13,6 Milliarden Euro für das Neue Netz für Deutschland

13,6 Milliarden Euro für das Neue Netz für Deutschland

Mit Rekordinvestition macht die DB Netz und Bahnhöfe fit für die Zukunft • DB modernisiert und erneuert rund 1.800 Kilometer Gleise, 2.000 Weichen, 140 Brücken und 800 Bahnhöfe

Artikel: 13,6 Milliarden Euro für das Neue Netz für Deutschland

Mit Rekordinvestition macht die DB Netz und Bahnhöfe fit für die Zukunft • DB modernisiert und erneuert rund 1.800 Kilometer Gleise, 2.000 Weichen, 140 Brücken und 800 Bahnhöfe • Zudem verstärken 4.800 neue Mitarbeitende das Infrastruktur-Team

Für mehr Kapazität im Schienennetz und eine leistungsfähige Infrastruktur setzt die DB ihr Investitionsprogramm „Neues Netz für Deutschland“ konsequent fort. Rund 13,6 Milliarden Euro von DB, Bund und Ländern fließen 2022 in die Infrastruktur. Das sind noch einmal rund 900 Millionen Euro mehr als im Jahr 2021 und somit die höchste Summe, die je innerhalb eines Jahres zur Verfügung stand.

Videostatement von DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla


Aus- und Neubau für mehr Kapazität auf der Schiene 

Neue Güter- und Personenzüge benötigen Platz. Sie brauchen neue, ausgebaute Strecken sowie leistungsfähige Bahnhöfe und Anlagen. Deshalb geht es beim Aus- und Neubau wichtiger Infrastrukturprojekte auch 2022 auf hohem Niveau weiter.

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Wesentliche Richtungsentscheidungen für den Kapazitätsausbau auf der Schiene sind getroffen. Derzeit plant und baut die DB an mehr als 175 Infrastrukturprojekten. Darunter auch die Hochgeschwindigkeitsstrecke Wendlingen–Ulm, die Ende des Jahres planmäßig in Betrieb gehen wird. Die neu gebaute, rund 60 Kilometer lange Strecke ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Inbetriebnahme von Stuttgart 21 und wird die Fahrzeiten bereits ab Dezember dieses Jahres zwischen Stuttgart und Ulm um rund eine Viertelstunde verkürzen. Ebenfalls Ende dieses Jahres soll die gesamte elektrifizierte Ausbaustrecke Oldenburg–Wilhelmshaven in Betrieb gehen. Durch den zweigleisigen Ausbau zwischen Oldenburg und Sande sowie die Elektrifizierung der Strecke können künftig mehr Züge über die umweltfreundliche Schiene zu Deutschlands einzigem Tiefwasserhafen fahren. Die Region profitiert von einer modernisierten Infrastruktur und mehr Zuverlässigkeit im Bahnbetrieb. Gleichzeitig arbeitet die DB in den großen Knoten Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main und Stuttgart. 



Weitere wichtige Projekte für mehr Kapazität sind zum Beispiel:

  • Aus- und Neubau der Strecke Karlsruhe–Basel: Durch den viergleisigen Ausbau der Strecke und die Geschwindigkeitserhöhung auf 250 km/h schafft die DB Platz für mehr Nahverkehr und mehr Güterverkehr. Auch Reisende im Fernverkehr werden profitieren: Sie sparen bis zu einer halben Stunde Fahrzeit ein.
  • 2. Stammstrecke der S-Bahn München: Zur Entlastung der bestehenden unterirdischen Strecke baut die DB auf rund zehn Kilometern eine 2. Stammstrecke unter der Münchner Innenstadt und schafft so mehr Kapazität für eines der größten S-Bahn-Systeme in Deutschland.
  • Ausbau der Strecke Angermünde bis zur polnischen Grenze in Richtung Stettin: Die für Regional- und Güterverkehr wichtige Strecke wird erneuert, elektrifiziert, durchgängig zweigleisig ausgebaut und mit ETCS ausgestattet. Zwischen den Metropolen Berlin und Stettin verkürzt sich die Fahrzeit somit um 20 Minuten.
  • Bau der neuen S-Bahnlinie 4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe: Die DB baut eine komplett neue, 36 Kilometer lange Strecke. So erhalten 250.000 Menschen einen Anschluss an das Hamburger S- und U-Bahn-Netz.

An vielen Stellen im Netz verlängert die DB die Gleise auf Strecken und in Serviceeinrichtungen für 740 Meter lange Güterzüge. In den Ballungsräumen und in den ländlichen Regionen elektrifiziert die DB ihre Strecken weiter. Umwelt und Anwohnende profitieren dort durch deutlich leisere Züge und weniger CO2-Ausstoß der elektrisch betriebenen Züge. Gleichzeitig verkürzt sich meist die Reisezeit durch die antriebsstärkeren Fahrzeuge.

