Deutsche Bahn
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09.03.2017 15:00 Uhr Düsseldorf/Münster

Online im Regionalexpress: WLAN-Pilot im Nahverkehr nimmt zwischen Mönchengladbach und Münster Fahrt auf

Testphase in ausgewählten Zügen auf der Linie RE 42 • Erste Fahrzeuge mit kostenfreiem WLAN-Zugang ab dem 13. März unterwegs

Ab dem 13. März steht Fahrgästen in zwei Zügen der Linie RE 42 erstmals ein kostenfreier Internet-Zugang zur Verfügung. Insgesamt stattet DB Regio NRW vier der zwischen Mönchengladbach und Münster verkehrenden Regionalexpress-Fahrzeuge vom Typ ET 1428 zu Testzwecken mit WLAN-Systemen aus. Die Nahverkehrstochter der Deutschen Bahn bringt das Pilotprojekt in Kooperation mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), dem Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und dem benachbarten Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) auf die Schiene.

„Ziel des einjährigen Testbetriebs ist es unter anderem, Erfahrungen über die notwendige technische Ausrüstung, die Dauer und den Aufwand der Umbauarbeiten sowie die damit verbundenen und laufenden Kosten zu sammeln“, erklärt Rolf Ommen, Abteilungsleiter Nahverkehrsmanagement des VRR.

Denn in einem Nahverkehrszug ist es nicht wie im heimischen Netz damit getan, den Router in einer Buchse einzustecken. Für die Empfangstechnik muss auf dem Dach zunächst eine spezielle Antenne installiert werden. Außerdem verlegen Elektriker im Inneren des Schienenfahrzeugs ein aufwändiges Kabelsystem. Dafür müssen Teile der Innenverkleidung entfernt und nach der Montage der elektronischen Bauteile wieder angebracht werden. Insgesamt nimmt die WLAN-Ausrüstung eines einzelnen Fahrzeugs etwa vier Tage am Werkstattstandort Münster in Anspruch.

WLAN Pilotprojekt DB Regio NRW

Auch anders als bei einem stationären WLAN-Anschluss sind für eine stabile Internetverbindung im fahrenden Zug besondere Herausforderungen zu meistern. Dazu gehört zum Beispiel die stark variierende Netzabdeckung der Mobilfunkanbieter entlang der Strecken. Zum Teil gibt es Funklöcher, insbesondere in ländlichen Gegenden.

 „Im Rahmen des Pilotprojekts wollen wir Erfahrungen sammeln, wie zuverlässig das WLAN in einem Nahverkehrszug funktioniert, der in Regionen mit unterschiedlicher Ausleuchtungsstärke unterwegs ist“, so Michael Geuckler, Mitglied der Geschäftsleitung des NWL. Um möglichst belastbare Ergebnisse zu gewinnen, wurde die Linie RE 42 als Pilot-Teststrecke ausgesucht: Diese verläuft sowohl durch ländliche Regionen als auch durch den Ballungsraum Ruhrgebiet.

„Viele Pendler legen zwischen Wohn- und Arbeitsort immer längere Strecken zurück“, stellt Andree Bach, Vorsitzender der Regionalleitung von DB Regio NRW, heraus. „Reisezeit wird damit auch im Nahverkehr zunehmend zur wertvollen Nutzzeit.“ Diese effektiv und verlässlich für berufliche oder private Belange verwenden zu können, schaffe einen deutlichen Mehrwert gegenüber dem Individualverkehr. „Die Voraussetzungen für WLAN in Bestandsfahrzeugen quasi ,unterm rollenden Rad‘ zu schaffen, ist eine besondere Herausforderung. Dieses Pilotprojekt wird uns nicht nur technische sondern auch wirtschaftliche Erkenntnisse zur Möglichkeit der Nachrüstung bereits im Einsatz befindlicher Züge bringen“, so Bach.

