Vorsicht, Lebensgefahr! Bahnanlagen sind kein Platz für Abenteuer

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Bahnübergang mit Andreaskreuz

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Vorsicht, Lebensgefahr! Bahnanlagen sind kein Platz für Abenteuer

DB setzt auf intensive Aufklärungs- und Präventionsarbeit • Selfies am Gleis, leichtsinnige Aktionen und Mutproben können Leben kosten • Kostenloses Informations- und Unterrichtsmaterial abrufbar

Auf Gleisen und Anlagen der Deutschen Bahn kommt es trotz Hinweisschildern und gesetzlichen Regelungen leider immer wieder zu schweren Unfällen.

Neben Erwachsenen sind es vor allem auch Kinder und Jugendliche, die durch leichtfertiges Verhalten und Unachtsamkeit ihr eigenes und das Leben anderer gefährden. Die häufigsten Fälle sind:

  • Betreten von Gleisen und Spielen an oder auf Bahnanlagen
  • Klettern auf abgestellte Fahrzeuge und Oberleitungsmasten
  • Bewerfen von durchfahrenden Zügen
  • Besprühen von Zügen und Anlagen mit Graffitis
  • Überqueren von Bahnübergängen bei blinkendem Warnlicht oder geschlossenen (Halb-)Schranken

Jeder Unfall ist einer zu viel! Daher unternimmt die DB AG seit Jahren mit der Bundespolizei und weiteren Kooperationspartnern erhebliche Anstrengungen, um auf das richtige Verhalten bzw. die Gefahren an Bahnanlagen aufmerksam zu machen. Der Bedarf ist nach wie vor groß: Allein in den vergangenen fünf Jahren ereigneten sich bei der DB AG hunderte Unfälle durch unerlaubtes Betreten der Gleise. Weitere etwa 80 Unfälle passierten im gleichen Zeitraum durch Klettern auf Waggons oder Strommasten. 

Kostenloses Informations- und Unterrichtsmaterial für Schulen, Kindergärten und Interessierte online abrufbar.

Informationsmaterial für verschiedene Ziel- und Altersgruppen
Mutproben und Unachtsamkeit

Das Bildungspaket „Olis Chance“ besteht aus einem Animationsfilm und einer Broschüre für den fachübergreifenden Unterricht der Klassenstufen vier bis acht. Es thematisiert unter anderem Mutproben und Unachtsamkeit an Bahnanlagen. Zudem sind ein Quiz „Sicher unterwegs mit Oli" sowie Filme und weitere Materialen zum richtigen Verhalten an Bahnanlagen zu finden. Das Material ist abrufbar unter: www.olis-bahnwelt.de/sicher_unterwegs.

Youtube Video Olis Chance 


Download „Olis Chance“

Download „Sicher mit Oli unterwegs“

Sicher unterwegs mit Oli  PDF | 757,7 KB
YouTube-Serie zum Verhalten an Gleisen

Mit „Wir wollen, dass Du sicher ankommst“ wendet sich die DB mit acht emotionalen Videospots vor allem an Jugendliche und junge Eltern. Denn: Nicht nur Selfies an Gleisen zu machen, ist gefährlich. Alle Videos finden sich auf: https://www.deutschebahn.com/de/bahnwelt/draufabfahren/ankommen/gecheckt-sicher-unterwegs-1187314 oder auf dem YouTube-Kanal des DB-Konzerns als Playlist „Sicherheit an Bahnanlagen“. 

15.000 Volt sind tödlich

Das Medienpaket der Bundespolizei „Achtung Bahnstrom! 15.000 Volt sind tödlich - sucht Euch was anderes" richtet sich mit dem Unfallopfer Vanessa vor allem an Jugendliche. Neben einem aufrüttelnden Film enthält das Paket weitere Informations- und Unterrichtsmaterialien für Präventionsarbeit. Die Materialien stehen unter: https://www.bundespolizei.de/Web/DE/_Home/home_node.html zum Download bereit und können kostenlos unter kriminalpraevention@polizei.bund.de angefordert werden.

Leichtsinn an Bahnübergängen

Darüber informieren Deutsche Bahn, ADAC, Bundespolizei, Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), die gesetzlichen Unfallversicherungen VBG und UVB sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder e.V.“ insbesondere junge Fahranfänger über das richtige Verhalten am Bahnübergang. Mit Erfolg: mit der Kampagne „sicher drüber“ wurde die Zahl der Unfälle an den Kreuzungen von Schiene und Straße mehr als halbiert. Im Mittelpunkt steht ein emotionales Video mit einer klaren Botschaft: „Manchmal gibt es kein zurück! Bitte verhalte Dich nicht leichtsinnig an Bahnübergängen.“ Dies und ergänzende Unterlagen unter: www.sicherdrueber.de bzw. www.deutschebahn.com/bahnuebergaenge.

Besonderheiten des Eisenbahnbetriebs

Anders als Fahrzeuge auf der Straße können Züge Hindernissen nicht ausweichen. Wegen ihrer großen Masse haben sie außerdem einen sehr langen Bremsweg: Bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern braucht ein Zug selbst bei einer Vollbremsung noch etwa 800 bis 1.000 Meter, bis er zum Stehen kommt. Mehr und mehr moderne Züge fahren wesentlich leiser als ihre Vorgängermodelle und sind erst spät zu hören.

Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt auch die Geschwindigkeit. ICE-Züge fahren mit durchschnittlich 160 Stundenkilometern auch durch einige Bahnhöfe und Haltepunkte. Aus diesem Grund ist an Bahnanlagen besondere Achtsamkeit erforderlich. Vorsicht ist zudem bei elektrischen Oberleitungen mit einer Spannung von 15.000 Volt geboten. Berührungen verursachen meist tödliche Verletzungen und selbst bei einem Abstand von bis zu eineinhalb Metern kann der Strom in einem Lichtbogen überspringen. Daher ist es wichtig, immer genügend Abstand zu Oberleitungen zu halten und sich nicht etwa durch das Klettern auf Fahrzeuge – selbst wenn diese abgestellt sind – in Lebensgefahr zu begeben.

Das unerlaubte Betreten von Bahn- bzw. Gleisanlagen ist verboten 

Das Betreten von Bahnanlagen ist nur autorisierten Personen gestattet und kann eine Geldbuße von bis zu 5.000 Euro nach sich ziehen, wenn dies nicht beachtet wird. Bei einer konkreten Gefährdung des Eisenbahnbetriebs kann ein solcher Eingriff auch als Straftat mit einer Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren geahndet werden. Darüber hinaus können Schadensersatzforderungen der Bahn bzw. Regressforderungen von Reisenden erhoben werden.

Komplettes Einzäunen der Gleise nicht möglich

In Einzelfällen sichert die Bahn besonders sensible Stellen entlang der Schienen gesondert ab, beispielsweise an Hochgeschwindigkeitsstrecken. Die Maßnahmen reichen von zusätzlicher Bestreifung durch die Bundespolizei über zusätzliche Schilder, Erdwälle oder andere Hindernisse wie Lärmschutzwände oder Bepflanzungen bis hin zu Zäunen. Ein Einzäunen des gesamten Streckennetzes ist – wie bei Wasserstraßen und Autobahnen auch – aufgrund der Größenordnung nicht möglich.