Deutsche Bahn

Nächste Etappe der Schienennetz-Modernisierung: Generalüberholung für Schnellfahrstrecken startet 2019

Erneuerung von Gleisen, Weichen und Technik nach fast 30 Jahren Dauerbetrieb • Züge werden soweit möglich umgeleitet • Frühzeitige Information über DB-Kundenmedien

Mit den ersten Schnellfahrstrecken begann eine neue Ära im Bahnverkehr. Heute sind alleine zwischen Hannover und Würzburg jährlich rund 15,5 Mio. Fahrgäste mit Hochgeschwindigkeit unterwegs. Zwischen 2019 und 2023 werden mit den Relationen Hannover – Würzburg und Mannheim – Stuttgart nun die ersten Schnellfahrstrecken etappenweise fit für die Zukunft gemacht. Durch ausgefeilte Baukonzepte und  frühzeitige Information sollen die Auswirkungen der Baumaßnahmen so gering wie möglich gehalten werden. 

Infografik Schnellfahrstrecken Deutschland

Vor mittlerweile fast 30 Jahren gingen sie in Betrieb und sind bis heute aus dem Schienennetz der DB nicht mehr wegzudenken: die Schnellfahrstrecken, die eigens für Eisenbahnverkehre mit Tempo 160 plus konzipiert und errichtet wurden. Zwischen Hannover und Würzburg sowie Mannheim und Stuttgart machten sich im Frühjahr 1991 die ersten Personenzüge mit rasanter Geschwindigkeit auf die Reise und läuteten damit eine völlig neue Qualität des Bahnfahrens und den Siegeszug des ICE ein.

Die schnellen, komfortablen Verbindungen brachten nicht nur viele Menschen näher zueinander. Es entstanden auch neue Wirtschaftsräume und -konzepte. Außerdem sorgten die Strecken bundesweit für ein wahres Aufatmen, denn die Straßen konnten durch die attraktiven Zugverbindungen deutlich vom Individual- sowie Lkw-Verkehr – und somit CO2 – entlastet werden. Seitdem sind viele Millionen Reisende und Tonnen von Gütern über die Hochgeschwindigkeitsverbindungen gerauscht. Allein zwischen Hannover und Würzburg waren es bis heute rund 420 Millionen Fahrgäste im Fernverkehr – das entspricht fast der Gesamtbevölkerung Südamerikas.

Nach über einem viertel Jahrhundert Dauerbetrieb brauchen die „alten Damen“ nun eine Frischekur, damit sie auch für kommende Generationen weiter ihren Dienst tun können und die Erfolgsgeschichte Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland ein neues Kapitel erhält.

Bei der gegebenen Größenordnung ist eine Sanierung der Infrastruktur nicht von heute auf morgen zu erledigen. Daher arbeiten die Fahrplaner der DB bereits seit Monaten an verschiedenen Konzepten, die nicht nur dem enormen Baupensum Rechnung tragen, sondern insbesondere mit Blick auf die Reisenden und Güterverkehrskunden vertretbare Lösungen bieten. In zahlreichen Abstimmungsrunden vor allem mit den betroffenen Transporteuren ist ein Etappenplan entstanden, bei dem die Bahn von 2019 bis 2023 mit mehreren Streckensperrungen zunächst zwei Hochgeschwindigkeitsverbindungen auf Vordermann bringt.

Generalüberholung Schnellfahrstrecken ab 2019

Bildergalerie Schnellfahrstrecken

Drei Fragen an Bahnsprecher Achim Stauß (O-Töne als mp3)

1. Die DB hat angekündigt, die 1991 in Betrieb genommenen Schnellfahrstrecken Hannover–Würzburg und Mannheim–Stuttgart ab 2019 zu sanieren. Welche Abschnitte sind betroffen?

> Antwort von Achim Stauß im O-Ton (mp3)


2. Warum ist die Sanierung erforderlich?

> Antwort von Achim Stauß im O-Ton (mp3)


3. Kommen die Fahrgäste trotzdem an ihr Ziel?

> Antwort von Achim Stauß im O-Ton (mp3)


Ab 2019: Hannover–Würzburg

Den Auftakt der Schnellfahrstreckensanierung macht die Verbindung Hannover–Würzburg. Die Bauarbeiten an Gleisen, Weichen und Technik finden sukzessive in vier Abschnitten statt.

