Deutsche Bahn
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21.12.2015 München

Münchner Hauptbahnhof erstrahlt im neuen "Lichterglanz"

Neue Beleuchtungsanlage sorgt für mehr Licht und gleichmäßigere Ausleuchtung • Umweltfreundliche LED-Technik mit größerer Effizienz • Investition von rund 3,5 Millionen Euro

Rechtzeitig vor Weihnachten erstrahlt der Münchner Hauptbahnhof im neuen „Lichterglanz“. Die Bahn nahm am Montag eine neue Beleuchtungsanlage in Betrieb, die in der Gleishalle und auch an den Bahnsteigdächern außerhalb der Halle für eine deutlich bessere Ausleuchtung sorgt.

Der Münchner Hauptbahnhof erstrahlt in neuem Lichterglanz.

Insgesamt rund 1600 neue Leuchten, davon über 1000 in der Halle und fast 600 im Bereich der Bahnsteigdächer, sorgen dafür, dass der Bahnhof deutlich heller beleuchtet ist als zuvor und damit den aktuellen Regelwerken entspricht. Weil ausschließlich LED-Leuchten verwendet wurden, ließ sich dieser enorme Qualitätszuwachs mit nur einem geringfügig höheren Stromverbrauch erreichen. Die LED-Technik ist ca. 30 Prozent effizienter als die konventionelle Beleuchtungstechnik. 

Die alte Beleuchtung stammte teilweise noch aus den frühen 1960er Jahren, als der Hauptbahnhof in seiner jetzigen Form gebaut wurde. Auch wenn die Beleuchtungskörper später immer mal wieder ausgetauscht wurden, waren zuletzt doch fast ausschließlich konventionelle Leuchten wie Leuchtstoffröhren oder Metalldampflampen im Einsatz. Bei den neuen langlebigen LED-Leuchten handelt es sich um nur zwei Typen, was Vorteile bei der Wartung und Instandhaltung mit sich bringt.

Neue Leuchten in fünf Metern Höhe angebracht

Neben der deutlich erhöhten Helligkeit stellt die gleichmäßigere Ausleuchtung des Bahnhofs einen Vorteil insbesondere für sehbehinderte Fahrgäste dar. Die alten Leuchten waren überwiegend an der Hallendecke angebracht und führten nicht zuletzt wegen der Aufbauten auf den Bahnsteigen zu unterschiedlich hellen Bereichen. Die neuen Leuchten sind größtenteils in fünf Metern Höhe an Masten angebracht, die im Jahr 2011 für eine neue Sprachalarmierungsanlage aufgestellt worden sind. Jeder Mastausleger ist mit sechs Lichtpunkten ausgestattet. Die niedrigere Positionierung der Leuchten spart Energie und erleichtert die Wartung.

Die Leuchten sind dimmbar und ermöglichen so eine Nachtabsenkung in den betriebsarmen Zeiten auf die halbe Lichthelligkeit bei nur halbem Stromverbrauch. So wird jederzeit das Regelwerk entsprechend den Reisendenzahlen eingehalten und nur so viel Energie eingesetzt wie nötig.

Doppelte Rückfallebene bei Stromausfall

Die neue Beleuchtungsanlage ist mit einer doppelten Redundanz bei Stromausfall ausgestattet. Sollte die Allgemeinbeleuchtung durch einen Stromausfall oder technischen Defekt ausfallen, wird ein Teil der Anlage noch als Ersatzbeleuchtung mit 15 Prozent der Lichthelligkeit zur Verfügung stehen. Mit dieser Ersatzbeleuchtung kann der Bahnbetrieb aufrecht erhalten werden. Die Versorgung der Ersatzbeleuchtung mit Energie erfolgt im Falle eines Stromausfalls über eine Einspeisung aus der Oberleitung. Um diese Energie nutzen zu können, wird über einen Trafo der Strom der Oberleitung von 15.000 auf 400 Volt transformiert und mit einem elektrischen Umrichter die benötigte Frequenz von 50 Hertz erzeugt.

Sollte auch diese Stromquelle z.B. aufgrund einer Abschaltung der Oberleitung nicht nutzbar sein, kann die Anlage über einen Batteriepuffer eine Stunde lang weiter betrieben werden. Das reicht aus, um den Fahrgästen das sichere Verlassen der Bahnhofshalle zu ermöglichen. Auf ein Dieselaggregat als Rückfallebene für die Beleuchtung kann zukünftig verzichtet werden.

Eine solche Lichtanlage ausschließlich mit LED-Leuchten geht in dieser Größenordnung an deutschen Bahnhöfen erstmals in Betrieb. Es handelt sich bundesweit auch um die erste Anlage, die als Rückfallebene ihren Strom aus der Oberleitung bezieht. Damit verfügt der Münchner Hauptbahnhof zukünftig über eine besonders kosteneffiziente und umweltschonende Beleuchtung.

Die Bahn investierte rund 3,5 Millionen Euro aus Bundes- und Eigenmitteln in die neue Beleuchtungsanlage.