Deutsche Bahn
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Die Deutsche Bahn in Schleswig-Holstein

Zahlen, Daten und Fakten zur Deutschen Bahn AG in Schleswig-Holstein

Stand März 2017

Die Deutsche Bahn (DB) beschäftigt in Schleswig-Holstein 3.278 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Konzern ist damit einer der größten Arbeitgeber im Land und sichert hier durch Aufträge und Effekte aus Einkommen allein bei den regionalen Unternehmen der Dienstleistungs- und Zulieferindustrie tausende weitere Arbeitsplätze. Zudem bildet die Bahn in Schleswig-Holstein 110 junge Menschen aus.

Verkehrsleistung

Im Schienenpersonennahverkehr in Schleswig-Holstein nutzten im vergangenen Jahr über 31 Millionen Reisende das dichte Zugangebot der Regionalbahn Schleswig-Holstein (RB SH) der DB Regio AG.

Das Zugangebot des Fernverkehrs in Schleswig-Holstein nutzten im Jahr 2016 rund 1,4 Millionen Fahrgäste.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 übernahm die RB SH wieder den Verkehr auf der Strecke Hamburg–Westerland, der sogenannten Marschbahn.

Die Autokraft GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von DB Regio AG, ist eines der größten Busunternehmen Norddeutschlands. Mit einem Streckennetz von fast 20.000 Kilometern sichert sie die Mobilität für rund 38 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Sechs Schnellbus-Linien bringen Pendler und Urlauber besonders flott und bequem an ihr Ziel. Auch über die Landesgrenzen hinaus sorgt Autokraft für gute Anschlüsse, zum Beispiel mit ihrem Flughafenbus „KIELIUS“ zum Hamburg Airport.

Die DB Regio Bus Nord GmbH, ebenfalls eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von DB Regio Bus, betreibt unter dem Angebotsnamen Dithmarschenbus die Verkehre im Kreis Dithmarschen.

DB Cargo steht für die weltweite Logistik der Deutschen Bahn. In Schleswig-Holstein transportiert DB Cargo über drei Millionen Tonnen Güter jährlich.

Infrastruktur

In Schleswig-Holstein hat die DB ein Schienennetz von 1.121 Kilometern Länge mit 137 Bahnhöfen.

Die DB plant 2017 Investitionen in Höhe von über 100 Millionen Euro in die Infrastruktur in Schleswig-Holstein, im Zeitraum von 2016 bis 2020 sind auf Basis der derzeit gültigen Mittelfristplanung aus dem Jahre 2015 insgesamt 520 Millionen Euro geplant. Davon entfallen knapp 480 Millionen Euro auf das Schienennetz, über 35 Millionen Euro auf die Bahnhöfe und drei Millionen Euro auf Anlagen zur Energieversorgung. Diese Zahlen beinhalten sowohl Investitionen für das Bestandsnetz als auch für Neu- und Ausbaumaßnahmen.

Auf der Strecke Hamburg–Westerland werden in diesem Jahr fast zehn Kilometer Gleise, 21 Weichen und vier Bahnübergangsanlagen erneuert. Für diese Arbeiten müssen in verschiedenen Abschnitten die Gleise teilweise oder komplett gesperrt werden. Allein für diese Maßnahmen werden rund 25,7 Millionen Euro investiert.

Die Deutsche Bahn AG baut derzeit ein neues elektronisches Stellwerk (ESTW) in Keitum. Von dort aus werden künftig die Weichen und Signale der beiden Bahnhöfe Keitum und Morsum gestellt.

In diesem Zusammenhang werden seit Januar vergangenen Jahres bis diesen Sommer in Keitum das ESTW-Modulgebäude sowie neue Kabeltrassen und Gleisquerungen errichtet. Weiterhin werden neue Signalanlagen errichtet und der Bahnübergang (BÜ) Morsum technisch mit Lichtzeichen gelb/rot und Halbschranken gesichert.

Die DB und das Land investieren gemeinsam in die Qualitätsverbesserung der Bahnhöfe. Als Teil davon wird die Information der Reisenden auf den Bahnhöfen in den nächsten Jahren weiter verbessert. Bereits heute sind 25 Bahnhöfe mit modernen Fahrgastinformationsanlagen ausgerüstet. Die Modernisierung und der stufenfreie Ausbau der schleswig-holsteinischen Bahnstationen werden ebenfalls weitergeführt. Dazu wird derzeit zwischen dem Land und der DB eine Rahmenvereinbarung vorbereitet. Unter anderem werden die Bahnhöfe Westerland, Husum, Bad Oldesloe und Neumünster profitieren.