  1. Hannover–Göttingen:  11. Juni bis 14. Dezember 2019

  2. Göttingen–Kassel, 23. April bis 15. Juli 2021

  3. Fulda–Würzburg, 2022 (konkrete Konzepte noch in Planung)

  4. Kassel–Fulda, 2023 (konkrete Konzepte noch in Planung)

Um die Beeinträchtigungen für die Reisenden in dieser Zeit so gering wie möglich zu halten, hat die Bahn schon sehr früh die Eisenbahnverkehrsunternehmen und Verbünde in die Planungen eingebunden. Ganz ohne Reisezeitverlängerungen ist das hohe Baupensum jedoch nicht realisierbar. 

Konkret ist im Fernverkehr der Deutschen Bahn während der Streckensperrung mit Reisezeitverlängerungen zu rechnen, so z.B. auf den Verbindungen Hamburg-Frankfurt, Berlin-Frankfurt und Hamburg-München jeweils ca. 30 bis 45 Minuten. Zwischen Hamburg bzw. Berlin und Frankfurt wird es in der Zeit der Bauaktivitäten zu Kapazitätseinschränkungen kommen. 

Während der Dauer der Baumaßnahmen versüßt die DB betroffenen Kunden die längere Reisezeit mit besonderen kleinen Aufmerksamkeiten. Betroffene Zeitkarteninhaber und BahnCard-100-Kunden erhalten darüber hinaus eine finanzielle Entschädigung.

Vier Fragen an Hannes Tesch, Programmleiter Oberbausanierung Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg

Hannes Tesch, Programmleiter Oberbausanierung bei der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg

1.   Herr Tesch, Sie sind Programmleiter Oberbausanierung bei der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg. Was genau muss man sich darunter vorstellen?

Die Programmleitung hat den Blick aufs Ganze. Wir koordinieren übergreifend alle mit der Sanierung der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg einhergehenden Projektaktivitäten – und das sind eine Menge – aus einer Hand. Ab dem nächsten Jahr steht die Erneuerung von hunderten Kilometern Gleisen, Weichen und Technik an. Drei Regionalbereiche der DB Netz AG, die die Umsetzung der konkreten Projekte jeweils vor Ort verantworten, sind in die Streckensanierung involviert. Unser Job ist es, die vielen baulichen Einzelmaßnahmen mit Blick auf Qualität, Zeit und Kosten optimal in Einklang zu bringen. Dazu zählt auch die Abstimmung mit den zentralen Bereichen Projektmanagement, Versorgung und Logistik, Baubetrieb, Vertrieb und Fahrplan.

Die Gesamtkoordination eines derart großen, anspruchsvollen Projektes ist immens wichtig, um einen gebündelten Umbau in kürzest möglicher Zeit zu realisieren. Gerade mit Blick auf die Eisenbahnverkehrsunternehmen und Fahrgäste ist dies unabdingbar – schließlich wollen wir die Beeinträchtigungen für den Bahnverkehr auf einem notwendigen Minimum halten. Und wir haben noch einen weiteren Anspruch: durch eine kompetente Steuerung alle Effizienzvorteile für Bauverfahren, Umbaulängen und Vergabevolumina zu nutzen.


2.  Warum muss die Strecke denn überhaupt derart aufwändig erneuert werden? Hätte nicht die „normale“ Instandhaltung mit weniger Auswirkungen gereicht?

Aufgrund der hohen verkehrlichen Belastung der Strecke, die seit mittlerweile fast 30 Jahren im Dauerbetrieb von schnellen Zügen befahren wird, ist eine reine Instandhaltung, wie wir sie bislang regelmäßig durchgeführt haben, nicht mehr ausreichend. Wir müssen jetzt grundlegend ran, um die Qualität der Schnellfahrstrecke für künftige Generationen weiter gewährleisten zu können. 2019 bringen wir daher zunächst Oberbau und Technik zwischen Hannover und Göttingen auf Vordermann. Zwei Jahre später folgt die Sanierung des Bereichs Göttingen–Kassel. Mit der Erneuerung der beiden verbleibenden Abschnitte Fulda- Würzburg (2022) sowie Kassel – Fulda (2023) wird die durchgängige Streckensanierung abgeschlossen.


