Deutsche Bahn
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06.09.2017 Düsseldorf

High-Tech hinter historischen Fassaden

125-jähriges Jubiläum für das Instandhaltungswerk der DB Fahrzeuginstandhaltung in Krefeld-Oppum / Rund 1.000 Mitarbeiter halten ICEs und Züge des Nahverkehrs technisch fit und sorgen bundesweit für zeitgemäße Designs

Bis auf die Haut zieht die Deutsche Bahn regelmäßig ihre elektrischen Triebzüge im Instandhaltungswerk in Krefeld-Oppum aus. „Schwere Instandhaltung“ heißt das im Fachjargon. Das Werk in Krefeld öffnete anlässlich des 125-jährigen Bestehens heute seine Türen und zeigte, wie an Deutschlands schnellen Zügen gearbeitet wird, wenn die Hüllen fallen. „Vor allem bei der Instandhaltung der ICE-Züge sind wir überregional führend. Die Vielfalt der Gewerke ist unsere Stärke genau wie das Know-how, das hier am Standort über Jahrzehnte gewachsen ist“, erläuterte Werkleiter Raphael Bayer. 

Als „Königliche Eisenbahn-Hauptreparaturwerkstatt zu Oppum“ startete  das Werk im Jahr 1892. Heute ist es ein High-Tech-Standort der Deutschen Bahn. Rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 86 Auszubildende sind hier tätig. Gearbeitet wird teilweise im Drei-Schichtbetrieb jeweils von Sonntagabend bis Samstagmittag. Das Werkgelände erstreckt sich über rund 200.000 m² - das entspricht etwa der Größe von 21 Fußballfeldern. Historisch ist lediglich noch die Fassade der sogenannten Richthallen, die unter anderem verschiedenste Werkstätten und eine Oberflächenbehandlungsanlage beherbergen. Von außen nicht sichtbar: Auf dem Gelände sind Gleisanlagen von über acht Kilometer Länge verbaut. Sie sind notwendig um Züge aus allen Perspektiven zu warten und zu prüfen.

Besonderes Augenmerk liegt neben der ICE-Instandhaltung auf der Drehgestell- und der Stoßdämpferwerkstatt sowie der sogenannten Ganzzugsbehandlung für Züge des Nahverkehrs. Hier bekommen Züge teilweise die tonnenschweren neue Drehgestelle oder Radsätze, neue Motoren und elektrische Leitungen eingebaut. Moderne Technik sorgt dafür, dass die schweren Lasten nicht zur Belastung für die Mitarbeiter werden. So etwa in der Stoßdämpferwerkstatt, wo ein Manipulator große Bauteile hebt und in die Prüfmaschine einschwingt.

Neben der reinen Instandsetzung übernehmen die Krefelder auch die Neufertigung von Komponenten und das Redesign der Elektrotriebzüge und ICE-Baureihen. Die Kunden kommen aus dem gesamten Bundesgebiet. Die S-Bahn München beispielweise hat unlängst die Modernisierung ihrer Züge im Oppumer Werk in Auftrag gegeben.