Weiße Schienen gegen die Hitze: Bahn erprobt Haltbarkeit und Auftragen der Farbe erstmals im laufenden Betrieb

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Frankfurt a.M.

Weiße Schienen gegen die Hitze: Bahn erprobt Haltbarkeit und Auftragen der Farbe erstmals im laufenden Betrieb

Praxistest auf Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover–Würzburg gestartet • Anstrich von tausend Meter Gleis auf Pfieffetalbrücke • Ergebnisse in einem Jahr erwartet • Weiteres Projekt der DB zum Umgang mit Folgen des Klimawandels

Nach den erfolgreichen Tests der kühlenden Wirkung weißer Schienen im Sommer 2019 erprobt die DB jetzt erstmals den Farbanstrich im laufenden Betrieb. Dafür wurden jetzt tausend Meter Gleis auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover–Würzburg mit umweltverträglicher Farbe geweißt. Mit dem Praxistest sollen vor allem Haltbarkeit und Abnutzung der Farbe sowie das Auftragen über größere Entfernungen untersucht werden. Fundierte Ergebnisse werden in einem Jahr erwartet und bilden die Grundlage für eine mögliche Ausweitung des Projektes auf weitere Strecken.

Die DB untersucht seit letztem Jahr die Wirksamkeit von weißer Farbe auf den Schienen. Aufgrund der klimatischen Veränderungen mit lang andauernden, heißen Sommern in Deutschland ist diese Lösung auch für die DB eine Option. Hohe Temperaturen können Schienen und Gleisbett mitunter zu schaffen machen, da sich Stahl bei extremer Hitze ausdehnt. Seit Juli läuft bereits ein Versuch auf einem Testgelände in Königsborn. Die dort generierten Ergebnisse sind vielversprechend: Die weiße Schiene reflektiert mehr Licht und wird daher deutlich weniger heiß als das herkömmliche Modell.

Ort des aktuellen „Farb-Härtetests“ ist die Pfieffetalbrücke nahe Melsungen. Die Wahl auf die 61 Meter hohe, 14 Meter breite Spannbetonhohlkastenbrücke fiel vor allem aufgrund der hohen Zugfrequenz auf der Strecke. Zudem sind das Bauwerk und die darauf liegenden Schienen ganzjährig einer hohen Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Die Zweigleisigkeit bietet ebenfalls perfekte Bedingungen: für den Test wurde ein Gleis im Bereich der Brücke weiß gefärbt, das andere in seiner bestehenden Form belassen. Dies ermöglicht einen direkten Vergleich zwischen den im Stahl beider Schienenstränge gemessenen Temperaturen.

Ein eigens ins Leben gerufenes Expertenteam entwickelt bei der DB weitere Maßnahmen, mit denen sich die Bahn auf veränderte klimatische Bedingungen vorbereitet. Ein Beispiel ist das umfangreiche Vegetationsmanagement, um wetterfester zu werden. Weitere Projekte, die Technik und Anlagen Kühlung verschaffen, sind etwa der Einsatz von Aerogel oder Erkenntnisse aus der Bionik. Im Vordergrund stehen bei allen Maßnahmen, ganz im Sinne der DB-Strategie „Starke Schiene“, die Klima- und Umweltverträglichkeit sowie ein sicherer und zuverlässiger Eisenbahnbetrieb für die Fahrgäste.

Aktuelle Bilder zum Thema sind zu finden im Mediaportal der Deutschen Bahn unter:  www.deutschebahn.com/db-mediaportal