Deutsche Bahn
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Die Deutsche Bahn in Niedersachsen

Zahlen, Daten und Fakten zur Deutschen Bahn AG in Niedersachsen

Stand März 2017

Die Deutsche Bahn (DB) beschäftigt in Niedersachsen 13.288 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie ist damit einer der größten Arbeitgeber und sichert durch ein hohes Auftragsvolumen tausende weitere Arbeitsplätze in der Region. Die Deutsche Bahn bildet derzeit in Niedersachsen 521 junge Menschen in den verschiedensten Berufen aus.

Verkehrsleistungen

Im Schienenpersonennahverkehr nutzten im vergangenen Jahr rund 51 Millionen Reisende das dichte Zugangebot im Taktfahrplan. Im Fernverkehr sind jährlich etwa 14 Millionen Reisende in modernen ICE-, IC- und EC-Zügen unterwegs. Im Personenverkehr bewältigt die DB jedes Jahr die Verkehrsströme zu internationalen Großereignissen wie der Computermesse CeBIT und der Hannover Messe, der weltgrößten Industriemesse.

Die Weser-Ems Busverkehr GmbH , eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der DB Regio AG, ist eines der größten Regionalbusunternehmen in Niedersachsen und Bremen. Auf einem Liniennetz von insgesamt rund 8.600 Kilometern in Niedersachsen und Bremen befördert das Unternehmen, das seinen Sitz in Bremen hat, rund 36 Millionen Kunden jährlich.

Die Tochter Hanekamp Busreisen bietet von Cloppenburg aus neben dem Linienverkehr auch Tagesfahrten und Urlaubsreisen an. Mit Hanekamp sind jährlich etwa 3,8 Millionen Menschen unterwegs.

In Südostniedersachsen betreibt die Regionalbus Braunschweig GmbH, ebenfalls eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der DB Regio AG, Buslinien in den Landkreisen und Städten Goslar, Peine, Göttingen und Holzminden. Unter dem Angebotsnamen Südniedersachsenbus befördert das Unternehmen jährlich etwa 13,5 Millionen Fahrgäste.

Im Landkreis Uelzen sowie im Heidekreis ist die Haller Busbetrieb GmbH, eine Tochter von Regionalbus Braunschweig, im Einsatz. In den Fahrzeugen mit dem Angebotsnamen Heidebus sind dort jährlich über vier Millionen Fahrgäste unterwegs.

Mit einem jährlichen Transportvolumen von rund 20 Millionen Tonnen spielt Niedersachsen im Güterverkehr in Deutschland eine bedeutende Rolle. Wichtige internationale Magistralen führen durch das Land: Auf diesen werden zum einen die Verkehrsströme zwischen Nord- und Südeuropa und zum anderen die Verkehre auf den europäischen Transitstrecken von und nach Polen, Russland und in das übrige Osteuropa abgewickelt. Bedeutsam sind auch die Verkehre aus den Nordseehäfen mit den Schwerpunkten Kombinierter Verkehr, Auto-, Erz- und Kohletransporte. Weitere Beispiele für die Entlastung der Straßen durch die Bahn sind die Autotransporte aus den VW-Werken in Wolfsburg, Hannover und Emden für ganz Europa.

Infrastruktur

Insgesamt verfügt die DB in Niedersachsen über ein Schienennetz von rund 3.405 Kilometern Länge mit 356 Bahnhöfen. In der Betriebszentrale (BZ) Hannover wird der gesamte Zugverkehr im norddeutschen Raum überwacht und disponiert. Darüber hinaus sind bisher 18 elektronische Stellwerke (ESTW) in die Bedienräume der BZ integriert worden, von denen u.a. Verkehrsknoten wie Hannover Hbf oder Bremen Hbf gesteuert werden. In diesem Herzstück arbeiten rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr an der reibungslosen Abwicklung des Zugverkehrs. Hierzu bedienen sie sich hochmoderner Arbeitsplätze sowohl für die Disposition als auch für die Steuerung der Zugfahrten.

Die Inbetriebnahme des ESTW in Celle erfolgt seit Sommer 2014 in vier Phasen bis Sommer 2017. Die Weichen und Signale auf der Strecke Celle–Uelzen werden dann vollelektronisch von dort gesteuert und alle Zugbewegungen im Gleis überwacht. Das neue ESTW wird die bisher im Einsatz befindlichen Systeme mit Relaistechnik ablösen. Die Strecke Hannover–Uelzen ist wichtiger Teil der Magistrale, die Hannover und Hamburg miteinander verbindet.

In Osnabrück begannen 2016 die Arbeiten für den Bau eines neuen elektronischen Stellwerkes (ESTW). Es steuert künftig den 63 Kilometer langen Abschnitt Lengerich–Diepholz auf der Strecke Münster–Osnabrück–Bremen sowie den 35 Kilometer langen Abschnitt Wissingen–Velpe auf der Strecke Löhne–Rheine. Die Inbetriebnahme des ESTW Osnabrück erfolgt in sechs Stufen von 2017 bis 2021.

