DB Logo

Oberstaufen

Freie Fahrt im Oberstaufen-Tunnel

160 Jahre altes Bauwerk saniert – 25 Millionen Euro investiert

Von April bis Dezember fuhren keine Züge durch den Bahntunnel bei Oberstaufen. Stattdessen waren die Bauarbeiter am Werk. Nun ist das 1854 errichtete Bauwerk komplett erneuert und die DB Netz konnte im Beisein von Vertretern des Bayerischen Verkehrsministeriums und der Kommunalpolitik heute die Eröffnungsfahrt unternehmen. Vom kommenden Sonntag an werden wieder 52 Züge am Tag auf der Strecke zwischen Immenstadt und Oberstaufen durch den einzigen Bahntunnel im Allgäu fahren.

Jan Petrat, Leiter Produktionsdurchführung Augsburg, DB Netz: “Der über 160 Jahre alte Tunnel musste erneuert werden, weil starke Verwitterung, eindringendes Wasser und Frostschäden ihm arg zugesetzt hatten. Diese Arbeiten waren aufwändiger als geplant und erforderten deshalb leider eine lange Bauzeit.“ Der Oberstaufener Bahntunnel erhielt ein vollständiges Lifting. DB Netz erneuerte und modernisierte  das 123 Meter lange Tunnel-Bauwerk mit einer Betoninnenschale, mit neuen Gleisen und neuer Signaltechnik. Im Mittelpunkt der Tunnelarbeiten stand die Aufweitung des Querschnitts von acht auf 12 Meter und die Verbesserung des Steinschlagschutzes an den Tunnelportalen. Dabei wurden große Mengen Fels weggesprengt. 3,5 Tonnen Sprengstoff waren nötig um rund 15 000 Tonnen Gestein auszubrechen. Anschließend verbaute DB Netz ca. 4.500 m³ Beton und 500 Tonnen Stahl für die neue wasserdichte Innenschale und die Verlängerung des Tunnels.

Probleme bei der Herstellung der Betoninnenschale und Schwierigkeiten mit dem Baugrund auf der Nordseite des Tunnels machten eine Änderung des Bauverfahrens nötig und sorgten für Verzögerungen von sechs Wochen. Die Züge können den Tunnel künftig mit 80 km/h statt bisher 30 km/h befahren, zudem ist der Streckenabschnitt jetzt auch für Doppelstockzüge freigegeben.

Gleichzeitig baute die Bahn in Oberstaufen Weichen ein und passte die Signaltechnik an, um künftig mehr Flexibilität auf der Strecke zu erhalten. Parallel dazu erneuerte die Bahn südlich des Tunnels 9500 Meter Gleise und errichtete drei neue Brücken sowie acht Durchlässe. Auch zwei Bahnübergänge wurden umgebaut und sind nun mit Vollschranken ausgerüstet.

„Die lange Zeit des Fahrens mit Ersatzbussen ist nun vorbei. Wir danken den Bahnreisenden und Anwohnern für das Verständnis und die Geduld. Nun haben  wir eine leistungsfähige Bahnstrecke, die fit ist für die kommenden Jahrzehnte und von der alle Bahnkunden einen Nutzen haben“, so Bärbel Fuchs, Geschäftsleiterin DB Regio Allgäu.