Kostenlos online ohne Registrierung

Eine auffällige Fensterbeklebung sorgt dafür, dass die mit WLAN ausgestatteten Fahrzeuge schon beim Einstieg erkennbar sind. Im Zug informieren Plakate darüber, wie die Anmeldung am Router funktioniert. Das geht ganz einfach: Sobald der Browser des Smartphones, Tablets oder Laptops erstmals im Zug-WLAN gestartet wird, öffnet sich die Startseite des Routers. Hier erscheinen zunächst die Nutzungsbedingungen. Diese müssen mit einem Klick auf den Button „Hier online gehen“ akzeptiert werden. Besonderen Wert legen die Projektpartner auf die Wahrung des Datenschutzes. Eine persönliche Registrierung ist im System der Testfahrzeuge auf der RE 42 nicht notwendig. Vorteil für die Fahrgäste: Als WLAN-Nutzer müssen diese keine persönlichen Daten angeben.

Um möglichst umfassende und valide Erfahrungen sammeln zu können, wird es im Laufe des einjährigen Testbetriebs immer wieder technische Anpassungen geben. So wird unter anderem getestet, auf welche Weise der WLAN-Empfang entlang der Strecke möglichst stabil gehalten werden kann. Auch die Datenrate soll variiert werden, um herauszufinden, wie möglichst viele Fahrgäste gleichzeitig mit der bestmöglichen Geschwindigkeit surfen können. Ähnlich wie bereits in ICE-Zügen üblich, soll es in einer späteren Phase zudem ein „Content-Portal“ geben, über das Fahrgäste zum Beispiel Nachrichtensendungen und Spielfilm-Serien schauen können. Eine besonders wichtige Rolle bei dem Pilotprojekt spielt die Meinung der Fahrgäste. Deshalb ist die Durchführung von Kundenbefragungen – größtenteils per Online-Fragebogen - vorgesehen, bei denen auf rege Beteiligung gehofft wird.

WLAN Pilotprojekt DB Regio NRW

WLAN-Test im Nahverkehr auf der RE 42: Pilotprojekt liefert wichtige Erkenntnisse zu Technik, Möglichkeiten und Kosten

Nahverkehrskunden wünschen sich auch in Regionalzügen und S-Bahnen einen freien Internetzugang . stabiler Empfang  mit  WLAN-System bringt   einige Herausforderungen mit sich.

(Düsseldorf, 9. März 2017)  Freies WLAN in Bibliotheken, Cafés, Flughäfen und Bahnhöfen gehört heute zu unserem Alltag. Doch im Gegensatz zu einem stationären Haus-Anschluss ist es im Nahverkehrszug nicht damit getan, den Router in einer Buchse einzustecken. Die Fahrzeuge müssen mit einer speziellen Empfangstechnik ausgestattet werden. Um mehr über die technischen Voraussetzungen, Nutzungsmöglichkeiten und Kosten zu erfahren, stattet DB Regio NRW gemeinsam mit den Aufgabenträger VRR und NWL sowie dem an Nordrhein-Westfalen grenzenden RVM vier Nahverkehrszüge testweise mit einem WLAN-System aus. Ein Jahr lang können Fahrgäste den kostenfreien Internet-Zugang ausprobieren und ihr Feedback geben.

Schwankende Netzabdeckung in ländlichen Gebieten

Eine der größten Herausforderungen ist die schwankende und mitunter lückenhafte Netzabdeckung der Mobilfunkanbieter entlang der Nahverkehrsstrecken. Besonders in ländlichen Regionen kann die Fahrt immer wieder durch Funklöcher führen. Für das Pilotprojekt in NRW wurde daher bewusst die Linie RE 42 zwischen Münster und Mönchengladbach als Teststrecke ausgesucht. Durch die Kombination von ländlichen Gegenden und städtischen Gebieten, wie dem Ballungsraum Ruhrgebiet, sind die Ergebnisse besonders belastbar.

Vier Regionalexpress-Fahrzeuge des Typs ET 1428 werden im DB Regio-Werk Münster umgebaut. Unter anderem werden leistungsstarke Antennen auf dem Dach installiert. Außerdem verlegen Elektriker im Inneren des Schienenfahrzeugs ein aufwändiges Kabelsystem. Dafür müssen Teile der Innenverkleidung entfernt und nach der Montage der elektronischen Bauteile wieder angebracht werden. Etwa vier Tage nimmt die WLAN-Ausrüstung pro Fahrzeug in Anspruch.

