Deutsche Bahn

Klimastudie bestätigt: DB muss sich gegen Klimawandel wappnen

Extreme Wetterlagen stellen sich bereits jetzt häufiger ein und werden wohl weiter zunehmen, so das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) • Die DB  ist von den Auswirkungen des Klimawandels so stark betroffen wie wohl kein anderes großes Unternehmen in Deutschland • DB wappnet sich mit 5-Punkte-Strategie

„Die Bahn ist fast überall in Deutschland aktiv – das ist ihre große Stärke, aber dadurch ist sie auch besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels. Egal wo lokale Wetterextreme zuschlagen, sie treffen fast immer auch die Bahn. Der Ausstoß von Treibhausgasen aus dem Verfeuern von Kohle und Öl kann auch solche Extreme befeuern und Risiken für die Bahn erhöhen. Dabei kann die Bahn als klimafreundlicher Verkehrsträger gleichzeitig auch selbst eine Antwort auf das Problem sein.“ Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung

Extremwetterlagen: Auswirkungen auf den Bahnbetrieb

Studien-Ergebnisse im Telegramm:

  1. Die Zahl der Witterungsextreme nimmt zu. Tage, die früher als extrem und selten galten, treten bereits häufiger auf - und könnten ab der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts zur neuen Normalität gehören.
  2. Stürme verschieben sich teils in die grünere Jahreszeit. Die Häufigkeit von Stürmen verschiebt sich vom Winter (Nov-Feb) in die übrigen Monate - also hin zu Zeiten, in denen die Bäume belaubter sind und mehr Angriffsfläche bieten.
  3. Mehr Starkregen in Teilen Deutschlands. Messdaten zeigen das u.a. im Südosten. Infolgedessen kann es häufiger zu Hochwassern kommen oder aber auch zum Unterspülen von Bahndämmen.
  4. Hitze nimmt zu, Kälte und Schnee werden weniger. Die Jahresmitteltemperatur in Deutschland ist seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1880 um 1,4 Grad Celsius gestiegen. Die Zahl der Hitzetage hat sich seit 1961 im Schnitt nahezu verdoppelt. Hingegen werden weiße Winter wohl seltener. Mit starken Kälteeinbrüchen muss verstärkt zu rechnen sein.


5-Punkte-Strategie
DB verstärkt Strategie zur Anpassung für einen sicheren Bahnbetrieb

1. VEGEGATIONSMANAGEMENT

In den kommenden fünf Jahren investiert die DB rund 625 Millionen Euro hierin. Allein in diesem Bereich stellt die Bahn 150 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Praktisch werden die Wälder ab sofort über die bisher eingehaltene 6-Meter-Rückschnittszone beidseitig der Gleise durchforstet.

2. HITZERESISTENTE FAHRZEUGE

Bei den Fahrzeugen setzt der neue ICE4 Maßstäbe: Komplettausfälle der Klimaanlagen sind ausgeschlossen, weil es in jedem Wagen zwei unabhängige Kühlsysteme gibt. Bei allen ICE werden die Klimaanlagen seit 2016 im Rahmen von Reset regelmäßig einer Generalüberholung unterzogen; Ausfälle sind so deutlich zurückgegangen.

3. WIDERSTANDSFÄHIGE TECHNIK

Hitze: Auf den Schutz der Leit- und Sicherungstechnik gegen extreme Hitze zielt die regelmäßige Überprüfung der Klimaanlagen in über 4.000 Stellwerken sowie weiteren Kühleinrichtungen. Hitzebedingte Störungen gingen so seit 2015 um 20 Prozent zurück.

Eis und Schnee: Bereits 49.000 der insgesamt 70.000 Weichen haben Heizungen, damit bewegliche Teile nicht einfrieren. 10.800 Weichen an besonders betriebswichtigen Stellen tragen eine spezielle Verschlussabdeckung.

4. SICHERUNGEN GEGEN STARKREGEN

Damit die über 5.500 Gesteinsböschungen und Hangabschnitte mit einer Gesamtlänge von über 1.400 Kilometern nach starker Durchfeuchtung in Gleisnähe kein Risiko darstellen, sichern über 1.000 Bauwerke wie Schutznetze, Fangewände und -zäune gegen Hangbewegungen. Im Mittelrheintal prüft die DB dazu aktuell den Einsatz von „Fiber Optic Sensing“. Das System nutzt zur Überwachung und Hinderniserkennung Glasfaserkabel für eine schnelle Datenübertragung.

5. WENIGER CO2-EMISSIONEN

Mit den grünen Fernverkehrszügen nimmt die DB Kurs auf ihr mittelfristiges Klimaziel 2030. Bis dahin soll der spezifische Ausstoß der Treibhausgase um mehr als 50 Prozent gegenüber 2006 zurückgehen und der Anteil des Ökostroms auf 70 Prozent steigen. Für den Bahnverkehr in Deutschland bedeutet das 50-Prozent-Ziel eine absolute Reduktion von mehr als zwei Millionen Tonnen CO2.

DB Schenker hat sich als erster internationaler Logistiker dazu verpflichtet, in der nächsten Dekade CO2-frei zu wachsen.

Dr. Richard Lutz


„Mit unser 5-Punkte-Strategie haben wir kurz- und langfristige Maßnahmen aufgesetzt. Mehr Grünschnitt entlang den Trassen, widerstandsfähige Leit- und Sicherungstechnik, hitzeresistente Fahrzeugtechnik, baulicher Schutz in Risikobereichen und vor allem die weitere starke Reduktion des CO2-Ausstoßes stehen hierbei im Zentrum.“ DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Lutz





Naturgewalten – Stürme – extreme Unwetter: Die Deutsche Bahn setzt alle Hebel in Bewegung, die Schiene sturmsicherer zu machen. Damit die Fahrgäste bei Wind und Wetter verlässlich ihr Ziel erreichen.

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