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DB Regio

Land Baden-Württemberg und Deutsche Bahn vereinbaren 10-Punkte-Aktionsplan

1. Zusätzliche Unterstützung im Management von DB Regio Baden-Württemberg

DB Regio Baden-Württemberg hat einen hocherfahrenen und krisenerprobten Bahn-Manager engagiert: Bernhard Weisser, der zuletzt in seiner langjährigen Tätigkeit als Chef der S-Bahn-München Großes geleistet hat, wird als „Chef Qualitätsoffensive Baden-Württemberg“ die Umsetzung des Aktionsplans steuern. Zusätzlich wurde ein gemeinsamer Lenkungskreis mit dem Vorstand der DB Regio AG und Regio-Chef David Weltzien geschaffen, um mit Hochdruck an Lösungen für betriebliche Probleme und personelle Engpässe zu arbeiten. Der Lenkungskreis berichtet an den Vorstandsvorsitzenden der DB Regio AG, Dr. Jörg Sandvoß.
Außerdem hat DB Regio den baden-württembergischen Nahverkehrsexperten Gerhard Schnaitmann als Berater gewonnen. Herr Schnaitmann war bereits bis April 2017 als Qualitätsprüfer vom Land Baden-Württemberg engagiert und hat zahlreiche Verbesserungen bewirkt. DB Regio ist hocherfreut, dass die Zusammenarbeit mit dem anerkannten Experten fortgesetzt werden kann.

2. Unbürokratische Entschädigungsregelung für betroffene Vielfahrer

Jahreskarteninhaber auf der Filstal-, Franken- und Remsbahn sollen über einen noch zu klärenden unbürokratischen Weg einen Monatsbeitrag als freiwillige Kulanzleistung von DB Regio zurückerstattet bekommen. Die DB entschuldigt sich bei allen betroffenen Fahrgästen ausdrücklich für die Beeinträchtigungen. 

3. Übernahme bzw. Teilübernahme der Vertragserbringung einzelner Verkehrsverträge durch benachbarte DB-Regionalbereiche

Unter anderem bedient Personal von DB Regio Bayern bereits jetzt schon die Strecken Würzburg – Stuttgart oder Nürnberg – Stuttgart. Zur Instandhaltung der Fahrzeuge werden auch die Werkstätten Kempten, Pasing, Hof und Frankfurt genutzt. 

4.. Zuführung von Loks und Wagenmaterial

Auf der Filstalbahn wird eine zusätzliche Doppelstock-Einheit (fünf Wagen plus Lok) aus anderen Regionen Deutschlands ab September für eine Entspannung der Lage sorgen (überschlagene Wende). Weitere Fahrzeughilfen aus dem Gesamtunternehmen sind zugesagt, die Einsatzmöglichkeiten werden derzeit gemeinsam mit dem Land abgesprochen. 

5. Aktives Bindungsprogramm für das Personal aus Baden-Württemberg
Jobbörsen mit benachbarten Regionen, anderen DB Geschäftsfeldern und dritten Verkehrsunternehmen in Crailsheim, Stuttgart und Heilbronn zeigen berufliche Perspektiven für DB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Auslaufen der Verkehrsverträge in Baden-Württemberg auf. Ziel: Die betroffenen Mitarbeiter bekommen Planungssicherheit für die Zeit ab 2020 und werden bis zu diesem Zeitpunkt an DB Regio Baden-Württemberg gebunden, um die gewünschte Stabilität in den Übergangsvertrag zu bringen. 

6. Prämienprogramm für zusätzliches Personal

DB Regio stellt aus anderen Regionen in einem ersten Schritt bis zu 30 zusätzliche Triebfahrzeugführer für Baden-Württemberg bereit. Nach einem Aufruf zur Aushilfe sind bislang mehr als 100 Bewerbungen eingegangen. Sowohl für Triebfahrzeugführer, die für sechs Monate in Baden- Württemberg aushelfen, als auch eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird ein Budget für ihren besonderen Einsatz und zur Qualitätssicherung in Höhe von 3 Mio Euro bereitgestellt. 