Bessere Verfügbarkeit durch Netzbündelung

Um einen leistungsfähigen WLAN-Hotspot bereitzustellen, setzt DB Regio NRW auf ein „Multi-Provider-System“. Dabei wird der Zug-Router mit mehreren SIM-Karten versehen, die parallel die Netze von Telekom, Vodafone und Telefonica nutzen. Durch die Bündelung wird die Mobilfunkabdeckung deutlich gesteigert: Ist der Empfang eines Providers einmal schlechter, gibt es über die anderen beiden Netze eine Rückfallebene.

Zudem kann der Datenverkehr auf mehrere Anbieter verteilt werden, sodass es nicht zur Überlastung eines einzelnen Netzes kommt. In den Zügen der Linie RE 42 haben bis zu vierhundert Reisende Platz. Auch wenn nicht alle Fahrgäste im Internet surfen, greifen viele Menschen gleichzeitig über Smartphones, Tablets und Laptops auf das Mobilfunknetz zu. Hinzu kommt: Auf der Linie RE 42 bewegen sich die Züge mit durchschnittlich 95 km/h durch sogenannte Funkzellen, in die ein Mobilfunknetz aufgeteilt ist. Nicht zu sehen ist dabei, dass die Geräte sich bei jedem Übergang automatisch von einer Funkzelle ab- und in der nächsten anmelden.

Dabei ist die Metall-Außenhaut der Züge nicht das größte Problem. Elektromagnetische Wellen bahnen sich auch durch Fenster ihren Weg in den Innenraum, sofern diese nicht metallbedampft sind. Das größte Problem ist die Netzabdeckung entlang von Schienen, die der von Autobahnen immer noch nachhinkt. Neben der technischen Ausrüstung der Fahrzeuge ist deshalb  der Netzausbau der Mobilfunknetzbetreiber in den kommenden Jahren besonders wichtig. Die Deutsche Bahn ist dazu bereits mit den Mobilfunkanbietern, Aufgabenträgern und anderen Verkehrsunternehmen im Gespräch.

Umfangreiche Testergebnisse durch technische Anpassungen

Bereits seit letztem Jahr wird das Multi-Provider-System auch für das WLAN-Angebot in ICE-Fernverkehrszügen eingesetzt. Die Testwerte aus dem Fernverkehr können aber nicht einfach auf den Nahverkehr übertragen werden. Dafür unterscheidet sich die Infrastruktur zu sehr. Daher ist es wichtig, eigene Erfahrungen zu sammeln und im Laufe des einjährigen Pilotprojekts immer wieder technische Anpassungen durchzuführen. So wird zum Beispiel geprüft, wie viel Datenvolumen mit welcher Datenrate jedem Nutzer zur Verfügung stehen können. Das Ziel ist es nicht nur die Verfügbarkeit zu verbessern, sondern jedem Nutzer auch die bestmöglich verfügbare Datenrate bereitzustellen. So soll zum Beispiel nicht vermieden werden, dass ein Fahrgast seine Mails nicht abrufen kann, weil der Sitznachbar gerade einen Film herunterlädt.

Zusätzliches Content-Portal auch offline verfügbar

Neben den technischen Grundvoraussetzungen des WLAN-Systems steht die Nutzerfreundlichkeit im Fokus. Im Regionalexpress RE 42 sind Reisende durchschnittlich 17 Minuten unterwegs. Bei der Anmeldung im WLAN sollen sie daher keine Zeit verlieren: Sobald der Browser des Smartphones, Tablets oder Laptops erstmals im Zug-WLAN gestartet wird, öffnet sich die Startseite des Routers. Hier erscheinen zunächst die Nutzungsbedingungen. Mit einem Klick auf den Button „Hier online gehen“ können diese akzeptiert werden. Auch der Datenschutz ist somit gewahrt: Indem eine Registrierung im klassischen Sinne nicht notwendig ist, müssen die Nutzer keine persönlichen Daten angeben.