Zur Bewältigung der wachsenden Güterverkehrsströme auf der Schiene steht mit modernster Rangiertechnik in Seelze einer der leistungsfähigsten Rangierbahnhöfe Deutschlands zur Verfügung.

Europas größter Rangierbahnhof in Maschen, vor den Toren Hamburgs, wurde für rund 230 Millionen Euro umgebaut. Rund 121.000 Meter Gleise, 230 Weichen, rund 100 Brems- und Förderanlagen und die gesamte Computertechnik wurden erneuert. Nach fünfjähriger Bautätigkeit waren die Arbeiten im Sommer 2014 abgeschlossen.

Investitionen

Des Weiteren ist der Bau eines innovativen Umschlagterminals geplant. Der Bund und die DB investieren in den nächsten Jahren 100 Millionen Euro in das Bauvorhaben. Der sogenannte MegaHub Lehrte entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zum bereits bestehenden Güterverkehrszentrum Lehrte. Schwerpunkte des Projektes sind der Bau von sechs Umschlaggleisen mit jeweils rund 700 Metern Länge, die Errichtung von drei Portalkränen sowie die Erweiterung der Leit- und Sicherungstechnik. Darüber hinaus entsteht eine innovative Sortieranlage. Nach derzeitigen Planungen soll der Probebetrieb in 2019 aufgenommen werden.

Die DB plant 2017 Investitionen in Höhe von rund 550 Millionen Euro in die Infrastruktur in Niedersachsen, im Zeitraum von 2016 bis 2020 sind auf Basis der derzeit gültigen Mittelfristplanung aus dem Jahre 2015 insgesamt über 2,5 Milliarden Euro geplant. Davon entfallen knapp 2,3 Milliarden Euro auf das Schienennetz, über 170 Millionen Euro auf die Bahnhöfe und 63 Millionen Euro auf Anlagen zur Energieversorgung. Diese Zahlen beinhalten sowohl Investitionen für das Bestandsnetz als auch für Neu- und Ausbaumaßnahmen.

Auf der Heidebahn wurden die Arbeiten für den letzten 25,3 Kilometer langen Abschnitt zwischen Soltau und Walsrode mit der planmäßig verlaufenen Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 weitestgehend abgeschlossen. Das Ende der Bauarbeiten an der Strecke ist für das zweite Quartal 2017 geplant.

Im Raum Hannover werden auf der Güterumgehungsbahn seit 2015 bis 2018 insgesamt acht Brücken mit einem Volumen von rund 51 Millionen Euro saniert.

So werden derzeit in Hannover-Kirchrode die über hundert Jahre alten Eisenbahnbrücken „Lange-Feld-Straße“, „Hermann-Löns-Park“ und „Tiergarten“ erneuert. Der Abschluss dieser Baumaßnahmen ist für Ende 2017 geplant.

Die Eisenbahnbrücke „Königsstraße“ in Hannover wird ab 2018 für rund
23 Millionen Euro erneuert. Diese wichtige Brücke auf der Achse Berlin-Braunschweig-Ruhrgebiet-Rheinland nutzen S-Bahnen, Regionalzüge und Fernverkehrszüge.

Großprojekte

Der Bund hat das Großprojekt "ABS/NBS Hamburg–Hannover, ABS Langwedel–Uelzen, Rotenburg–Verden–Minden/Wunstorf, Bremerhaven–Bremen–Langwedel (Optimiertes Alpha-E + Bremen)" im  Bundesverkehrswegeplan 2030 verankert und das entsprechende Ausbaugesetz dazu Ende 2016 verabschiedet. Insgesamt sind auf einer Streckenlänge von 396 Kilometern unterschiedliche Ausbauarbeiten vorgesehen. Das Projekt befindet sich aktuell in einer sehr frühen Phase, in der noch keinerlei konkrete Planungen vorliegen können.

Am Streckenabschnitt Rotenburg–Verden steht die DB bereits seit Anfang 2016 im intensiven Dialog mit der regionalen Öffentlichkeit. An Runden Tischen erhalten Vertreter von Bürgerinitiativen, Landkreisen und Kommunen sowie Verbänden Einblick in den aktuellen Stand der Planungen und die Möglichkeit, selbst planungsrelevante Hinweise in die Planung der DB einzubringen. Dieser Abschnitt befindet sich seit Dezember 2016 in der Leistungsphase 2 (Vorplanung).

Für den Abschnitt Lüneburg–Uelzen wird in 2017 der Planungsauftrag und die Finanzierungszusage des Bundes erwartet. In diesem Abschnitt ist ein dreigleisiger Ausbau ggf. mit der Möglichkeit für Ortsumfahrungen und ggf. fahrplanbasierte kapazitätssteigernde Maßnahmen vorgesehen. Der Beginn des Dialogs mit der regionalen Öffentlichkeit im Landkreis Lüneburg zur frühen Beteiligung an der konkreten Ausgestaltung des betreffenden Abschnitts ist für März 2017 avisiert und soll nach bewährtem Konzept in Form Runder Tische stattfinden.

