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Stuttgart

Bahngipfel in Waldshut zu Verbesserungen auf der Hochrheinstrecke

Ministerium und DB Regio stellen Drei-Stufen-Plan zur Steigerung der Betriebsqualität vor • Einsatz anderer Fahrzeuge in Prüfung und Verbesserungen bei der Kundenkommunikation • Verfügbarkeit VT 612 im 4. Quartal 2018 deutlich verbessert

Heute fand der zweite Schienengipfel zur Hochrheinstrecke statt. In Waldshut trafen sich Prof. Dr. Uwe Lahl, Ministerialdirektor des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg, die beiden Bundestagsabgeordneten Rita Schwarzelühr-Sutter und Felix Schreiner sowie die Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller, Thorsten Krenz, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg und David Weltzien, Vorsitzender der Regionalleitung von DB Regio in Baden-Württemberg, sowie zahlreiche Spitzenvertreter aus den Kommunen und dem Landkreis Waldshut-Tiengen, um weitere Verbesserungen der Betriebsqualität im Rahmen eines Drei-Stufen-Plans zu vereinbaren.

Im Rahmen dieses Plans beschafft DB Regio zunächst drei weitere VT 612, die aus anderen Netzen in Deutschland kommen und den Einsatz der Fahrzeuge im Netz 5 absichern sollen. In einer zweiten Stufe werden diese Fahrzeuge durch Fahrzeuge ersetzt, die bereits in Baden-Württemberg im Einsatz sind und aufgrund von Leistungsübernahmen durch andere Betreiber nicht weiter benötigt werden. Hierdurch können auch für einzelne Leistungen im Donautal Fahrzeuge zum Einsatz kommen, die aufgrund von zusätzlicher Türen und verbesserten Einstiegsverhältnissen insbesondere in der Fahrrad- und Freizeitsaison geeigneter sind. In der dritten Stufe ist eine grundsätzliche Veränderung der Verkehre auf der Hochrheinstrecke angestrebt, die dann deutliche Verbesserungen bringen soll.

Die gegenwärtigen Probleme auf der Hochrheinbahn sind indes unstrittig.
„Wir müssen in den nächsten Wochen sehen, dass die defekten Fahrzeuge schneller repariert werden, dass die Zahl der zur Reparatur anstehenden Fahrzeuge reduziert wird und dass wir schnellstmöglich weitere Fahrzeuge auf die Hochrheinstrecke bekommen“, betont Ministerialdirektor Dr. Uwe Lahl, Amtschef im Landesministerium für Verkehr. Er erneuerte sein Angebot an die Bahn, mit Landesmitteln die Bereitstellung zusätzlicher Fahrzeuge zusätzlich zu den gültigen Verkehrsverträgen finanziell zu ermöglichen. „Sobald sich eine solche Möglichkeit findet, machen wir das“, bekräftigte der Ministerialdirektor. Auch eine finanzielle Unterstützung für die Bahn für den Aufbau einer zusätzlichen Personalreserve stellte Lahl in Aussicht.

Die Kundenkommunikation wird noch im ersten Halbjahr 2019 verbessert, indem eigene SocialMedia-Kanäle speziell für die Kunden der Hochrheinstrecke ausgebaut oder auch neu entwickelt werden. „Auch etablierte Apps wie der DB-Streckenagent erreichen nicht alle Kunden. Daher ist es wichtig, die Kommunikation im SocialMedia-Bereich gezielt auszubauen, um die Kunden bei Unregelmäßigkeiten besser zu informieren“, erläutert Thorsten Krenz.

Die Verfügbarkeit der Neigetechnikfahrzeuge der Baureihe VT 612 hat sich im 4. Quartal 2018 verbessert, die Notwendigkeit, an einer nachhaltigen Stabilisierung der Verkehre auf der Hochrheinstrecke zu arbeiten, bleibt jedoch unverändert bestehen. Hierzu sollen nun zusätzliche Fahrzeuge im Netz helfen. Eine grundlegende Änderung des Fahrzeugeinsatzes ist in Prüfung.

„Ich bin froh, dass wir die Verfügbarkeit der VT 612 zum Ende der Sommerferien wie angekündigt stabilisieren konnten und sich die nicht geplanten Werkstattzuführungen für Reparaturen an den Fahrzeugen deutlich reduziert haben. Es verbleibt jedoch die Herausforderung, dass Unfallschäden direkt zu Lasten unserer Betriebsreserve gehen“, so David Weltzien und ergänzt: „Ich bin froh, dass wir mit dem Ministerium einen Stufenplan vereinbart haben, mit dem wir grundsätzlich für mehr Stabilität im Netz sorgen. Das gilt für die Hochrheinstrecke und auch für andere Teile des Landes.“

Zusätzliche Verbesserungen versprechen sich alle Beteiligten von der geplanten Elektrifizierung und dem weiteren Ausbau der Hochrheinstrecke, für dessen Planung zurzeit in der Region Hochrhein wichtige Grundsteine gelegt werden. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass dieser Ausbau schneller als geplant vorankommt“, so Ministerialdirektor Uwe Lahl. „Für eine Modernisierung des Schienennetzes ist es höchste Eisenbahn.“ Gegenwärtig geht man von einer Umsetzung des Ausbaus der Hochrheinstrecke für die Jahre 2025 bis 2027 aus.

Der erste Schienengipfel zur Hochrheinstrecke fand im August 2018 statt. Das im Gipfel vereinbarte Treffen der Fachbereiche aller Beteiligten im November 2018 führte bereits zu Verbesserungen bei der Fahrzeugverfügbarkeit.