Deutsche Bahn

Ländersteckbriefe

Die Deutsche Bahn in Nordrhein-Westfalen

Zahlen, Daten und Fakten zur Deutschen Bahn und ihren Aktivitäten im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands.

(Berlin/Düsseldorf,  März 2017)  Die Deutsche Bahn (DB) beschäftigt in Nordrhein-Westfalen (NRW) mehr als 31.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie ist damit einer der größten Arbeitgeber im Land und sichert durch Aufträge und Effekte aus Einkommen allein bei den regionalen Unternehmen der Dienstleistungs- und Zulieferindustrie tausende weitere Arbeitsplätze. Die Bahn bildet in NRW mehr als 2.000 junge Menschen in rund 30 Berufen (Ausbildung und Duales Studium) aus; jedes Jahr werden rund 600 neue Auszubildende eingestellt. 

Täglich rollen rund 3.760 Personenzüge und S-Bahnen der DB durch das Land. Dazu kommen im bevölkerungsreichsten Bundesland weitere 1.980 Personenzüge von anderen Unternehmen. Fast 1,2 Millionen Reisende nutzen pro Tag Bahnen und Busse der Deutschen Bahn in NRW.

Gemeinsam mit den anderen Verkehrsunternehmen im Land bildet DB Regio NRW das Rückgrat des Nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen. Im Auftrag der Bestellerorganisationen Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, Nahverkehr Westfalen-Lippe und Nahverkehr Rheinland erbringt DB Regio NRW derzeit rund 70 Millionen Zugkilometer pro Jahr – und bietet mit maßgeschneiderten Mobilitätskonzepten eine echte Alternative zum Individualverkehr im verkehrsreichsten deutschen Bundesland.

Im Rahmen der Umsetzung von Verkehrsverträgen hat DB Regio NRW in den letzten Jahren mehr als eine halbe Milliarde Euro in Neufahrzeuge investiert. Außerdem haben mehr als 200 Doppelstockwagen, die im Regionalexpress-Verkehr in NRW unterwegs sind, eine komplette Rundumerneuerung erhalten. Neben einer intensiven Außen- und Innenreinigung wurden unter anderem Kopfstützen, Sitzpolster, Armstützen und Griffe ausgetauscht. Seit Ende 2016 bringt DB Regio NRW zudem mehr Zugfahrten und höhere Kapazitäten auf vielen Regionalexpress-Linien auf die Schiene. Mit dieser Qualitätssteigerung werden bereits jetzt die Weichen zum RRX-Vorlaufbetrieb gestellt, der zwischen 2018 und 2020 Fahrt aufnimmt.

Ein neues Partnerschaftsmodell setzt DB Regio NRW seit Ende 2015 gemeinsam mit National Express um, nämlich die Instandhaltung von 35 Triebfahrzeugen vom Typ Talent 2 für das britische Verkehrsunternehmen. 

Seit Mitte 2015 informieren die Streckenagenten die Regiokunden per Twitter und seit 2016 auch via WhatsApp NRW-weit über Störungen und Reisealternativen. Auf der Linie RE 42 zwischen Münster und Mönchengladbach testet die Deutsche Bahn im Rahmen eines Pilotprojektes zudem erstmals den WLAN-Einsatz im Nahverkehr der DB in NRW.

Unter dem Dach der DB Regio Bus sind in Nordrhein-Westfalen acht regionale Busgesellschaften zusammengefasst. Mit den Angebotsnamen Rheinlandbus, Westfalenbus und Ostwestfalen-Lippe-Bus erbringen sie im Stadt- und Regionalverkehr über 66 Mio. Fahrplankilometer für die Fahrgäste. Mit etwa 600 eigenen Bussen und über 1.200 Bussen von Auftragsunternehmen werden jährlich fast 100 Millionen Fahrgäste befördert. Damit ist DB Regio Bus der größte Anbieter von Buslinienverkehren in NRW.

DB Regio Bus NRW setzt auf digitale Angebote. Mit der Einführung der neuen, kostenlosen Smartphone-Apps „DB Busradar NRW“ (www.bahn.de/busradar) und „Wohin·Du·Willst“ (www.wohin-du-willst.de) hat DB Regio Bus den Service für seine Fahrgäste erweitert. Mit dem „Busradar“  können  Kunden die Buslinien von DB Regio Bus via App stets mit Echtzeitdaten im Blick behalten. Auch die App „Wohin·Du·Willst“ liefert relevante Informationen zur Reisekette direkt auf das Smartphone. Integriert sind die deutschlandweite Fahrplanauskunft – mit Echtzeitdaten - für den Öffentlichen Personennah- und Fernverkehr,  Verkehrsinformationen per Pushnachricht auf das Handy, Buchung von bedarfsgesteuerten Fahrtangeboten direkt aus der App heraus und die Speicherung der Fahrtwünsche.

