Aktuelle Informationen zum Bahnverkehr in Zeiten von Corona

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Aktuelle Informationen zum Bahnverkehr in Zeiten von Corona

Umfangreiche Hygiene- und Schutzmaßnahmen in den Zügen der DB • Zusätzliche Empfehlungen für sicheres gemeinsames Bahnfahren


Wie läuft derzeit der Bahnverkehr?

Die DB hält im Fernverkehr weiterhin einen verlässlichen Grundtakt aufrecht. Wie schon im Frühjahr und Herbst des vergangenen Jahres werden hierfür Anpassungen des Angebotes vorgenommen (Einfach- statt Doppeltraktionen, Reduzierung von Verstärker-Zügen sowie von internationalen Verkehren in Absprache mit den europäischen Partner:innen). Seit dem 7. Januar stellt die DB ihren Fahrgästen bis auf weiteres rund 85 Prozent des normalen Sitzplatzangebotes zur Verfügung. Für alle, die jetzt unterwegs sein müssen, ist damit ein verlässliches Verkehrsangebot mit ausreichend Kapazität für Abstand und Platz an Bord unserer Züge gewährleistet.

Alle Infos zu Corona und der aktuellen Lage im Schienengüterverkehr finden Sie hier zusammengefasst.

Reisende in Zügen und Bussen der Deutschen Bahn sind verpflichtet, eine medizinische Maske zu tragen. Dazu sind die geltenden Verordnungen in den Bundesländern zu beachten. Der ganz überwiegende Teil der Fahrgäste hält sich an die Vorschrift. Wenn eine sehr kleine Minderheit geltende Regeln missachtet, ist dies für die Deutsche Bahn nicht hinnehmbar. Sollte die Bahn in solchen Fällen einen Beförderungsausschluss aussprechen müssen, setzt die Bundespolizei dies in Konfliktsituationen um.

Seit Bestehen der Maskenpflicht informiert die DB darüber breit in Zügen, Bahnhöfen sowie in allen Medien (bahn.de, Bahn-App DB Navigator) und appelliert an Fahrgäste, dies zum Schutz aller Kund:innen und DB-Beschäftigte zu beachten. Neben der Einhaltung verbindlicher Verordnungen geht es zudem darum, gegenseitige Rücksichtnahme zu leben und Verantwortung für die Gesundheit jedes Einzelnen und in der Gesamtbevölkerung zu empfinden. Die Gesundheit und Sicherheit von Beschäftigten und Fahrgästen haben höchste Priorität. 

Welche Kulanzregelungen gelten, wenn Reisende ihre Fahrt nicht antreten können?

Die DB empfiehlt seit dem Frühjahr vergangenen Jahres aktiv die Buchung stornierbarer Angebote. Sowohl die Flexpreise als auch die Sparpreise sind im Rahmen der regulären Tarifkonditionen stornierbar. Wer in diesen Monaten unterwegs sein muss, folgt dieser Empfehlung auch ganz überwiegend. Die Mehrzahl unserer Kund:innen hat daher die Möglichkeit, flexibel auf die aktuellen Entwicklungen zu reagieren. Super-Sparpreis-Tickets sind leider von der Stornierung ausgeschlossen. In den letzten Monaten hat die DB im Rahmen der Corona-Sonderkulanz die Stornierung und flexible Nutzung von rund 5 Millionen Fahrten ermöglicht. Unabhängig von allen tariflichen Bedingungen stehen jedem Reisenden im Falle von Verspätung oder Ausfall des gewählten Zuges die Rechte aus der europäischen Fahrgastrechte-Verordnung – insbesondere auch die Erstattung des Fahrpreises – selbstverständlich zu.


Welche Hygiene- und Schutzmaßnahmen ergreift die DB in ihren Fahrzeugen und Bahnhöfen?

Bundesweit sorgen derzeit mehr als 4.300 DB-Beschäftigte jeden Tag für saubere Züge und Bahnhöfe und die Einhaltung hygienischer Standards. Die DB gibt für Hygiene und Reinigung jährlich hohe dreistellige Millionenbeträge aus. In Fernverkehrszügen reinigen die Servicekräfte vor allem Kontaktflächen wie Türdrücker, Griffe und Haltestangen.

Seit Beginn der Pandemie gehen die Beschäftigten der Unterwegsreinigung (mobile Reinigung während der Fahrt) insbesondere auf besonders stark frequentierten Verbindungen alle zwei Stunden durch die Züge. Zuvor war das alle vier Stunden der Fall. Die Zahl der Unterwegsreinigungen im Fernverkehr wurden wegen Corona verdoppelt. Zur Reinigung der Bahnhöfe setzt die DB neue Spezialmaschinen ein.








