Mit Algorithmen gegen Kartellbetrug - Bahn entwickelt neues digitales Kartell-Screening-Tool

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Presseinformationen des DB Konzerns

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Berlin

Mit Algorithmen gegen Kartellbetrug - Bahn entwickelt neues digitales Kartell-Screening-Tool

Neue Maßstäbe bei der Vermeidung, Aufdeckung und Verfolgung von Kartellen • DB-Vorstand Martin Seiler: „Schäden vermeiden und Lieferanten stärken“ • Erfolgreicher Prototyp geht in die Umsetzung

(Berlin, 14. Dezember 2020) Die Bahn geht neue Wege, um sich und den Markt vor illegalen Kartellabsprachen zu schützen. Das Unternehmen hat ein digitales Kartell-Screening entwickelt, das zukünftig Kartelle unter Lieferanten des Unternehmens aufspüren kann. Seit vielen Jahren ist die DB Vorreiter in Europa bei der Durchsetzung von Kartellschadensersatzansprüchen. Künftig setzt sie mit dem Kartell-Screening-Tool neue Maßstäbe bei der Vermeidung, Aufdeckung und Verfolgung von Kartellen.

Im Jahr 2021 werden bei allen relevanten Vergaben die Angebotsdaten der Lieferanten in das Kartell-Screening-Tool einfließen und von diesem automatisiert geprüft. Die hinterlegten Algorithmen machen auffälliges Bieterverhalten sichtbar.

Martin Seiler, DB-Vorstand Personal und Recht: „Wir sehen uns als großer Empfänger von öffentlichen Fördermitteln in einer besonderen Verantwortung, gegen Kartellabsprachen vorzugehen und überhöhte Preise zu verhindern. Unser neues Kartell-Screening-Tool wirkt wie ein Schutzschirm für eine ganze Branche.“ Die DB hat ein jährliches Einkaufsvolumen von rund 30 Mrd. Euro und arbeitet mit 19.000 Lieferanten zusammen. „Vor uns liegt die Umsetzung des größten Investitionsprogramms für die Schieneninfrastruktur in der Geschichte der DB. Da können und wollen wir es uns nicht erlauben, öffentliche und eigene Gelder durch überhöhte Preise zu verschwenden. Gleichzeitig wollen wir unsere Lieferanten stärken, indem wir eine wettbewerbliche Verteilung von Aufträgen fördern“, so Seiler.

DB-Experten aus den Bereichen Einkauf, Wettbewerbsökonomie sowie Kartell- und Vergaberecht haben innerhalb eines Jahres den Prototyp entwickelt, der jetzt in die Umsetzung gehen wird.

Das Screening-Tool hat einen dreifachen Nutzen: Erstens soll das Risiko der Aufdeckung potenzielle Kartelltäter abschrecken. Zweitens soll eine Grundlage für die Rückforderung überhöhter Preise geschaffen werden. Und drittens sollen die Vergabeprozesse der DB mithilfe der beim Screening gewonnen Erkenntnisse weiter optimiert und auf diesem Wege Beschaffungskosten gesenkt werden.

Das neue Kartell-Screening-Tool unterstützt die DB in ihrem professionellen Lieferantenmanagement, bei dem Lieferanten als Teil des Gesamtprozesses und Teil der starken Schiene verstanden werden. Der Auftrag des DB-Einkaufs ist, die Versorgungssicherheit von Material und Dienstleistungen bei wettbewerbsfähigen Preisen zu gewährleisten und das für alle Bereiche über alle Geschäftsfelder hinweg. Hierbei stellt das neue Kartell-Screening-Tool eine innovative Legal-Tech-Anwendung dar, die Teil der konzernweiten Digitalisierungsoffensive ist.