Der Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke Oldenburg–Wilhelmshaven zur leistungsfähigen Anbindung des Tiefwasserhafens JadeWeserPort erfolgt seit 2010 in mehreren Baustufen. Bisher wurden nördlich von Sande die unmittelbare Anbindung an den Hafen hergestellt sowie ein Teilstück von circa 1,5 Kilometer Länge in Parallellage vollständig erneuert. Außerdem wurden die Streckenabschnitte in den Planfeststellungsabschnitten (PFA) 2 und 3 zwischen Rastede und Varel ertüchtigt und zweigleisig ausgebaut. Im weiteren Verlauf werden die Streckenabschnitte zwischen Oldenburg und Rastede und zwischen Varel und Sande für die erwarteten Verkehre hergerichtet sowie die gesamte Strecke von Oldenburg bis Wilhelmshaven und bis hin zum JadeWeserPort elektrifiziert. Die Fertigstellung ist für 2022 geplant.

Seit März 2017 werden zwischen Varel und Sande umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt. Neben der grundlegenden Ertüchtigung des Untergrunds für die erwarteten Verkehre mittels besonderer Bautechnologie, wie beispielsweise dem Fräs-Misch-Injektionsverfahren, werden auch die Gleise und die Sicherungstechnik erneuert. Außerdem werden wichtige Vorarbeiten für die Elektrifizierung getätigt. Es werden vier Bahnübergänge erneuert, zwei Bahnübergänge aufgehoben und eine Eisenbahnbrücke vollständig erneuert. Im Bereich der Ortschaft Ellenserdammersiel werden beidseitig der Strecke Lärmschutzwände mit einer Gesamtlänge von 870 Meter errichtet. Die Arbeiten sollen 2020 beendet werden. Durch eine sehr detailliert ausgearbeitete Bauablaufplanung wird sichergestellt, dass auch während der Bauzeit der Hafen stets für den Schienengüterverkehr angebunden ist.

Die Bahnstrecke zwischen dem Rangierbahnhof Maschen und Hamburg-Harburg ist eine der wichtigsten Verbindungen für die Hamburger Seehäfen und Teil des Korridors „Skandinavien–Mittelmeer“. Um Engpässe im Bereich des Eisenbahnknoten Hamburg zu beseitigen und die Streckenkapazität für Güterzüge zu steigern, beginnen ab März erste Arbeiten für ein zweites östliches Umfahrungsgleis für Güterzüge der Fahrtrichtung Süd/Nord, vorzugsweise aus Richtung Buchholz/Jesteburg.

Modernisierungsprogramm Bahnhöfe

Im Rahmen des Projektes „Niedersachsen ist am Zug! II“ wurden für 40 Stationen die Planungen und Umsetzungen konsequent vorangetrieben und weitestgehend abgeschlossen. Das Programm umfasst im Wesentlichen die Erhöhung der Bahnsteige, Schaffung barrierefreier Zugänge mittels Rampen- oder Aufzugsanlagen sowie die Ausstattung der Bahnsteige mit neuen Wind- und Wetterschutzeinrichtungen und die Verbesserung der Beleuchtung. Derzeit befinden sich die letzten beiden Stationen des Programms- Leer und Celle - im Bau.

Gemeinsam mit der Deutschen Bahn wird das Land Niedersachsen bis zum Jahr 2025 weitere 44 Bahnstationen im Rahmen des Programms „Niedersachsen ist am Zug! III“ (NiaZ3) modernisieren und insbesondere die Barrierefreiheit an den Stationen herstellen. Dabei werden mit Hilfe von Landesmitteln auch kleinere Stationen barrierefrei ausgebaut, die weniger als 1.000 Ein-/Aussteiger aufweisen. In diesem Jahr beginnen die Arbeiten unter anderem in Diepholz, Wittingen und Gifhorn Stadt.

Mehr als 140 Millionen Euro werden für dieses Programm investiert. Land und Deutsche Bahn übernehmen jeweils die Hälfte der Kosten. Neben der Barrierefreiheit werden zudem Wind- und Wetterschutzanlagen, Beleuchtung, Fußgängerquerungen und Reiseinformationssysteme zeitgemäß installiert bzw. erneuert.

Nach Abschluss des neuerlichen Bahnhofsmodernisierungsprogramms werden 90 Prozent der Stationen in Niedersachsen stufenfrei ausgebaut sein.

Digitalisierung

Die Digitaltechnik hilft die Qualität zu verbessern. Der neue DB-Navigator informiert die Reisenden per Handy über Abfahrt- und Umsteigezeiten sowie über Gleisangaben. Das System ADAM (Ausbau Digitalisierung im Anlagen-Management) überwacht die Aufzüge und meldet Störungen in Echtzeit. Mit der App „Bahnhof live“ lassen sich so unter anderem die Zustände der Aufzüge auf dem jeweiligen Reiseweg abrufen. Die Diagnose- und Analyseplattform DIANA macht die Weichen intelligent und verbessern die Zuverlässigkeit. Sensoren an den Weichen melden Unregelmäßigkeiten schon bevor große Störungen auftreten.