedenkens an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Um die damit verbundenen Aufgaben erfüllen zu können, braucht Yad Vashem die Unterstützung vieler. Ich freue mich von ganzem Herzen und danke Borussia Dortmund, Daimler, Deutsche Bahn, Deutsche Bank und Volkswagen, dass sie mit ihrem Engagement den Bau des neuen ‚Hauses der Sammlungen (aus der Zeit der Shoa)‘ fördern und so die Erinnerung an den Holocaust und  das Gedenken an dessen Opfer auch für kommende Generationen zu bewahren helfen.“

Dr. Haim Gertner, Director Yad Vashem Archives: „Das neue ‚Haus der Sammlungen (aus der Zeit der Shoa)‘ wird den Aufbewahrungsraum unserer Tresore für Dokumente, Kunstwerke und Artefakte unter optimalen Bedingungen, meist unterirdisch, erheblich erweitern. Es wird uns ermöglichen, alle Arten von Gegenständen unter Verwendung modernster Technologien zu schützen, um deren Erhaltung zu gewährleisten. Dabei wollen wir ein Gleichgewicht zwischen der Dringlichkeit der Bewahrung und der Notwendigkeit des Austauschs schaffen. Daher geben die Konservierungslabore einen Einblick in die Arbeit der Experten. Auf der unteren Ebene wird der Komplex auch zwei Galerien beherbergen, in denen wir unsere Sammlungen mit der Öffentlichkeit teilen können.“

„Die Nazis waren bemüht, die Juden nicht nur zu ermorden, sondern auch ihre Identität, ihr Andenken, ihre Kultur und ihr Erbe auszulöschen”, so der Vorstandsvorsitzende Yad Vashems, Avner Shalev. „Bei vielen war das einzige, was blieb, Kunstwerke, persönliche Gegenstände, Fotos und Dokumente, die unter den schwierigsten Umständen erhalten blieben und bei Yad Vashem in Verwahrung gegeben wurden, um die Geschichten ihrer Schöpfer und Besitzer zu verewigen. Durch die Konservierung und Ausstellung dieses intellektuellen und spirituellen Vermögens wird das ‚Haus der Sammlungen (aus der Zeit der Shoa)‘ den Opfern ihre Stimme und ihre Identität zurückgeben und sicherstellen, dass sie niemals vergessen werden.”

Warum engagiert sich die Deutsche Bahn AG?

Die DB spendet  eine Million Euro an Yad Vashem in Jerusalem. DB-Vorstand Ronald Pofalla sagte bei Bekanntgabe der Spende in Berlin: „Eine der Vorläuferorganisation der heutigen Deutschen Bahn, die Deutsche Reichsbahn, war ganz wesentlich an der Ermordung der europäischen Juden beteiligt. Die Deutsche Bahn fördert seit langem die kritische Auseinandersetzung mit dieser deutschen Geschichte. Mit der Spende zur Errichtung des Shoah Heritage Campus möchten wir mit dazu beitragen, dass auch in Zukunft an die Leben und Schicksale Einzelner erinnert werden kann.“ 

Was mit dem Shoah Heritage Campus entsteht, solle helfen, diese individuellen Zeugnisse aufzubewahren und durch Publikationen und Ausstellungen aller Art immer wieder neu respektvoll zum Leben zu erwecken, so Pofalla.

Seit ihrer Gründung 1994 befasst sich die DB auch kritisch mit ihrer Vergangenheit. Eigene Ausstellungen des DB Museums oder Kooperationen wie die Wanderausstellung „Sonderzüge in den Tod - die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn“ legen davon Zeugnis ab.

Das Mahnmal Gleis 17 am Bahnhof Grunewald in Berlin ist ein wichtiger Ort des Gedenkens. Seit 2002 wird der Wettbewerb „Azubis gegen Hass und Gewalt“ ausgeschrieben. Hier stellen Auszubildende ihr Engagement für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft vor.

Mit Spenden an die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ setzt  sich die Deutsche Bahn auch für humanitäre Projekte zugunsten ehemaliger Opfer nationalsozialistischer Verbrechen ein oder fördert pädagogische Arbeit wie die des Anne Frank Zentrums.

Weitere Informationen zum Gleis 17.

Über Yad Vashem und den deutschen Freundeskreis Yad Vashem

Der Freundeskreis von Yad Vashem in Deutschland e.V. wurde 1997 in Frankfurt am Main gegründet und hat heute seinen Sitz in Berlin. Als Teil eines internationalen Netzwerkes hat sich der Freundeskreis von Yad Vashem e.V. zum Ziel gesetzt, die Arbeit der Gedenkstätte nach Kräften zu fördern, das Gedenken an den Holocaust und die Lehren, die wider das Vergessen daraus zu ziehen sind, wach zu halten und auf pädagogischem und wissenschaftlichem Gebiet zu vermitteln.

Yad Vashem

Yad Vashem beherbergt die größte und umfangreichste Sammlung von Dokumenten des Holocaust: rund 500.000 Fotografien, über 11.500 Kunstwerke, mehr als 32.000 Artefakte, über 130.000 dokumentierte Zeugenaussagen und rund 210 Millionen Seiten an schriftlichen Dokumenten aus der Zeit der Verfolgung im Dritten Reich. Von Tagebüchern und Briefen bis hin zu offiziellen Dokumenten; von Gemälden und Zeichnungen, im Angesicht des Todes geschaffen, bis hin zu Kinderspielzeugen; von Torarollen bis hin zu groben Werkzeugen, die von Gefangenen in den Lagern benutzt wurden; von Schindlers Liste bis hin zu Lebensmittelkarten; von privaten Fotos und Filmrollen bis hin zu Kleidungsstücken, die auf wundersame Weise die Beschwerden der Flucht überstanden. Yad Vashem trägt die Mahnung in sich und wirkt nach außen: als Zentrum des Erinnerns, der Forschung, als Ort der Ausstellungen, der Information, der Bildung sowie der Völkerverständigung, mit mehr als einer Million Besuchern jährlich.