Mobile Geräte – die „Cleanmobile“ - desinfizieren im Sprühverfahren schnell und gründlich große Oberflächen. Die Desinfizierung von Handläufen an Rolltreppen sichert die innovative Behandlung durch UV-C-Licht in den Bahnhöfen in Frankfurt am Main und Düsseldorf sowie weiteren fünf Stationen. Durch dieses Verfahren werden 99 Prozent der Bakterien und Viren abgetötet. Das Verfahren testet jetzt auch die Berliner S-Bahn. Desinfizierend wirkt auch ein Speziallack, der in Bahnhöfen in Nordrhein-Westfalen auf häufig genutzte Kontaktflächen, wie Treppenhandläufe und Bedienungsknöpfe in Aufzügen, aufgetragen wurde. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

Bewährt hat sich auch die automatische Türöffnung bei allen S-Bahnen in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und München. Die Zugtüren öffnen sich automatisch in den Stationen. Es sorgt für das regelmäßige „Lüften“ während der Fahrt. Befragte Reisende bewerten zudem das kontaktlose Ein- und Aussteigen als hilfreich und wichtig.

Kontaktlos laufen auch Erwerb und Kontrolle der Fahrkarten: Das Ticket kaufen Kund:innen über bahn.de oder den DB-Navigator. Zugbegleiter:innen prüfen kontaktlos. In vielen Fernverkehrszügen besteht außerdem die Möglichkeit, den Komfort-Check-in zu nutzen, womit die persönliche Kontrolle ganz entfällt.

Die DB ist zum Thema Hygienemaßnahmen in ständigem Austausch mit den Gesundheitsbehörden von Bund und Ländern, dem Bundesinnenministerium sowie dem Bundesverkehrsministerium. Die bestehenden Pandemieplanungen der DB werden den Aktualisierungen der Bundesregierung und der Bundesländer kontinuierlich angepasst. Die DB folgt zudem den Vorsorgeempfehlungen des Robert-Koch-Instituts. 

Um den Reisenden das regelmäßige Händewaschen zu ermöglichen, hat die DB darüber hinaus auf 20 Bahnhöfen Waschgelegenheiten zugänglich gemacht, die vor den Bezahlschranken zu den Toilettenanlagen liegen. Üblicherweise gibt es diese Anlagen an großen Bahnhöfen.


Wie funktioniert das Reservierungssystem?

Für Zugreisen mit bestmöglichem Abstand hat die Bahn ihr Reservierungssystem nochmals an die aktuelle Corona-Lage und die weiterhin bestehenden Schutzmaßnahmen angepasst.

In allen Zügen ist in den Großraumwagen nur noch ein Sitzplatz pro Doppelsitz reservierbar. Alle anderen Sitzplätze bleiben für eine Reservierung gesperrt. Einzelreisenden werden automatisch Fenstersitzplätze zugewiesen. Bei Sitzgruppen mit Tisch können nur noch die diagonal gegenüberliegenden Sitzplätze gebucht werden (Fensterplatz auf der einen Seite und Gangplatz auf der gegenüberliegenden Seite). Reservierungen von Einzelreisenden auf nebeneinander liegenden Sitzplätzen werden so vermieden. In geschlossenen Abteilen mit sechs Sitzplätzen sind nur noch zwei Plätze reservierbar, der Fensterplatz auf der einen und der Gangplatz auf der anderen Seite. Gruppenreisende können natürlich trotzdem gemeinsam sitzen, hierfür gibt es extra eingerichtete Bereiche. Insgesamt bietet die DB nur noch 60 Prozent der Sitzplätze zur Reservierung an. Für mehr Details zum neuen Reservierungssystem, klicken Sie hier.


Warum gibt es bei der DB keine Reservierungspflicht?

Die Fahrgäste der DB sollen auch weiterhin die Möglichkeit haben, spontan in jeden Zug einzusteigen. An dem offenen System, das Bahnkund:innen in Deutschland sehr schätzen, hält die DB deshalb fest.

Fünf Gründe, warum die DB von einer Reservierungspflicht absieht:

  1. Großes Bahnangebot aufrechterhalten: Eine Reservierungspflicht, die einen Abstand zwischen den Fahrgästen von mindestens 1,50 m garantiert, würde das Sitzplatzangebot im Fernverkehr auf ein Viertel verknappen. Damit käme das Bahnsystem auf vielen Verbindungen bereits heute – bei deutlich geringerer Auslastung - an seine Grenze und wäre von einem stabilen Grundangebot weit entfernt.
  2. Reisen mit Familie und Freund:innen ermöglichen: Viele unserer Kund:innen möchten weiterhin gemeinsam reisen (beispielsweise als Familie). Dazu muss es möglich bleiben, nebeneinander liegende Sitzplätze zu buchen.
  3. Fern- und Regionalverkehr als Einheit belassen: Fern- und Regionalverkehr bilden in Deutschland ein miteinander verknüpftes Bahnsystem mit gemeinsamen Angeboten. Ein Beispiel ist die Strecke München-Rosenheim-Salzburg. Die Möglichkeit, auf dieser Strecke mit einer Streckenzeitkarte sowohl Fern- als auch Regionalverkehrszüge zu nutzen, fiele bei einer Reservierungspflicht weg. Zudem würden sich mehr Reisende auf weniger Züge verteilen und das Gegenteil des gewünschten Effekts erzielen. 
  4. Stammkund:innen weiter flexibel reisen lassen: Wir wollen den rund 50.000 BahnCard-100-Kunden sowie den Pendelnde bzw. Jahres- und Monatskarten-Inhabende oder Reisenden mit touristischen Angeboten wie Rail&Fly, die ebenfalls ganz bewusst nicht an eine Buchung und einen Zug gebunden sind, die Möglichkeit bieten, flexibel zu reisen. All diese Kund:innen müssten für sämtliche Fahrten separate Reservierungen buchen. 
  5. Weiterhin einheitlich Bahn fahren in der DACH-Region erlauben: Die wichtigsten grenzüberschreitenden Verkehre finden nach Österreich und die Schweiz statt. Beide Länder kennen keine Reservierungspflicht und die DB hat mit den Partner:innen die Auskunfts- und Buchungssysteme gut verknüpft, damit Kund:innen aus allen drei Ländern einfach und unkompliziert die Bahn dies- und jenseits der Grenzen nutzen können.


Was passiert bei einem Corona-Verdacht im Zug?

Generell folgen wir bei unseren Vorsorge- und Hygiene-Maßnahmen den Empfehlungen des RKI und des europäischen Center for Disease Control (ECDC). Bei einem von den Behörden festgestellten Corona-Verdacht wird der betroffene Bereich im Zug gesperrt und nach der Fahrt professionell gereinigt und desinfiziert. Die Fahrgäste werden durch das Zugpersonal informiert, dass sie ihre Kontaktdaten hinterlegen sollen, um von den Behörden im Bedarfsfall kontaktiert werden zu können.

Es kommt an Bord der Züge gelegentlich vor, dass sich Fahrgäste wegen akuter Beschwerden bei unseren Beschäftigten melden. Für solche Situationen gibt es klar definierte Abläufe: Die DB-Beschäftigten informieren die Notfallleitstelle und fordern auf diesem Weg Rettungskräfte an. In der Erstversorgung geschulte Mitreisende werden in der Zwischenzeit um Unterstützung gebeten.


Welche Rolle spielen Klimaanlagen in den Zügen im Zusammenhang mit Corona?

Die Klimaanlagen in den Zügen sorgen für das "Lüften" während der Fahrt. In einem ICE findet alle 7 Minuten ein vollständiger Luftaustausch statt. Außerdem verfügen die Züge über eine aktive Luftmengensteuerung, die die Frischluftzufuhr abhängig von der Besetzung der Züge regelt. Die Luftwechselrate liegt deutlich über jener in Gebäuden. Auch in DB Regio-Zügen wird eine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet. Diese ergibt sich zum einen durch die zahlreichen Halte im Regional- und S-Bahn-Verkehr und dem damit verbundenen häufigen Öffnen der Türen. Zum anderen erfolgt in den Klimaanlagen eine Frischluftbeimischung. Diese Frischluftbeimischung ist unabhängig von der Außentemperatur und damit auch unabhängig von der Jahreszeit.

Nach bisherigen Erkenntnissen erfolgt die hauptsächliche Übertragung des Virus über kleinste Flüssigkeitspartikel, die beim Husten und Niesen entstehen und beim Gegenüber über die Schleimhäute der Nase, des Mundes und ggf. des Auges aufgenommen werden. Eine Übertragung solcher Partikel über die Klimaanlagen eines Zuges ist aufgrund der sehr langen Lüftungswege, der Trocknung der Luft und der vorhandenen Filter (Klasse G4) äußerst unwahrscheinlich. Dies wird durch die Funktionsweise der Klimaanlagen zusätzlich verstärkt. Klimaanlagen in Fernverkehrszügen ziehen die Luft vertikal von oben nach unten und anschließend aus dem Zug. Zudem wird sehr viel Frischluft zugeführt.

Bei der fortlaufenden Bewertung der Corona-Situation und der Ableitung von Maßnahmen setzt die DB auf die jeweils aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Dafür steht das Unternehmen in engem Austausch mit renommierten wissenschaftlichen Institutionen und beteiligt sich an entsprechenden Studien, die auch von der DB initiiert wurden. Zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) untersuchte die DB mögliche Infektionswege in Schienenfahrzeugen. Die Studie zeigt, dass die Klimaanlage bei der Verbreitung der Aerosole im Fahrgastraum faktisch keine Rolle spielt. Informationen zu den Ergebnissen der Untersuchung finden Sie hier.