3.  Mehrjährige Bauarbeiten zwischen Hannover und Würzburg treffen den bundesweiten Bahnverkehr mitten ins Mark - sprich sie führen dazu, dass sich die Reisenden über einen längeren Zeitraum auf Verzögerungen einstellen müssen. Warum hat sich die DB für dieses Sanierungskonzept entschieden?

Wir haben uns die Entscheidung selbstverständlich nicht leichtgemacht, denn es geht wie Sie richtig sagen um eine der wichtigsten Verkehrsadern in Deutschland. Schon im Vorfeld haben wir daher mit Eisenbahnen und Verbünden gesprochen, diskutiert und verschiedene Konzepte entwickelt. Nach Abwägung aller Optionen hat sich die jetzige Lösung als die für alle Beteiligten beste Variante herauskristallisiert. Sie ist gewissermaßen ein Kompromiss aus den Ansprüchen unserer Kunden und der technischen Realisierbarkeit der Bauverfahren.

Die Reisenden haben während der Bauphasen jeweils einen feststehenden Fahrplan und müssen sich nicht auf mehrmals wechselnde Angebote einstellen. Auch mit Blick auf die Infrastruktur macht die Lösung den meisten Sinn. So stehen zum Beispiel in den 63 Tunnelbauwerken mit einer Länge von über 100 Kilometern die Gleise zur Sanierung an. Hierbei sind aufgrund der Staubentwicklung aufwändige Umbauverfahren mit Bewässerung des Schotters sowie Tunnelbewetterung für die Frischluftzufuhr erforderlich, die nur bei einer Streckensperrung sinnvoll realisiert werden können.


4.  Wenn die Strecke gesperrt ist, könnte die Bahn doch gleich noch andere Arbeiten wie Grünrückschnitt oder ähnliches in einem Rutsch miterledigen, damit dafür später nicht nochmal an gleicher Stelle gearbeitet werden muss. Haben Sie das angedacht und wenn ja, was konkret?

Diese Punkte haben wir natürlich mit bedacht. Für den ersten Realisierungsabschnitt von Hannover nach Göttingen haben wir zum Beispiel eine Reihe von Instandhaltungsarbeiten in die Sperrpausen integriert. Dazu zählen der Austausch von ca. 8.000 Oberleitungs-Hängern, der Neubau von ca. 3.000 Metern Kabelkanal oder die Instandsetzung von Entwässerungsleitungen in Tunneln.

Zudem wird die Strecke Hannover – Würzburg im Rahmen des „Aktionsplans Vegetation“ bereits ab Oktober 2018 in der nach Bundesnaturschutzgesetz festgelegten Rückschnittzeit bearbeitet, um den Waldbestand entlang der Gleise sturmsicherer zu machen. Dazu haben die Kollegen in den Regionalbereichen im Juli die komplette Strecke befliegen und inspizieren lassen. Nach Auswertung der Daten stehen wir aktuell mit den Naturschutzbehörden in Kontakt, um konkrete Durchforstungsmaßnahmen zu planen.

Generalüberholung Schnellfahrstrecken ab 2019

Generalüberholung Schnellfahrstrecken ab 2019

  

Ab 2020: Mannheim-Stuttgart

Die Strecke Mannheim–Stuttgart steht ab 2020 zur Erneuerung an. Das Baupensum wird in 205 Tagen bei einer Totalsperrung zwischen 10. April und 31. Oktober erledigt. Im Fokus stehen hier ebenfalls Oberbau und Technik.

Im Fernverkehr der Deutschen Bahn ist während der Streckensperrung mit Reisezeitverlängerungen zu rechnen, so z.B. auf den Verbindungen Stuttgart-Frankfurt, Stuttgart-Köln und Stuttgart-Berlin. Konkrete Umleitungs- und Fahrplankonzepte sind derzeit noch in Planung.

Generalüberholung Schnellfahrstrecken ab 2019

Generalüberholung Schnellfahrstrecken ab 2019


















   

  

Kundeninformation frühzeitig über viele Kanäle

Das hohe Baupensum im Schienennetz bleibt leider nicht ohne Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Es führt dazu, dass Züge nicht immer in gewohnter Weise fahren können. Je nach Umfang der Baustelle sind sie langsamer, müssen durch Busse ersetzt oder umgeleitet werden. Eine frühzeitige und umfassende Kundeninformation für jedes Bauvorhaben ist daher unerlässlich. Für größere Baumaßnahmen entwickelt die Bahn daher schon bis zu zwei Jahre im Voraus spezielle Baufahrpläne, in denen Umleitungen, Ersatzverkehre oder Fahrzeitverlängerungen entlang bestimmter Korridore hinterlegt sind. Auf dieser Basis erhalten die Fahrgäste verlässliche Angaben zum Fahrplan und können ihre Planung frühzeitig darauf einstellen. 