Ähnlich wie bereits in ICE-Zügen üblich, wird es auch ein zusätzliches Content-Portal geben, über das Fahrgäste zum Beispiel Nachrichtensendungen und Serien schauen können. Indem die entsprechenden Dateien auf Festplatten im Zug gespeichert sind, stehen sie offline zur Verfügung. So sind die Inhalte auch abrufbar, wenn die Mobilfunkversorgung entlang der Strecke einmal schlechter sein sollte. Hinzu kommt: Umso mehr Kunden das Offline-Angebot nutzen, umso weniger wird das Mobilfunknetz beansprucht. Das kommt den Fahrgästen zugute, die unterwegs lieber surfen möchten oder online arbeiten wollen. 

Kostenloses WLAN im Nahverkehr: DB Regio bietet leistungsfähige Technik und Informationsportal

WIFI@DB Regio bereits auf ersten Strecken verfügbar • Weitere Ausrüstung gemeinsam mit Aufgabenträgern • Informationsportal im Test

(Berlin, 20. November 2016) Reisezeit ist heute Nutzzeit: Um auch im Zug immer online sein zu können, wünschen sich viele Kunden WLAN im Regionalverkehr. Daher hat DB Regio nun eine technische Lösung für kostenloses Internet über WLAN entwickelt. Auf ersten Strecken ist WIFI@DB Regio bereits vereinzelt verfügbar, etwa im Fugger-Express von München nach Augsburg sowie auf der Strecke Kiel–Lübeck–Lüneburg. Zudem soll es auch im Nahverkehr ein Informationsportal geben. Hier laufen ebenfalls Tests, etwa bei der S-Bahn Stuttgart. Ziel ist es, mit Unterstützung der Aufgabenträger, die im Auftrag der Bundesländer die Leistungen im Regionalverkehr bestellen, bis 2020 einen Großteil der DB Regio-Züge auszurüsten.

DB Regio hat gemeinsam mit den Aufgabenträgern verschiedene WLAN-Systeme getestet. Als leistungsfähigste Lösung stellte sich ein „Multi-Provider System“ heraus, das parallel die Mobilfunknetze der drei Mobilfunkanbieter verwendet, um die bestmögliche Verfügbarkeit und Bandbreite bereit zu stellen. Welche Bandbreite im Zug zur Verfügung steht, ist abhängig von der Leistungsfähigkeit der Mobilfunknetze. Bei schlechter Mobilfunkversorgung entlang der Strecke sorgt das neue Informationsportal für ein Grundangebot, denn es steht auch offline zur Verfügung. Das Portal bietet unter anderem Nachrichten, aktuelle Informationen zur Reise und touristische Informationen.

„WLAN ist Teil der modernen Lebenswelt, unterwegs wie zuhause“, sagt Jörg Sandvoß, Vorstandsvorsitzender DB Regio. „Deswegen haben wir mit WIFI@DB Regio ein Produkt entwickelt, das bei entsprechender Mobilfunkausleuchtung eine stabile Internetverbindung in den Zug bringen kann. Bei Mobilfunklücken gibt es attraktive Angebote über ein Informationsportal.“

Ziel ist es, den Reisenden einen möglichst permanent verfügbaren Internet-zugang zu bieten. Daher hat DB Regio die Mobilfunkabdeckung auf 21.000 Kilometern Streckennetz gemessen. Das Ergebnis: Im LTE-Netz konnte die Mindestdatenrate von 10 MBit/s bei der Telekom auf 54 Prozent, bei Vodafone auf 44 Prozent und bei Telefonica auf 35 Prozent der Streckenkilometer erreicht werden. Nur durch eine geschickte Bündelung aller drei Mobilfunknetze kann den Reisenden eine Mobilfunkausleuchtung von etwa 87 Prozent, davon zu 78 Prozent mit LTE angeboten werden. Das heißt: Auf einer 90 Minuten langen Fahrt ist der Reisende rund 15 Minuten ohne Empfang. Für eine zuverlässige Bereitstellung des Internetempfangs sind daher weitere Investitionen notwendig. Die Deutsche Bahn ist mit den Telekommunikationsunternehmen über den weiteren Netzausbau im Gespräch.