In Köln investiert DB Fernverkehr rund 220 Millionen Euro in den Bau des bundesweit modernsten und ersten CO2-neutralen Instandhaltungswerkes. Mit der Inbetriebnahme Ende Oktober 2017 sichert die Bahn hiermit die Arbeitsplätze für rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Alle ICE-Baureihen und die kommende Zuggeneration ICE 4 können hier gewartet werden.

Die Bahn ist in Nordrhein-Westfalen ein starker und wichtiger Partner der Wirtschaft. Durch enge Koopera­tionen mit der verladenden Wirtschaft und anderen Bahnen entlastet das Unternehmen in erheblichem Umfang die Straßen des Landes. Beispiele hierfür sind Stahl-, Kohle-, Pkw- und Containertransporte von und nach West- und Osteuropa.

Wichtige Grenzübergänge zu den Nachbarbahnen sind Aachen West, Kaldenkirchen/Venlo und Emmerich mit dem direkten Anschluss an die Betuwe-Route und damit zu den niederländischen Häfen. Die bedeutendsten Marktbereiche sind Montan in Duisburg und Hagen sowie Chemie in Köln. Hinzu kommen stetig wachsende Containerverkehre in Duisburg und Köln.

Im Schienengüterverkehr werden etwa 182.000 Züge der DB Cargo Deutschland mit rund 41 Millionen Tonnen Güter in dem für NRW zuständigen Produktionszentrum Duisburg/Hagen für etwa 1400 Kunden gefahren.

Mit 700 Anschlussgleisen der verladenden Firmen in NRW am DB Streckennetz liegt jeder 5. Gleisanschluss in NRW. DB Cargo in NRW beschäftigt  etwa 2600 Mitarbeiter. Die Traktion nationaler und internationaler Einzelwagen, Ganzzüge und kombinierter Verkehre erfolgt in NRW vorrangig im Montanbereich, aber auch im Bereich Container, Chemie und Automotive. Dabei ist in NRW ein Großteil der Key Accounts der DB Cargo Deutschland vertreten.

Die Top Ten-Kunden umfassen etwa 45 Prozent der Gesamttonnage des Produktionszentrums Duisburg/Hagen. Größter Kunde hierbei ist Thyssen Krupp mit etwa 20,8 Millionen Tonnen transportierter Güter in 2016. 

In 2017 fließen rund 1,1 Milliarden Euro in die  Sanierung, Modernisierung und den Ausbau von Strecken in Nordrhein-Westfalen. Zusätzlich zu den Investitionen der DB Netz in die Schieneninfrastruktur in Höhe von 660 Millionen Euro gehen fast 140 Millionen Euro in den Erhalt und die  Modernisierung der Bahnhöfe. 11,8 Millionen Euro investiert die DB Energie. Hinzu kommen Instandhaltungsaktivitäten in der Schieneninfrastruktur im Wert von über etwa 260 Millionen Euro, bei der DB Station&Service AG rund 24 Millionen Euro und bei der DB Energie nochmals 2,5 Millionen Euro. 

Die DB Netz bündelt ihre großen Baumaßnahmen in die Schieneninfrastruktur zwischen Rhein und Ruhr in mehreren Baukorridoren mit vielen Einzelmaßnahmen von teilweise überregionalen Auswirkungen. Es werden etwa 390 Weichen, rund 512 Kilometer Schienen und 13 Brücken  dabei erneuert. 410.000 Schwellen und fast 590.000 Tonnen Schotter werden ausgetauscht. Insgesamt gibt es rund  1.000 größere  Baustellen in NRW.

Nordrhein-Westfalen hat heute ein Schienennetz mit einer Betriebslänge von etwa 4.700 Kilometern. Es gibt 697 Bahnhöfe in NRW.

Im letzten Sommer wurde die Kampagne „#1von150: Moderne Bahnhöfe für NRW“ (www.1von150.de) gestartet, die bis 2023 eine Modernisierung von insgesamt 150 Bahnhöfen mit einem Investitionsvolumen von rund einer Milliarde Euro vorsieht. Bis Ende 2019 sollen 80 Prozent der Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen stufenfrei sein.

87 Bahnhöfe wurden bereits im Rahmen der ersten Modernisierungsoffensive erneuert (ab 2004), 117 Bahnhöfe sind im Programm der Modernisierungsoffensive zwei (ab 2008) verankert, 35 sind für die Modernisierungsoffensive drei (2016-2023) vorgesehen. Für 71 Stationen gibt es zudem eine Planungsvereinbarung im Rahmen des Ausbaus für den Rhein-Ruhr-Express (RRX). Dazu kommt die Sanierung von Großbahnhöfen.