Mehr Tempo dank Digitalisierung 

Die Digitale Schiene Deutschland nimmt 2022 weiter Fahrt auf. Immer mehr Verbindungen, darunter den Knoten Stuttgart oder den Scandinavian-Mediterranean-Korridor von Hamburg über Erfurt und München bis zur österreichischen Grenze stattet die DB mit ETCS, dem modernsten Leit- und Sicherungssystem nach europäischem Standard, aus. Auch die Zahl der digitalen Stellwerke steigt: Ab Sommer 2022 steuert die DB vom bayerischen Donauwörth aus erstmals Hochgeschwindigkeitszüge mit der neuesten Stellwerksgeneration. 

Für die Umsetzung der zahlreichen Projekte im Netz und an den Bahnhöfen setzt die DB ebenfalls auf Digitalisierung. Mit dem Building Information Modelling (BIM) können Bauprojekte dank modellbasierter Zusammenarbeit und einer transparenten Datengrundlage effizienter geplant und gebaut werden. BIM verringert Schnittstellenverluste, erhöht die Transparenz für alle Projektpartner:innen und fördert partnerschaftliche Projektarbeit. Auch 2022 wird BIM so bei immer mehr Bauprojekten der DB angewendet. 

Dank der Digitalisierung stellt die DB auch bei der frühen Bürgerbeteiligung sicher, dass alle Stakeholder:innen frühzeitig eingebunden sind: In Zeiten der Corona-Pandemie läuft die Bürgerbeteiligung dabei weitestgehend digital und kommt auch so nicht zum Stillstand, wenn Vor-Ort-Veranstaltungen aufgrund der aktuellen Lage nicht möglich sind. Die Visualisierung mit 3D-Modellen vereinfacht die Abstimmungsprozesse mit Aufgabenträger:innen und den Träger:innen öffentlicher Belange, wie Denkmalschutz und Kommunen. 

Um Bauprojekte weiter zu beschleunigen, kommen bei der DB zudem eigens ausgebildete Artenspürhunde zum Einsatz: Bei ersten Bauvorhaben sollen sie bereits dieses Jahr das Gelände nach Tieren absuchen, die unter Artenschutz stehen. Bislang wurde diese Aufgabe in einem aufwändigen Prozess von Menschen übernommen. Mit ihrem feinen Geruchssinn finden Hunde die geschützten Tiere nun zu jeder Jahreszeit und bei fast jedem Wetter. Dadurch können Bauprojekte schneller starten und werden deutlich effizienter. 


Ein starkes Team: Mehr Mitarbeitende  

Mit rund 4.800 neuen Mitarbeitenden für den Ausbau und die Instandhaltung wächst das Team für das „Neue Netz für Deutschland“ auch 2022 stetig weiter. Unter den Fachexpert:innen werden rund 2.600 Ingenieur:innen und Bauüberwacher:innen sowie 2.200 Instandhalter:innen für noch mehr Tempo sorgen.

  • Elektroingenieurin
  • Bauüberwacher
  • Technische Sachbearbeiterin
  •   von

    Mehr Qualität im Netz und an den Bahnhöfen 

    Wachstum auf der Schiene funktioniert nur, wenn die Basis stimmt. Deswegen arbeitet die DB zusätzlich an der Stabilität des bestehenden Netzes. Die vorhandene Infrastruktur wird aktuell in einem nie dagewesenen Umfang modernisiert und erneuert. 2022 packt die DB bundesweit rund 1.800 Kilometer Gleise, 2.000 Weichen und 140 Brücken an.

    Sanierung der Schnellfahrstrecken

    Vor fast 30 Jahren hat die DB die ersten Schnellfahrstrecken gebaut. Seitdem sind sie eine Erfolgsgeschichte. Milliarden von Reisenden und Gütern sind in hoher Geschwindigkeit darüber gerauscht. Die Bahn macht seit 2019 etappenweise ihre ersten Schnellfahrstrecken fit für die Zukunft. Den Anfang machte 2019 die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg in mehreren Bauabschnitten. Nach der Komplettsanierung der Strecke Mannheim–Stuttgart in 2020 und der Streckenabschnitte zwischen Göttingen und Kassel in 2021, stehen nun die Abschnitte Fulda–Würzburg und Kassel–Fulda auf dem Plan. Weitere Informationen finden Sie hier.

