400 Millionen Euro für neues ICE-Werk in Nürnberg

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400 Millionen Euro für neues ICE-Werk in Nürnberg

CO2-neutrales ICE-Werk in Bahn-Metropole Nürnberg schafft 450 neue Arbeitsplätze • Ausbau der Werke wichtig für Mobilitätswende: Neuer Boxenstopp für täglich 25 ICE-Züge

Die Deutsche Bahn (DB) baut ein neues ICE-Instandhaltungswerk in Nürnberg und investiert dafür rund 400 Millionen Euro. Mehr als 450 Menschen werden im zehnten Werkstandort des DB-Fernverkehrs hochwertige und zukunftssichere Arbeitsplätze finden. Die Genehmigungsverfahren laufen dazu nun an. Die Betriebsaufnahme ist für 2028 geplant. Das neue Werk wird zu 100 Prozent CO2-neutral betrieben. Mittelpunkt des Werks ist eine 450 Meter lange Wartungshalle. Auf sechs Gleisen können dort pro Tag bis zu 25 ICE-Züge fit gemacht werden.

„Eine leistungsfähige Eisenbahn ist das Rückgrat für die Mobilitätswende“, erklärt Berthold Huber, DB-Personenverkehrsvorstand. Allein für den Ausbau und die Modernisierung ihrer Fernverkehrsflotte investiert die DB bis 2026 die Rekordsumme von 8,5 Milliarden Euro, unter anderem in insgesamt 167 neue ICE 3 und 4. „Wir müssen heute die Weichen für Wachstum und Wartung der Flotte von morgen stellen. Die Entscheidung für das neue Werk in Nürnberg ist ein wichtiger Meilenstein.

Ronald Pofalla, Vorstand DB-Infrastruktur: „Nürnberg ist ein zentraler Knotenpunkt in unserem Netz und damit ein idealer Standort für unser neues Werk. Wir schaffen hier 450 attraktive Arbeitsplätze, die örtlichen Unternehmen können sich an den Ausschreibungen für den Bau des Werks beteiligen. Damit stärken wir die Wirtschaftskraft der gesamten Region.“

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: „Die Deutsche Bahn ist unser Top-Akteur für Klimaschutz und zukunftsfeste Jobs. In der Metropolregion Nürnberg, für eine gute und starke Heimat. Und in ganz Deutschland, um die Menschen zum Umsteigen zu bewegen. Wir unterstützen diesen Schub, indem wir so viel in das System Schiene investieren wie nie zuvor.“

Kerstin Schreyer, Bayerische Verkehrsministerin: „Das neue ICE-Werk sorgt in Nürnberg nicht nur für umweltfreundliche Mobilität und sichere Arbeitsplätze. Wir sorgen als Freistaat dafür, dass in der Region zusätzlich neuer Naturwald entstehen kann. Mehr als 300 Hektar Staatsforsten stellen wir als ökologische Ausgleichsfläche zur Verfügung. Das ist doppelt gut für unsere Natur und unsere Heimat Bayern.“

Marcus König, Oberbürgermeister von Nürnberg: „Ich freue mich, dass die Deutsche Bahn in den Standort Nürnberg investiert und 450 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Nürnberg festigt sich mit diesem vierten DB-Werk als wichtiger Bahn-Standort und zentraler Schienenknotenpunkt. Wir leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur Verkehrswende. Die Stadt Nürnberg wird eng mit der Bahn während des Planungsprozesses zusammenarbeiten und dabei immer wieder auch die Interessen der Nürnbergerinnen und Nürnberger ins Zentrum rücken.“

Der Standort des Werks wird in den kommenden Monaten in engem Austausch mit den Genehmigungsbehörden festgelegt Dabei werden vorab nicht nur die Verwaltung, sondern vor allem auch Bürgerinnen und Bürger sowie Umweltverbände in die Abwägung und die Detailplanung mit einbezogen.


Skizze des neuen ICE-Werks in Nürnberg

In Nürnberg lernte die Eisenbahn in Deutschland vor fast 200 Jahren das Rollen. Zuletzt hat die fränkische Metropole als Bahnknotenpunkt noch stärker an Bedeutung gewonnen, unter anderem durch die Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsverbindung München–Berlin im Jahr 2017. Europäische Nord-Süd- und Ost-West-Magistralen kreuzen sich in Nürnberg.

Schon heute verfügt Nürnberg über mehrere DB-Werke. Mehr als 5000 DB-Mitarbeitende sind in der Metropolregion Nürnberg beschäftigt – die DB stärkt mit dem neuen ICE-Werk den Standort nachhaltig.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projektwebsite.

Fragen und Antworten

Warum baut die Deutsche Bahn ein neues ICE-Werk?


• Eine leistungsfähige Eisenbahn ist das Rückgrat der Mobilitätswende. Allein für den Ausbau und die Modernisierung ihrer Fernverkehrsflotte investiert die DB bis 2026 die Rekordsumme von 8,5 Milliarden, u.a. in insgesamt 167 neue ICE 3 und 4. Alle drei Wochen erreicht uns derzeit ein neuer ICE 4.


• Die vielen neuen Züge müssen regelmäßig gewartet werden. Deshalb bauen wir die Werkstattkapazitäten weiter aus. So werden wir der wachsenden Nachfrage auf der Schiene gerecht und können unseren Kunden eine zuverlässige und attraktive Bahn bieten. Das neue Werk in Nürnberg ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer starken Schiene. 

Warum ist die Wahl auf Nürnberg gefallen?


• Nürnberg ist ein zentraler Bahnknotenpunkt in Deutschland. Diesen stärken wir seit vielen Jahren nachhaltig. So wurden 2006 die Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt–München und 2017 die Hochgeschwindigkeitsverbindung von München über Nürnberg nach Berlin eröffnet. Europäische Nord-Süd- und Ost-West-Magistralen kreuzen sich in Nürnberg. 


• Schon heute verfügt die Bahn-Metropole Nürnberg über große DB-Werke: Im Süden der Stadt werden in der „schweren Instandhaltung“ aktuell die ICE 1 und die Münchner S-Bahn-Flotte komplett überarbeitet. Im Westen Nürnbergs betreibt DB-Regio ein Werk für die Nürnberger S-Bahn und Regio-Express-Züge. Außerdem gibt es ein Werk für die Bahndienstfahrzeuge von DB Netz.


• Mehr als 5.000 DB-Mitarbeitende sind schon heute in der Metropolregion Nürnberg beschäftigt. Mehr als 450 Menschen werden im neuen Werk hochwertige und zukunftssichere Arbeitsplätze finden, zum Beispiel Ingenieure, Elektroniker und Mechatroniker.

Um was für ein Werk handelt es sich?


• Das neue ICE-Werk Nürnberg wird zu 100 Prozent CO2-neutral betrieben. Es reiht sich ein in die europäische Spitzenliga CO2-freier Bahnwerke. Es steht in einer Reihe mit dem geplanten Werk in Cottbus für die „schwere Instandhaltung“ von ICE-Zügen und dem ICE-Werk Köln-Nippes.


• Das 2018 eröffnete Werk in Köln-Nippes ist sozusagen die Blaupause für das Schwesterwerk in Nürnberg. Die dort bewährten Technologien wie die Nutzung von Solarthermie für Heizung und Warmwasser sowie Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung oder eine besonders isolierte Gebäudehülle werden auch in Nürnberg zum Einsatz kommen.