Neue DB Information im Nürnberger Hbf

Informationen zu Zugverbindungen oder Ersatzverkehren gibt es zum Beispiel über den DB Navigator, die App „DB Bauarbeiten“ aber auch vor Ort an den Verkaufs- und Servicestellen sowie durch Max Maulwurf, den Baustellenbotschafter der Bahn. Verbesserte Wegeleitsysteme in den Bahnhöfen und zusätzliche Servicemitarbeiter kommen unterstützend hinzu. Bei außerplanmäßigen Verspätungen greifen besondere Regelungen, wie die Ausgabe von Gutscheinen. 

An großen Bahnhöfen wird bald die neue „DB Information“ für mehr Klarheit sorgen. Auf einem riesigen Monitor sind aus der Ferne bereits Informationen sichtbar. Zusätzlich unterstützen Kundenmonitore die persönliche Beratung. Und an Selbstbedienungsterminals können entweder Online-Tickets und Bescheinigungen bei Verspätungen ausgedruckt oder eine Mobilitätshilfe bestellt werden. Der Austausch der bestehenden DB Informationen begann im November 2017 mit dem Nürnberger Hauptbahnhof. Bis Ende 2020 sollen alle Standorte über die neue DB Information verfügen.

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Alle weiteren Informationen rund um die Modernisierung des Schienennetzes 2018

„Spezial-Einheit“ der Bahn für kundenverträgliches Bauen

Bundesweit arbeiten in Spitzenzeiten tausende Fachleute an bis zu 800 Baustellen am Tag. Das Lagezentrum Bau hält dabei sämtliche Fäden in der Hand. Ziel der engagierten Planer ist es, anstehende Baustellen so zu optimieren, dass die Kunden im Idealfall möglichst wenig davon spüren. Das Konzept geht in vielen Fällen bereits auf, denn obgleich es im vergangenen Jahr mehr Baustellen als 2016 gab, konnten die von Baumaßnahmen verursachten Verspätungsminuten um 10 Prozent gesenkt werden. Im ersten Halbjahr 2018 haben die Planer weitere Verbesserungen umgesetzt und so eine Senkung der Verspätungsminuten von 12 Prozent erreicht.

DB-Mitarbeiter kümmern sich im Hintergrund oder vor Ort darum, dass die Reisenden gut durch die Zeit der Baustellen kommen. 


Die Streckenagentin

Sabrina Ochmann sorgt als Streckenagentin in der Leitstelle Ludwighafen (Rh) dafür, dass die Fahrgäste in ihrer Region sofort Meldungen über Störungen und Fahrplanänderungen etwa durch Bauarbeiten per Push-Nachricht auf ihrem Handy erhalten. „Wir wissen, dass unsere Kunden, wenn wir bauen, nicht in der gewohnten Weise bequem und schnell von A nach B reisen können“, sagt sie, „über die App DB Streckenagent stellen wir deshalb ständig Informationen über Störungen zur Verfügung und nennen im Bedarfsfall auch Alternativen.“ Bundesweit sind etwa 50 DB Streckenagenten im Einsatz.


Mitarbeiterin Serviceteam Bahnhof

Lara Schneider vom Serviceteam im Nürnberger Hauptbahnhof hängt einen aktuellen Max Maulwurf-Baustellenfahrplan aus. „Obwohl viele Informationen inzwischen schon elektronisch angezeigt werden, sind diese Aushangfahrpläne kein Auslaufmodell“, betont sie. „Im Gegenteil: unsere Reisenden sind für jede Baustelleninformation dankbar.“ Max Maulwurf, der Baustellenbotschafter der Bahn, informiert die Fahrgäste zu Baumaßnahmen - unter anderem mit Plakaten, Broschüren und Aushängen in den Bahnhöfen. 