    Rund 800 Bahnhöfe und Haltepunkte modernisiert die DB 2022, darunter die Hauptbahnhöfe Dresden, Dortmund, Hannover und Berlin Ostbahnhof. Auch die Arbeiten am Frankfurter Hauptbahnhof gehen 2022 mit großen Schritten weiter voran. Reisende profitieren in der sogenannten B-Ebene von einer deutlich offeneren und helleren Gestaltung sowie von einem neuen Einkaufs- und Gastronomiekonzept. Auch in zahlreiche kleinere und mittelgroße Stationen investiert die DB, etwa barrierefreie Zugänge, den Wetterschutz und die Fahrgastinformation.

  • Am Bahnhof Brackwede fliegen die Funken: Für die Modernisierung wird eine Hilfsbrücke aufgebaut
  • Mit schwerem Gerät: Der Bahnhof Donauwörth wird modernisiert und barrierefrei ausgebaut
  • Modernisierung Regionalbahnhof Frankfurt Flughafen
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    Kapazitätsschonendes und kundenfreundliches Bauen steht bei der DB ganz oben auf der Agenda. Durch eine bessere Steuerung der Verkehre, bessere Bauplanung und zusätzliche Bauinfrastruktur sollen die Auswirkungen auf die Reisenden so gering wie möglich gehalten werden – trotz des anspruchsvollen Baupensums. 

    Ein Hebel für mehr Qualität im Netz ist auch die vorausschauende Instandhaltung. Die DB kann Weichen und Gleise frühzeitig instandsetzen, bevor sich ein Defekt anbahnt. Mit 28.000 smarten Weichen hat die DB allein im letzten Jahr 4.250 Störungen vermieden.

  • Tablet DIANA Halle (Saale)
  • DIANA Anbindung im Stellwerk Rostock Hbf
  • Schaltschrank DIANA im Stellwerk Halle (Saale)
  •   von

    Planungssicherheit bis 2030

    Seit Januar 2020 gilt die aktuelle Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung III (LuFV III) zwischen Bund und Bahn. Mit ihr stehen mehr Mittel für die Eisenbahninfrastruktur zur Verfügung als je zuvor.

    Die Laufzeit der LuFV III ist mit zehn Jahren doppelt so lang wie die der vorherigen Vereinbarungen. Sie bietet dadurch Planungssicherheit für Unternehmen, Lieferanten und Dienstleister. Die LuFV III ermöglicht auch, innovative Ansätze mit der Bauwirtschaft zu verwirklichen, um Bauprozesse zu beschleunigen.

    Die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung setzt auf umfassende Transparenz und Kontrolle. Das Eisenbahn-Bundesamt überwacht, wie die Vereinbarung umgesetzt wird. Qualitätskennzahlen dokumentieren den Zustand des Netzes, wie viele Brücken erneuert wurden, wie viele Mittel in die Instandhaltung fließen und vieles andere mehr.

    Die vollständige LuFV III ist hier zu finden.

    Auch beim Bauen: Reisende im Fokus

    Mit der LuFV III stehen der DB deutlich mehr Mittel für kundenfreundliches Bauen zur Verfügung. Damit wirken sich Baustellen weniger auf die Kundinnen und Kunden aus. Konkret sind für die bessere Bündelung von Baumaßnahmen, schnellere Bauverfahren und zusätzliche Bauinfrastruktur in den nächsten 10 Jahren über eine Milliarde Euro eingeplant.

    Können Züge bei Bauarbeiten nicht in gewohnter Weise fahren, ist das für die Reisenden eine Belastung. Daher ist es wichtig, dass die Kundeninfo für jedes Bauvorhaben reibungslos funktioniert. Daher plant die DB die größten Baumaßnahmen bereits zwei Jahre im Voraus, um diese für die Reisenden möglichst in den Jahresfahrplan aufzunehmen. Die Fahrplankonzepte für die übrigen Großbaumaßnahmen sind vor dem Fahrplanwechsel im Dezember mit den Verkehrsunternehmen abgestimmt. Für diese sowie für weitere, unterjährig abgestimmte Baumaßnahmen, werden die Fahrtzeiten in der Reiseauskunft auf bahn.de und im DB Navigator vor Fahrplanwechsel kontinuierlich aktualisiert und sind rechtzeitig einsehbar. Auf dieser Basis erhalten Reisende verlässliche Informationen zum Fahrplan und können ihre Reiseplanung frühzeitig darauf einstellen. Auch sehr kurzfristige Baustellen pflegt die DB schnellstmöglich in die Kund:innenmedien ein. Parallel informiert sie die Reisenden über Durchsagen in den Zügen oder am Bahnhof. Verbesserte Wegeleitsysteme in den Bahnhöfen und zusätzliche Servicemitarbeitende kommen unterstützend hinzu. Bei außerplanmäßigen Verspätungen greifen besondere Regelungen, wie die Ausgabe von Gutscheinen.

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