Deutsche Bahn
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01.02.2014 Frankfurt am Main,

Notfallmanager – Schlüsselfigur bei besonderen Ereignissen im Bereich der Deutschen Bahn

Bundesweit etwa 900 Notfallmanager mit Spezialausrüstung im Einsatz • Gezielte Qualifikation und Fachausbildung erforderlich • Einsatzleiter, Fachberater und Ansprechpartner für Rettungskräfte in einer Person

Der Notfallmanager der Deutschen Bahn ist eine Schlüsselfigur bei besonderen Ereignissen und Hilfeleistungseinsätzen im Bereich der Gleisanlagen. Er ist nicht nur kompetenter Ansprechpartner der DB für Feuerwehren und Rettungsteams vor Ort, sondern trägt als Fachberater auch die Verantwortung für Maßnahmen zum Schutz vor möglichen Gefahren aus dem Bahnbetrieb.


Ausbildung, Fachkenntnisse und Qualifikation

Alle etwa 900 Notfallmanager der Deutschen Bahn verfügen über eine fundierte eisenbahnbetriebliche Ausbildung. Diese kann zum Beispiel in einem Hochschul- oder Fachhochschulstudium zum Diplomingenieur, Master oder Bachelor sowie in innerbetrieblichen Aus- und Weiterbildungen, etwa zum Fachwirt für den Bahnbetrieb, erlangt werden.

Neben dieser Qualifikation sind Fachkenntnisse zu folgenden Themen erforderlich:

• Sicherheit im Bahnbetrieb,

• gesetzliche und untergesetzliche Regelwerke,

• Grundlagen der Eisenbahntechnik,

• Abwicklung gefährlicher Ereignisse sowie

• Befähigung zum Bahnerden der Oberleitung.

Vor ihrem ersten Einsatz bereiten sich die Notfallmanager in einem eineinhalbwöchigen Seminar auf ihre Aufgaben, Rechte und Pflichten vor. Dieses Grundseminar schließt mit einer schriftlichen und mündlichen Prüfung ab. Im Abstand von 24 Monaten werden die Kenntnisse in einem Fortbildungsseminar aktualisiert, das mit einer Lernerfolgskontrolle abschließt. In diesem Seminar wird insbesondere auch die Befähigung zum Bahnerden erneuert.


Aufgaben und Befugnisse

Der Notfallmanager ist Einsatzleiter für den Bereich der Deutschen Bahn und in dieser Funktion gegenüber allen am Ereignisort anwesenden DB-Mitarbeitern und Mitarbeitern anderer beteiligter Eisenbahnunternehmen weisungsbefugt. Wird gemäß Landesgesetz eine Einsatzleitung gebildet, ist er als Fachberater der Bahn Mitglied dieser.

Der Notfallmanager ist ständig erreichbar. Sein Zuständigkeitsbereich ist so geschnitten, dass er unter Berücksichtigung normaler Straßen- und Witterungsverhältnisse in der Regel nach maximal 30 Minuten zur Verfügung stehen kann.

Zu seinen wichtigsten Aufgaben vor Ort zählen:

• Prüfung der eingeleiteten Sicherungsmaßnahmen zur Einstellung des Bahnbetriebs, ggf. Ergänzung und Dokumentation,

• Durchführung der Bahnerdung der Oberleitung zum Schutz vor Gefahren aus elektrischer Spannung,

• Anfordern der bahnseitigen Notfalltechnik,

• Anfordern weiterer Fachberater der Deutschen Bahn oder anderer beteiligter Eisenbahnunternehmen,

• Untersuchen des Ereignisses aus Sicht der DB AG,

• Hinwirken auf eine möglichst schnelle Wiederaufnahme des Betriebs.


Kennzeichnung und Ausrüstung

Der Notfallmanager ist erkennbar an seiner orangeroten Warnkleidung (Wetterschutzjacke oder Weste), die auf dem Rücken mit einem Schild "Notfallmanager" versehen ist. Zudem kann er sich mit seinem Konzernausweis legitimieren, auf dem ebenfalls die Funktion „Notfallmanager“ abgebildet ist.

Zur Ausrüstung des Notfallmanagers gehört zudem ein Firmenwagen. Dieser ist an den Vordertüren mit dem DB-Logo sowie mit zwei roten umlaufenden Streifen und dem Schriftzug "Notfallmanagement" an der Fahrzeugseite gekennzeichnet. Als Unfallhilfsfahrzeug ist er mit blauem Blinklicht und Signalhorn ausgerüstet.

Aktuell kommen bei der Deutschen Bahn drei Fahrzeugtypen zum Einsatz:

• VW Passat Variant in der einfachen und der 4mot-Version,

• VW Transporter T5 ebenfalls in der einfachen und der 4mot-Version,

• Nissan X-Trail als geländefähiges Fahrzeug.


Fahrzeugausstattung

Die Notfallfahrzeuge verfügen über eine Ausstattung, die den Notfallmanager bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben unterstützen. Dazu zählen unter anderem:

• Signalbalken mit zwei blauen Kennleuchten, Signalhorn (Martinshorn) sowie Außenlautsprecher,

• Stablampe und Handscheinwerfer jeweils mit Fahrzeugladegerät,

• Geräte zum Bahnerden der Oberleitung,

• Digitalkamera und Wegekarten,

• Freisprecheinrichtung für Mobiltelefone (GSM),

• Standheizung mit Funkfernbedienung,

• Klimaanlage,

• Unfalldatenspeicher (UDS),

• Zusätzliche Lichtspots in der Heckklappe zur Beleuchtung der Ladefläche,

• Möglichkeit des Motorweiterlaufs ohne Zündschlüssel bei Nutzung des blauen Blinklichts zur Sicherung von Einsatzstellen.