Mitarbeiterin DB Information

Helena Schreiner arbeitet an der neuen DB Information im Nürnberger Hbf. Gerade auch bei Bauarbeiten kommen viele Fahrgäste zu ihr. „Es macht Freude, den Reisenden mit Hinweisen zum Bahnsteig oder zu geänderter Abfahrtszeit zu helfen. Besonders ältere Menschen schätzen diese persönliche Information!" Die neue DB Information in Nürnberg ist die erste bundesweit. Bis Ende 2020 sollen insgesamt 82 Bahnhöfe darüber verfügen.


Empfangschef im Reisezentrum Frankfurt

Alen Sadzak arbeitet als Empfangschef im Reisezentrum des Frankfurter Hauptbahnhofs. „Für unsere Kunden im Reisezentrum bin ich die erste Anlaufstelle. Wenn es aufgrund von Bauarbeiten zu Umleitungen, Streckensperrungen oder Verspätungen kommt, helfe ich ihnen, schnelle Lösungen zu finden. Ich suche zum Beispiel alternative Zugverbindungen heraus oder schreibe Fahrkarten gültig. Bei komplizierteren Anfragen lenke ich die Kunden weiter zu den Kollegen am Schalter.“ 


Serviceteam-Chefin Braunschweig Hbf

Bei Bauarbeiten an Bahnhöfen oder Strecken ist Angela Pörschke immer gefragt. Im Braunschweiger Hauptbahnhof ist sie als Serviceteam-Chefin mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen für den Kundenservice zuständig. Auf Bahnsteigen oder in der Empfangshalle steht sie allen mit Rat und Tat zur Seite: Wo fahren die Busse des Schienenersatzverkehrs ab, auf welchem Gleis hält der IC nach Leipzig, wo kann ich meine Fahrkarte umtauschen? Auf fast alle Fragen hat sie Antworten. Und falls nicht, weiß sie, wo sie fragen kann.


Mitarbeiter DB Navigator

Armin Böhmer ist der sogenannte Product Owner der App DB Navigator. "Wir beim DB Navigator sorgen dafür, dass unsere Kunden rundum gut über ihre Verbindung informiert sind - vor, während und nach der Reise. Auch wenn sich beispielsweise aufgrund von Großbaustellen Verbindungen ändern, sind diese Informationen in unserer App zu finden."


Baustellenplaner im Fahrplanbüro Frankfurt

Michael Lambrecht, Baustellenplaner im Fahrplanbüro Frankfurt

Michael Lambrecht und sein Team kümmern sich bei der DB Fernverkehr um die baustellenbedingte Anpassungen am Fahrplan. Wenn gebaut wird, gibt es oft neue An- und Abfahrtszeiten, die es an die Kunden und Mitarbeiter zu kommunizieren gilt. „Vor der Bekanntgabe sind jedoch umfangreiche Umplanungen von Fahrzeugen und Personal notwendig, damit wir dem Kunden, trotz Baustelle, ein angemessenes Angebot zur Verfügung stellen können. Dafür kämpfen wir jeden Tag!“ 

Runder Tisch: Brancheninitiative für optimierte Bauplanung

Der „Runde Tisch Baustellenmanagement“ ist eine Initiative der Branche. Seit 2016 diskutierten hier Aufgabenträger – also die Besteller des Nahverkehrs in den Bundesländern, Eisenbahnverkehrsunternehmen und Verbände gemeinsam, um intelligente Lösungen für kundenorientiertes Bauen zu entwickeln und damit Auswirkungen für die Kunden zu minimieren. Im Kern ging es um die Frage, wie trotz dringend erforderlicher Baumaßnahmen ausreichend Kapazität für den Kunden geschaffen und baubedingte Qualitätseinschränkungen vermieden werden können.

Im Juni 2018 wurde der gemeinsame Ergebnisbericht „Runder Tisch Baustellenmanagement“ mit Empfehlungen zur Verbesserung der Bauplanung an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur übergeben.

Positive Bilanz nach drei Jahren: Qualitätsschub bei Infrastruktur erreicht

Gut drei Jahre nach Start des größten Modernisierungsprogramms für Schienennetz und Bahnhöfe hat die DB in der Infrastruktur einen Qualitätsschub für ihre Kunden erreicht. Über 5.000 Kilometer Gleis sind inzwischen komplett erneuert. Über 5.500 Weichen hat die Bahn auf Vordermann gebracht und mehr als die Hälfte der für den Betrieb besonders wichtigen – konkret 15.700 – mit Sensortechnik für weniger Störungen ausgestattet. Acht Prozent der Bahnhöfe haben eine Frischekur erhalten.