Darüber hinaus wurden bereits in diesem Jahr Fachausbildungen durchgeführt. Wir erwarten noch bis Oktober einen Zugang von bis zu 30 fertigen Triebfahrzeugführern. Um den Bestand weiter zu sichern, werden die Ausbildungskapazitäten bei Regio Baden-Württemberg nochmals um zwei weitere Gruppen ausgeweitet.

Zusätzlich wurden mit den anderen DB-Geschäftsbereichen und Dritt-EVU`s Absprachen getroffen, dass nicht aktiv um Mitarbeiter aus Baden-Württemberg geworben wird.

7. Vergabe von kritischen Zugleistungen an dritte Unternehmen
DB Regio ist bereits in Gesprächen mit potentiellen Subunternehmen – zum Beispiel mit der Hohenzollerschen Landesbahn (HzL). Dabei geht es um den Austausch von Komponenten in den Werkstätten der HzL. Mit der Bodensee-Oberschwaben-Bahn ist die Nutzung des Instandhaltungs-Stützpunktes in Friedrichshafen in Vorbereitung. Damit soll vor allem die DB-Werkstatt Ulm entlastet werden. Weiteren Kooperationen steht von Seiten DB Regio nichts entgegen.

8. Kommunikationsoffensive: frühzeitige Ankündigung unvermeidbarer Zugausfälle

Die weitere Verbesserung der Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil des Konzernprogramms „Zukunft Bahn“. Speziell für Pendler gibt es seit wenigen Monaten die App DB Streckenagent. Hier erhalten die Fahrgäste proaktiv und rechtzeitig per Push-Nachricht Informationen über ihre Linien oder Alternativvorschläge bei einer Verspätung. Dies verbessert die Planungssicherheit für unsere Fahrgäste.

Für Planungssicherheit sorgt auch ein Ferienfahrplan, den DB Regio dieses Jahr erstmals für Baden-Württemberg einführt. Hintergrund ist der neue Verkehrsvertrag Gäu-Murr (Netz 3b) zwischen Stuttgart und Crailsheim und in Teilen zwischen Stuttgart und Konstanz. Dort geht die DB im Dezember mit brandneuen Nahverkehrs-Fahrzeugen (BR 442, bekannt als Talent 2) an den Start. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Im Sommer werden fast 100 Lokführer für die neuen Triebfahrzeuge geschult. Sie stehen deshalb für den regulären Betrieb nicht zur Verfügung. DB Regio nimmt daher in den Ferienwochen einige wenige Zugfahrten aus dem Fahrplan und kommuniziert dies im Detail - von der Anpassung der elektronischen Fahrplanauskunft über Hinweise auf den Fahrplanaushängen sowie Durchsagen und Flyern bis hin zur intensiven internen Kommunikation.

9. Reduzierung der Fahrzeugvielfalt

DB Regio Baden-Württemberg legt dem Land einen Vorschlag zur Reduzierung der Fahrzeugvielfalt vor, um Wartungs- und Instandhaltungsprozesse zu vereinfachen. Die durch die 17 Lose entstandenen Umläufe sollen dahingehend harmonisiert werden, dass die Werkstätten mit möglichst wenig unterschiedlichen Baureihen konfrontiert werden. Als erster Schritt ist bereits die Verlagerung von Fahrzeugen von Ulm nach Stuttgart in Vorbereitung. Damit erhält Ulm Kapazität zur Reduzierung von längerfristig stehenden Fahrzeugen und es wird die Möglichkeit geschaffen, sich auf weniger Fahrzeugtypen zu spezialisieren.

10. Nutzung von ausgewählten Fernverkehrszügen für Nahverkehrskunden, Einrichtung von Busersatzverkehren und Übernahme von Taxikosten bei Zugausfällen


DB Regio Baden-Württemberg erarbeitet gemeinsam mit dem Land Möglichkeiten, bei größeren Störungen schneller und unbürokratischer den betroffenen Kunden zu helfen – u.a. durch die Einrichtung von Busersatzverkehren mit entsprechendem Vorlauf sowie die Übernahme von Taxikosten. Die Öffnung des Fernverkehrs stellen wir bereits dort, wo immer möglich, sicher.