Im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums und auf Basis eines deutsch-dänischen Staatsvertrags plant die DB die Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung (FBQ) zwischen Lübeck und Puttgarden. Auftrag ist es, eine leistungsfähige und moderne, zweigleisige und elektrifizierte Anbindung an den Fehmarnbelttunnel zu planen und bauen. 2015 wurden die Vorplanungen für die Neu- und Ausbautrasse abgeschlossen. Die aktuellen Pläne basieren auf dem vom Land Schleswig-Holstein durchgeführten Raumordnungsverfahren (ROV), welche die Deutsche Bahn mit Blick auf technische und rechtliche Rahmenbedingungen überarbeitet und angepasst hat. Die Trassenführung der Raumordnungsvariante gab einen hohen Neubaustreckenanteil entlang der BAB A1 vor, mit dem Ziel der Verkehrswege-Bündelung und Umfahrung der Bäderorte der Lübecker Bucht. Aktuell erfolgt die Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Eine Fertigstellung der Strecke ist 2024 geplant. Vier Jahre später soll laut aktuellen Planungen eine neue Fehmarnsundquerung in Betrieb gehen.

Das „Achsenkonzept“ über den Ausbau der wichtigen Strecken in der Metropolregion Hamburg ist für den öffentlichen Personennahverkehr von wesentlicher Bedeutung. Darüber sind sich die Beteiligten einig. Für die Entlastung des Hamburger Hauptbahnhofs ist es erforderlich, weitere Nahverkehrsleistungen auf S-Bahngleise zu verlagern. Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein treiben die Planung des Projektes der S-Bahnlinie „S4 von Hamburg nach Bad Oldesloe“ weiter voran.

Der Planfeststellungsabschnitt 1 von Hasselbrook bis Luetkensallee (Wandsbek) wurde im Sommer 2016 beim zuständigen Eisenbahn-Bundesamt eingereicht. Das Beteiligungsverfahren soll in diesem Frühjahr gestartet werden. Über die Finanzierung der Kosten werden sich die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein mit dem Bund verständigen.

Für Schleswig-Holstein genauso wie für die DB ist ferner die Verlängerung der bestehenden S-Bahn-Linie S 21 Aumühle–Hamburg-Eidelstedt nach Kaltenkirchen ein wichtiges Projekt, um die Attraktivität des ÖPNV in der Metropolregion weiter zu steigern.

Werke

Das Werk Neumünster ist mit 610 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer der größten industriellen Arbeitgeber in Schleswig-Holstein. Zurzeit werden hier
34 junge Leute ausgebildet. Als Full-Service-Dienstleister ist das Instandhaltungswerk Neumünster Teil des Werkeverbundes der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH, welche ein breites Leistungsspektrum in der schweren Instandhaltung aller marktgängigen Schienenfahrzeuge vorhält. Das Werk Neumünster bedient mit einem ganzheitlichen Dienstleistungsansatz seine Kundenaufträge und schafft mit einer vollumfänglichen Leistungsabwicklung den vertraglich vereinbarten Mehrwert. Wir entwickeln unser Portfolio weiter gezielt auf die Bedürfnisse unserer jeweiligen Kunden im Regional-, Nah- und Fernverkehr aus dem In- und Ausland sowie auf die Fahrzeugvermietgesellschaften. Das Leistungsspektrum des Werkes Neumünster bezieht sich derzeit auf die Instandhaltung von Elektrotriebwagen (ET), Verbrennungstriebwagen (VT) und Reisezugwagen (RZW) sowie die Instandhaltung der Fahrzeuge der Marschbahn (Lok, Wagen und Dieseltriebwagen). Darüber hinaus besteht die Kernkompetenz des Werkes in der Aufarbeitung und Instandsetzung von Komponenten wie Drehgestellen, Küchenkomponenten, Klimaanlagen und WC-Komponenten sowie in der Projektabarbeitung umfassender Modernisierungsmaßnahmen. Außerdem ist das Werk Lieferant von Radsätzen für die ICE-Flotte der Bahn.

Digitalisierung

Die Digitaltechnik die Qualität zu verbessern. Der neue DB-Navigator informiert die Reisenden per Handy über Abfahrt- und Umsteigezeiten sowie über Gleisangaben. Das System ADAM (Ausbau Digitalisierung im Anlagen-Management) überwacht die Aufzüge und meldet Störungen in Echtzeit. Mit der App „Bahnhof live“ lassen sich so unter anderem die Zustände der Aufzüge auf dem jeweiligen Reiseweg abrufen. Die Diagnose- und Analyseplattform DIANA macht die Weichen intelligent und verbessern die Zuverlässigkeit. Sensoren an den Weichen melden Unregelmäßigkeiten schon bevor große Störungen auftreten.