Im laufenden Jahr setzt die Bahn weiter auf Modernisierung sowie Neu- und Ausbau von Schienennetz, Bahnhöfen und Energieanlagen, um die Infrastruktur leistungsfähig zu halten und Reisende verlässlich ans Ziel zu bringen. Dafür stehen 2018 rund 9,3 Milliarden Euro zur Verfügung. Dem Investitionsrückstau rückt das Unternehmen so immer mehr zu Leibe. Basis für die Modernisierung der bestehenden Infrastruktur ist unter anderem die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung mit dem Bund. Konkret fließen 2018 rund 5,5 Milliarden Euro in die Erneuerung von rund 1.600 Kilometer Gleisen, über 1.700 Weichen und fast 2.500 Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik. Zugleich packt die DB enge Flaschenhälse im über 33.200 Kilometer langen Netz an, etwa im Zulauf großer Knoten. 42 Großprojekte sind 2018 im Bau, für 12 stehen Spatenstiche an, weitere 19 gehen in Betrieb. Insgesamt fließen im laufenden Jahr rund 2,6 Milliarden Euro in Neu- und Ausbaumaßnahmen. Hinzu kommen weitere 1,2 Milliarden Euro für moderne Bahnhöfe. 2019 wird das Modernisierungsprogramm für die Infrastruktur fortgesetzt.

Informationen zu Auswirkungen der Baumaßnahmen auf den Bahnverkehr sowie zu regionalen Schwerpunkten finden Sie in der Mediathek sowie unter https://inside.bahn.de/grossbaustellen

Barrierefreiheit und Komfort in den Bahnhöfen

Für die Modernisierung der Bahnhofsinfrastruktur und insbesondere zur Verbesserung der Barrierefreiheit stellen Bund und Länder erhebliche Fördermittel zur Verfügung. Im laufenden Jahr liegt die gesamte Investitionssumme bundesweit bei rund 900 Millionen Euro. In den Folgejahren liegen die Ausgaben auf ähnlicher Höhe.

Herausragende Projekte 2018 sind die Arbeiten in den Hauptbahnhöfen München, Dortmund und Hamburg. Aber auch in zahlreiche kleinere und mittelgroße Bahnhöfe wird kräftig investiert, z.B. in neue Rolltreppen, Aufzüge, Infotafeln für Reisende, Sitzbänke, Wegeleitsysteme, Fußböden und Rampen für barrierefreie Zugänge. Im laufenden Jahr startet die Bahn Bauprojekte an rund 700 Bahnhöfen. Mittlerweile sind 77 Prozent der 5.400 Personenbahnhöfe stufenfrei, womit bereits rund 82 Prozent der Reisenden erreicht werden. Pro Jahr wird an durchschnittlich 100 Stationen die Barrierefreiheit weiter verbessert. Fast drei Viertel der Bahnhöfe sind inzwischen barrierefrei.

Mehr Informationen zur Barrierefreiheit finden Sie hier.

Mehr Mitarbeiter für anspruchsvolles Modernisierungs- und Sanierungsprogramm

Die Bahn hat rund um das Thema Bauen auch beim Personal kräftig investiert. 2017 ist der Personalbestand im Berufsfeld Bau allein bei der DB Netz AG auf über 17.700 Mitarbeiter gestiegen. Das ist ein Plus von über 770 Mitarbeitern im Vergleich zum Vorjahr. Darunter sind zum Beispiel Experten, die für bessere Bau- und Betriebsabläufe sorgen oder in der Fahrplanerstellung und Disposition im Einsatz sind. Auch Ingenieure und Gleisbauer sind neu hinzugekommen. Darüber hinaus wurden 2017 über 500 Auszubildende und Dual Studierende für baurelevante Berufe eingestellt. Auch im laufenden Jahr sucht die Bahn in allen Bundesländern weitere Verstärkung. Insgesamt sollen 2018 über 1.500 neue Mitarbeiter sowie rund 580 Auszubildende und Dual Studierende in baurelevanten Berufen bei der DB Netz AG eingestellt werden.