Bereits heute sind 99,3 Prozent der Stationen mit Wetterschutz ausgestattet, 73 Prozent aller Bahnhöfe sind stufenfrei (Plan bis Ende 2019: 80 Prozent). Etwa 800 dynamische Schriftanzeiger informieren die Reisenden in NRW.

Ein herausragendes Projekt ist die Fertigstellung des neu gebauten Empfangsgebäudes in Münster Hbf bis Ende des 2. Quartals. Für die Großstadtbahnhöfe Dortmund Hbf und Duisburg Hbf haben die Vorarbeiten für die Modernisierung begonnen.

DB Services sorgt im Rahmen der Offensive "Zukunft Bahn" dafür, dass die rund 450 Fahrtreppen bzw. Aufzüge an den Bahnhöfen in NRW in den Ballungszentren zu 97 Prozent verfügbar sind. Wesentlicher Treiber hierfür ist das Projekt für den Ausbau der Digitalisierung im Anlagenmanagement, kurz „Adam“. Im Zuge des Projektes ließ DB Station&Service fast sämtliche Anlagen mit einem Kommunikationsbaustein zur Fernüberwachung ausstatten.

Die Winterdienstzentrale der DB Services betreut über 1,2 Mio. Quadratmeter in ganz NRW und im Norden Hessens. In der Saison 2016/17 wurde in bislang über 28.000 Einsätzen eine Fläche von ca. 28,5 Mio. Quadratmeter von Schnee und Eis befreit, dies entspricht einer Fläche von 3.640 Fußballfeldern.

Rund 90.000 m² Graffiti wurde in 2016 von den Zügen der DB entfernt. Um den Graffitischaden zu reduzieren, wird DB Services zunehmend mit der Überwachung der Reinigungsstellen beauftragt. 

Die Großprojekte in NRW nehmen weiter Fahrt auf. So gab es im Januar in Oberhausen bereits den offiziellen Startschuss für die Ausbaustrecke Emmerich-Oberhausen. Für den ersten von zwölf Planfeststellungsabschnitten hatte das Eisenbahn-Bundesamt Baurecht erteilt. Mit der Bahnübergangsbeseitigung Rosa-/Rothofstraße in Oberhausen startet damit auch der offizielle Ausbau der Strecke.

Auch der Ausbau der Infrastruktur für den RRX startet  in 2017. In einem ersten Bauabschnitt wird der Verlauf der Gleise im Bereich Köln-Mülheim so umgestaltet, dass die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur dem zukünftigen Bedarf gerecht wird. Beim Ausbau der S13 stehen 2017 zunächst die Erneuerung der Oberleitungsanlage zwischen Menden und Vilich sowie erste Arbeiten an der Hilfsbrücke in Vilich, im Güterbahnhof Bonn-Beuel und Vorbereitungen an diversen Brücken an.

Insgesamt werden in den kommenden fünf Jahren mehr als 900 Millionen Euro in Aus- und Neubauprojekte investiert.

In Duisburg treibt die Stadt mit dem Team Wedau, einer Kooperation der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft NRW und DB Immobilien, die Planungen für den Bau von etwa 2.500 neuen Wohnungen auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Wedau weiter voran. Mit der Universität Duisburg-Essen soll zudem das ehemalige Ausbesserungswerk Wedau zum modernen Technologie- und Gewerbestandort entwickelt werden. Für eine direkte Anbindung an die Landeshauptstadt Düsseldorf hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr die Schienenverbindung über die Ratinger Weststrecke zur Aufnahme in den ÖPNV-Bedarfsplan 2017 angemeldet.

Auch in NRW zeigen sich erste Ergebnisse des Konzernprogramms „Zukunft Bahn“. So konnte durch das Programm „PlanStart“ und den Einsatz von sogenannten „Knotenkoordinatoren“ die Abfahrtspünktlichkeit der Fernzüge um rund 30 Prozent gesteigert werden. 1.100 Weichen (Stand März 2017) sind an das Weichendiagnosesystem „Diana“ angeschlossen, um präventiv drohende Störungen zu erkennen. Bis 2020 sollen 5.000 Weichen angeschlossen werden.

An 26 Fernbahnhöfen wurden 381 mehrzeilige Multizuganzeigen installiert, die über die nächsten drei Zugabfahrten informieren. An sieben Bahnhöfen wurden neue Wartebereiche mit USB-Anschlüssen und WLAN entwickelt.  

Neuer Wartebereich im Empfangsgebäude des Bahnhofs Köln Messe/Deutz


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Stand: März 2017