Grüner Wasserstoff auf der Schiene: Schnellbetankung beginnt Testlauf

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Berlin

Grüner Wasserstoff auf der Schiene: Schnellbetankung beginnt Testlauf

Neuartige Tankstelle wird im Herbst gebaut • DB Energie-Chef Schein: Infrastruktur kommt entscheidende Bedeutung zu • Mobile Anlage ist Teil eines Gesamtsystems aus neuem Zug und Instandhaltung in Baden-Württemberg

Die Deutsche Bahn baut für den verstärkten Einsatz alternativer Antriebe und Kraftstoffe die nötige Infrastruktur auf. Die erste DB-Wasserstofftankstelle für die Schiene ist in den vergangenen sechs Monaten konzipiert worden. Ihr Kernelement, eine neuartige Schnellbetankung, wird ab kommender Woche in einer Laborumgebung erprobt. In mehrwöchigen Tests wird die Grundlage für die erstmalige Zulassung und den Bau des gänzlich neuen Systems gelegt. Ziel ist es, mit der Montage der Wasserstofftankstelle im Herbst zu beginnen, im Sommer kommenden Jahres soll sie in Betrieb gehen.

Die erste Anlage dieser Art ist eine technische Herausforderung: Sie wird die Schnellbetankung von Wasserstoffzügen im eng getakteten Nahverkehr binnen 15 Minuten ermöglichen. Das ist bislang nur bei herkömmlicher Dieselbetankung machbar. Industriepartner sind das Ulmer Unternehmen Wenger Engineering und das Familienunternehmen Wystrach aus Weeze am Niederrhein.    

DB Energie-Chef Torsten Schein: „Mit Ökostrom erzeugter Wasserstoff als Alternative zum Diesel wird ein Wegbereiter für Klimaneutralität. Grüner Wasserstoff kann im Bahnverkehr zum Erfolg werden, wenn schnelle, zuverlässige und konkurrenzfähige Tankzeiten zu herkömmlichen Diesel-Systemen möglich sind. Dieser Tankstellen-Infrastruktur kommt entscheidende Bedeutung zu: Sie ist eine Innovation und wird Maßstäbe setzen.“

Die erste Wasserstofftankstelle der DB Energie wird Teil eines Gesamtsystems aus Tankstelle, einem von Projektpartner Siemens Mobility neu konstruierten Nahverkehrszug und einer für Wasserstoffzüge fit gemachten Instandhaltung von DB Regio. Der klimaneutrale Wasserstoff wird direkt am Einsatzort des neuen Nahverkehrszuges hergestellt. Die Tankstelle, bestehend aus Speicher, Gas- und Pumptechnik, Kühlung sowie Verdichtung für Wasserstoff, ist mobil konstruiert, um schnell weitere Wasserstoffprojekte an der Schiene vorantreiben zu können. Das seit 2020 laufende Verbundförderprojekt unter dem Namen H2goesRail beginnt 2024 den einjährigen Probebetrieb auf der Schiene zwischen Tübingen, Horb am Neckar und Pforzheim.

Jüngst hat der DB-Konzern sein Ziel der Klimaneutralität von 2050 auf 2040 vorgezogen. Alternativen Antrieben und Kraftstoffen kommt dabei große Bedeutung zu, um Dieseltriebzüge im Regionalverkehr zu ersetzen. Vorangetrieben wird auch die Umstellung der Busflotte von DB Regio auf klimafreundliche Kraftstoffe, der Bau neuer Infrastrukturen für Akku-Züge sowie der Einsatz synthetischer Kraftstoffe auf Straße und Schiene.
Mehr Informationen unter: www.deutschebahn.com/h2goesrail und www.deutschebahn.com/mp-gruen.

Im Rahmen des Projekts H2goesRail des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie werden die Deutsche Bahn AG, DB Energie sowie DB Regio mit etwa vier Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich umgesetzt.

Bild (ganz oben): Fotomontage Wystrach