Historische Einigung: Mehr Frauen für den europäischen Bahnsektor

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Berlin

Historische Einigung: Mehr Frauen für den europäischen Bahnsektor

Erstmals Vereinbarung von „Women in Rail“ („WiR“) zur Erhöhung des Frauenanteils in EU-Eisenbahnverkehrsunternehmen • Europäische Transportarbeiter-Föderation (ETF) und Gemeinschaft der Europäischen Bahnen und Infrastrukturgesellschaften (CER) verhandeln Inhalt für europaweit gültige „Autonome Sozialpartnervereinbarung“ • DB-Personalvorstand Seiler: „Abkommen erhöht Attraktivität des Bahnsektors"

Es ist eine historische Einigung zur Förderung von Frauen: Erstmals haben sich Unternehmen und Gewerkschaften auf EU-weit gültige Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils im Schienensektor geeinigt. Bei den sogenannten „Women-in-Rail“-Verhandlungen („Frauen bei der Eisenbahn“ – kurz „WiR“) der Europäischen Sozialpartner ging es darum, die Eisenbahnen deutlich attraktiver für Frauen zu machen. Die Sozialpartner sind hier die Gemeinschaft der Europäischen Bahnen und Infrastrukturgesellschaften (CER) und die Europäische Transportarbeiter-Föderation (ETF).

Die Deutsche Bahn als CER-Mitglied hat die Gespräche zuletzt in der Rolle der Verhandlungsführerin auf Unternehmensseite eng begleitet. DB-Personalvorstand Martin Seiler: „Mit dem WiR-Abschluss von CER und ETF zeigen die Sozialpartner im Eisenbahnbereich auf Europäischer Ebene Verantwortung  und setzen ein Zeichen für mehr Frauen in unserem Sektor. Das WiR-Abkommen unterstreicht die Offenheit des Bahnsektors für insgesamt mehr Diversität bei den Beschäftigten und erhöht seine Attraktivität. Wir bei der Deutschen Bahn werden diesen Impuls aufnehmen. Er verstärkt den von uns bereits eingeschlagenen Weg. Konkret haben wir uns vorgenommen, den Anteil von Frauen in Führung auf 30 Prozent bis 2024 zu steigern. Wir möchten damit nicht nur Vorreiter beim Klimaschutz sein, sondern auch für moderne Beschäftigung und entsprechende Zielsetzung bei den Beschäftigten. Starke Frauen = Starke Schiene.“

Die Verhandlungsdelegationen von CER und ETF haben sich am Abend des 30.06. auf den Inhalt einer entsprechenden „Autonomen Sozialpartnervereinbarung“ auf EU-Ebene geeinigt. Diese steht noch unter einem Gremienvorbehalt. Die Zustimmung gilt aber als sicher, sodass die Unterzeichnung und Inkrafttreten noch im November dieses Jahres erfolgen dürfte. Vorausgegangen waren monatelange Verhandlungen, die durch die Covid-Pandemie bedingt, erstmals rein virtuell erfolgen. In der Vereinbarung sind konkrete Maßnahmen vorgesehen, wie ein europaweites Monitoring und die Förderung von beruflichen Belangen von Frauen.

Hintergrund für die Verhandlungen: Der Frauenanteil bei Europas Bahnen liegt aktuell bei 21 Prozent (DB: 24,4 Prozent). Zum Vergleich: Im 4. Quartal 2020 waren 68 Prozent der Erwerbstätigen in der Europäischen Union Frauen (Quelle: statista.com).

Mehr Informationen zu CER und den „WiR“-Verhandlungen finden Sie hier.