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Varel

Neue Planungen für die Bahnhofsbrücke Varel

Barrierefreiheit im Bahnhof Varel nach wie vor Bestandteil der Planung

Für die geplante Elektrifizierung der Ausbaustrecke (ABS) Oldenburg–Wilhelmshaven ist die aktuelle Höhe der Fußgängerbrücke im Bahnhof Varel nicht ausreichend. Deshalb sind umfangreiche Baumaßnahmen an dem denkmalgeschützten Bauwerk erforderlich. In diesem Zusammenhang sollen auch Aufzüge installiert werden, die den barrierefreien Zugang zum Mittelbahnsteig ermöglichen.

Bereits zu Beginn der Planungen für die Elektrifizierung zeichnete sich ab, dass die notwendigen Änderungen an der zu niedrigen Brücke für die Elektrifizierung und die Anforderungen an den Denkmalschutz im Bahnhof Varel sich schwer unter einen Hut bringen lassen. Kern des Denkmalschutzes ist die massive Bauweise als Eisenbetonkonstruktion mit Mauerwerksausfachung. Es handelt sich um eine für die damalige Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts schon sehr fortschrittliche Bauweise für ein derartiges Bauwerk.

Die Deutsche Bahn hat nach umfangreichen Voruntersuchungen und der Betrachtung mehrerer Varianten die Anhebung des Gesamtbauwerkes als einzige Lösungsmöglichkeit herausgearbeitet. In diesem Zusammenhang sollten dann auch Aufzüge an der Nordseite der Brücke gebaut werden, da bei umfangreichen Umbauten an öffentlichen Verkehrsanlagen auch zwingend die Barrierefreiheit hergestellt werden muss.

Nach Abschluss der Planungen ergaben sich geschätzte Kosten von circa 2,6 Millionen Euro (ohne die Aufzüge), die damit immerhin schon mehr als das doppelte eines zeitgemäßen Neubaus betragen und somit auch als vertretbare Kostenobergrenze eingestuft wurden. Anfang 2017 erfolgte die Ausschreibung der Arbeiten, in deren Ergebnis dann allerdings nur ein Angebot eingereicht wurde. Dieses Angebot lag mit einer Angebotssumme von knapp 4 Millionen Euro deutlich über der Kostenobergrenze. Trotz weitergehenden Überlegungen, die sogar einen Teilabbruch und -wiederaufbau der alten Brücke beinhalteten, konnte keine deutliche Kostenreduzierung erreicht werden.

Da eine Erweiterung des Finanzierungsrahmens ebenfalls nicht möglich ist, hat sich die DB AG dazu entschlossen, bei der weiteren Planung den Erhalt des Baudenkmals nicht mehr weiter zu verfolgen, sondern die Planungen für einen Abbruch der alten und Neubau einer modernen Bahnsteigbrücke weiter zu verfolgen.

„Wir haben die Planungen für den Erhalt des Baudenkmals intensiv und mit sehr viel Aufwand betrieben“, erläutert Projektleiter Ulrich Beyer.

„Die Denkmalbehörden haben uns konstruktiv auf diesem Weg begleitet“, so Beyer weiter. Die Höhe der Kosten und auch die technischen Risiken, die man bei Arbeiten in derart alter Bausubstanz auch im Blick haben muss, haben letztlich zum Entschluss für einen Abbruch geführt. „Leicht ist uns dieser Entschluss nicht gefallen.“

Die DB AG wird nun so rasch wie möglich den denkmalrechtlichen Abbruchantrag auf den Weg bringen. Das weitere Vorgehen hängt von dem Ergebnis der Antragsprüfung ab. Die Einrichtung der Barrierefreiheit im Bahnhof Varel bleibt nach wie vor Bestandteil der Planung, wenngleich sich die Realisierung etwas hinauszögert.